Zeta aus Lieboch Riesenauftrag für steirische Biopharma-Firma

Die Zeta Biopharma mit Sitz in Lieboch hat einen Großauftrag vom deutschen Pharmakonzern Boehringer Ingelheim erhalten.

© ZETLA/(c) erik kueger
 

Der Auftrag übersteige deutlich die 25 Mio. Euro-Grenze und umfasst neben Anlagenplanung die Lieferung der Bioreaktoren für die Biotech-Produktionsanlage am Boehringer Regional Center Vienna.

Die Zeta Biopharma plant, baut und automatisiert Anlagen für aseptische flüssige Produktionsprozesse in der Biotech- und Pharmaindustrie. Der Anlagenbauer hat den Zuschlag für den Bau der neuen Zellkultur-Produktionsanlage für die Wiener Niederlassung des deutschen Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim erhalten, die bis 2021 fertiggestellt sein soll, teilte Zeta am Dienstag mit. In der Anlage werden Arzneimittelwirkstoffe auf der Basis genveränderter Zellen produziert. Das weltweit tätige, deutsche Pharmaunternehmen investiert bis 2021 insgesamt 700 Mio. Euro in die LSCC (Large Scale Cell Culture) am Standort Wien.

"Größter Einzelauftrag in der Firmengeschichte"

"Für uns ist es der größte Einzelauftrag in der Firmengeschichte", sagte Geschäftsführer Alfred Marchler im Gespräch mit der APA. Der Auftrag bewege sich über den letzten Großaufträgen und liege deutlich über 25 Mio. Euro, die genaue Summe wollte Marchler jedoch nicht nennen.

"Das Know-how, die verfügbaren Kapazitäten und die Standortnähe machen Zeta zu einem idealen Partner für uns", wurde Uwe Theobald, Projektleiter bei Boehringer Ingelheim Wien am Dienstag per Aussendung zitiert. Der Auftrag umfasst parallel zum Basic Engineering und Anlagenbau auch sechs neu entwickelte Bodenmagnetrührwerke. Das neue Design der Zeta-Rührwerke wurde am Versuchs-Bioreaktor des deutschen Pharmakonzerns an der TU Hamburg auf Herz und Nieren geprüft. Es ermöglicht erstmals industrielle Rührprozesse in Bioreaktoren, in denen 15.000 Liter auf einmal durchmischt werden sollen.

Technologie wurde von Zeta patentiert

"Mit dem neu entwickelten Magnetrührwerk können wir steigende Anforderungen an den Leistungseintrag im Produktionsreaktor mit dem steriltechnischen Vorteil des Magnetantriebs verbinden", hob Theobald die Vorteile der neuen Rührwerkstechnologie hervor. Die neue Technologie wurde bereits von Zeta patentiert und habe laut Marchler auch schon weitere Interessenten gefunden. Zuletzt sei eine Bestellung von einem großen koreanischen BioPharma-Kunden eingegangen.

Die Zeta Biopharma ist Teil der Zeta-Gruppe, die über neun Niederlassungen in Europa und rund 500 Mitarbeiter (davon 250 Ingenieure) verfügt. An den drei österreichischen Standorten der Zeta Biopharma in Lieboch, Lebring und in Wien arbeiten nach den Angaben Marchlers etwa 300 Personen. Der Umsatz lag zuletzt laut Marchler bei 80 Mio. Euro.

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