AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

UmsatzabflussOnline-Handel wächst weiter: Hälfte der Umsätze fließt ins Ausland

Umfrage: Versandhandel schrumpft stark. Austausch mit neuem Finanzminister zu Steuerbetrug bei Paketen aus EU-Ausland.

Einkaufswagen und Laptop
© Gina Sanders - Fotolia
 

Der Online-Handel boomt weiterhin in Österreich. Die Umsätze beim Online-Shopping legten einer Umfrage zufolge um 300 Millionen Euro (+4 Prozent) auf 7,5 Milliarden Euro zu. Der Versandhandel schrumpfte aber um 100 Millionen Euro (-14 Prozent) auf 600 Millionen Euro. 4,5 Milliarden Euro (56 Prozent der Umsätze) flossen zu ausländischen Anbietern wie Amazon, Zalando & Co, 3,6 Milliarden Euro (44 Prozent) verblieben im Inland.

Für die repräsentative Studie im Auftrag des Handelsverbandes wurden im Zeitraum Mai 2018 bis April 2019 rund 1.400 Österreicher ab 15 Jahre befragt. Die Analyse der Ergebnisse erfolgte durch die KMU Forschung Austria.

"Der klassische Versandhandel ist Geschichte", sagte Unito-Chef und Handelsverband-Vizepräsident Harald Gutschi. Zu Unito gehören Universal, Otto und Quelle. Anfang 2019 hatte Otto seinen mehrere hundert Seiten starken Hauptkatalog zum letzten Mal herausgebracht. Ab sofort gibt es nur mehr dünnere Print-Spezialkataloge. Im letzten Geschäftsjahr lag der Online-Umsatzanteil laut Gutschi bei 93 Prozent, im Mai bereits bei 96 Prozent. Der Katalog würde vor allem "bestellauslösend" für den Online-Handel wirken. Laut Studie kaufen 58 Prozent der Österreicher im Internet ein, aber nur mehr 11 Prozent im klassischen Versandhandel. Zum Vergleich: Im Jahr 2012 shoppten 46 Prozent der Österreicher online und noch 29 Prozent im klassischen Versandhandel.

Dringender Handlungsbedarf

Der Geschäftsführer des Handelsverbandes, Rainer Will, sieht "dringenden Handlungsbedarf", um den Umsatzabfluss zu Online-Händlern ins Ausland einzudämmen. Aufgrund der ungleichen Bedingungen zwischen heimischen und ausländischen Anbietern sei es derzeit "ein Fass ohne Boden". Die ehemalige ÖVP-FPÖ-Regierung hatte Anfang April im Ministerrat neue Steuern für Internet-Unternehmen auf den Weg gebracht. Die Pläne umfassten eine Abgabe auf Online-Werbeumsätze in Höhe von 5 Prozent, eine Ausdehnung der Einfuhrumsatzsteuer im Online-Handel sowie eine Haftungsklausel für Online-Vermittlungsplattformen. Für den Pakethandel für Lieferungen außerhalb der EU wollte der damalige Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) den Zollwert unter 22 Euro "ab dem ersten Cent" besteuern, um "eine faire Basis zwischen traditionellem Handel in Österreich und dem Online-Handel" zu schaffen.

Der Handelsverband ist zuversichtlich, dass die geplanten Vorhaben im Bereich Handel und Internet auch von der Übergangsregierung umgesetzt werden

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren