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Angriff auf VWPaukenschlag: Fiat/Chrysler will mit Renault fusionieren

Paukenschlag in der Autobranche: Fiat Chrysler will mit Renault einen weltumspannenden Konzern bilden - Zusammen mit Nissan und Mitsubishi überrundet der Verbund VW.

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Fiat/Chrysler will mit Renault fusionieren © APA/AFP/MARCO BERTORELLO/LOIC VE
 

Der US-italienische Autokonzern Fiat Chrysler will mit dem französischen Traditionshersteller Renault fusionieren. Bei einem Zusammenschluss würde einer der größten Autokonzerne der Welt entstehen und die Marktführer Volkswagen und Toyota herausfordern. VW wollte die Ankündigung am Montag nicht kommentieren.

Fiat Chrysler (FCA) schlägt nach eigenen Angaben vor, dass beide Unternehmensgruppen je die Hälfte an dem geplanten Gemeinschaftsunternehmen halten. Durch die Fusion erhoffen sich die Konzerne jährliche Einsparungen von 5 Milliarden Euro.

Kursfeuerwerk an der Börse

Renault bestätigte, den Vorschlag erhalten zu haben. Der Verwaltungsrat von Renault werde am Vormittag über die Offerte beraten und sich danach schriftlich äußern, teilte das Unternehmen in Boulogne-Billancourt bei Paris mit. An den Börsen wurden die Pläne begrüßt. Die beiden Konzerne verbuchten am Vormittag ein teils deutliches Kursplus - aber auch andere Autowerte profitierten zunächst von den Fusionsplänen.

Wichtige Fusionen auf dem Automarkt

Bereits vor der geplanten Fusion zwischen Fiat Chrysler und Renault spielten Partnerschaften in der Automobilbranche eine gewaltige Rolle - nicht alle gingen gut.

Der Peugeot-Mutterkonzern PSA übernahm 2017 von General Motors den Rüsselsheimer Autobauer Opel. PSA zahlte für Opel und Vauxhall 1,3 Mrd. Euro.

Chrysler ist seit 2014 komplett in der Hand von Fiat. Der italienische Autobauer legte damals umgerechnet 3,16 Mrd. Euro auf den Tisch. Der neue Konzern nennt sich FCA (Fiat Chrysler Automobiles).

Nach mehreren Anläufen wurde Porsche 2012 die zwölfte VW-Tochter. Gezahlt wurden 4,46 Mrd. Euro.

Der schwedische Pkw-Hersteller Volvo ist seit 2010 in der Hand des aufstrebenden chinesischen Autobauers Geely. Die Chinesen überwiesen an den bisherigen Besitzer Ford nach damaligen Angaben 1,3 Mrd. Dollar (1,16 Mrd. Euro) in bar und legten eine Anleihe über 200 Mio. Dollar oben drauf.

Seit 1999 ist Renault größter Anteilseigner bei Nissan. Eine strategische Kooperation gibt es seit 2010 zwischen Renault-Nissan und Daimler.

Katerstimmung herrschte dagegen nach folgenden Übernahmen: VW und Suzuki beschlossen 2009 eine Art Zusammenarbeit, 2011 war schon Schluss. BMW kaufte 1994 Rover (für zwei Mrd. Mark) und stieg 2000 wieder aus. Daimler zahlte 1998 gigantische 40 Mrd. Dollar für eine Ehe mit Chrysler. Diese endete 2007 mit dem Verkauf.

"Der vorgeschlagene Zusammenschluss würde einen globalen Autohersteller schaffen, herausragend in Bezug auf Umsatz, Volumen, Rentabilität und Technologie sowie von Vorteil für die Anteilseigner der Unternehmen", teilte Fiat Chrysler weiter mit. Unerwartet kommt das Offert nicht: Es habe bereits Gespräche zwischen beiden Unternehmen gegeben, um Produkte und Regionen für eine Zusammenarbeit zu identifizieren, berichtete Fiat Chrysler.

Jahrsproduktion von 15 Millionen Autos

Der französische Hersteller Renault ist seit langem mit den japanischen Autobauern Nissan und Mitsubishi in einer Allianz verbunden. Zusammen verkauften sie im vergangenen Jahr 10,76 Millionen Fahrzeuge. Mit dem US-italienischen Autoriesen FCA kämen die Hersteller auf mehr als 15 Millionen. Sie würden damit deutlich Volkswagen (10,83 Millionen) überholen.

FCA führt unter anderen die Marken Alfa Romeo, Fiat, Chrysler, Dodge, Jeep oder Maserati und hat rund 199.000 Beschäftige. Er begründete den angestrebten Zusammenschluss unter anderem mit den rasanten Veränderungen in der weltweiten Branche, Stichworte sind dabei Elektroautos oder das autonome Fahren.

Es sollen keine Fabriken geschlossen werden

Fiat Chrysler versicherte, es sollten keine Fabriken geschlossen werden. Als Vorteil werden auch die unterschiedlichen Stärken gesehen. Während Renault in Europa, Russland oder Afrika stark sei, sei FCA vor allem auf dem amerikanischen Kontinent verankert.

Renault wollte sich nach Informationen aus Japan enger an Nissan binden und strebte eine Fusion an. Nissan-Chef Hiroto Saikawa hatte aber unlängst deutlich gemacht, dass man einen Zusammenschluss für unnötig halte.

Französischer Staat hält 15 Prozent der Renault-Anteile

Der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire drängte erst in der vergangenen Woche darauf, die Allianz zwischen Renault und Nissan zu festigen. "Wir brauchen solide, starke und gefestigte Industriekonzerne", hatte er gesagt.

Der französische Staat hat bei Renault ein gehöriges Wort mitzureden, denn er hält 15 Prozent der Anteile. Renault hält 43,4 Prozent der Anteile an Nissan. Nissan ist seinerseits zu 15 Prozent an Renault beteiligt.

Vorwürfe gegen den Ex-Renault-Boss

Nach der Verhaftung von Automanager Carlos Ghosn in Japan war das von ihm geschaffene und kontrollierte französisch-japanische Auto-Bündnis in eine schwere Krise geraten. Ghosn war ein Verstoß gegen Börsenauflagen in Japan vorgeworfen worden.

Seither wurde er mehrfach wegen weiterer angeblicher Vergehen angeklagt und kam kürzlich zum zweiten Mal auf Kaution aus der Untersuchungshaft. Ghosn hatte die Anschuldigungen mehrfach zurückgewiesen.

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