Der Krieg Russlands gegen die Ukraine und die damit verbundenen Verwerfungen in der europäischen Energieversorgung sowie die hohe Inflation lassen die Energiekosten durch die Decke gehen. „Wir sprechen hier nicht von ein paar Euros, sondern wir sehen uns mit Preissteigerungen im dreistelligen Prozentbereich konfrontiert. Es kann nicht sein, dass die Politik die Unternehmen mit diesen Kosten alleine lässt“, zeigt sich Jürgen Mandl, Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten, über die Untätigkeit verärgert.

Laut aktuellem Wirtschaftsbarometer empfinden 79 Prozent der Betriebe die hohen Energiepreise als größte Herausforderung für die kommenden zwölf Monate. „Die Situation ist alarmierend! Unsere Betriebe sehen sich gezwungen, die enormen Kosten an ihre Kundinnen und Kunden ganz oder zumindest teilweise weiterzugeben. Doch aufgrund der hohen Inflation sinkt die Kaufkraft. Wir befinden uns in einer Abwärtsspirale“, ist Mandl überzeugt.

"Mehr Zug zum Tor"

Vor einem Monat wurden beim „Kärntner Energiegipfel“ Weichen, wie etwa die Verfahrensbeschleunigung und Einrichtung einer Taskforce, gestellt. „Leider lässt die Einführung der Taskforce auf sich warten. Das wäre gerade jetzt dringend notwendig, denn diese Expertengruppe würde den zuständigen Fachabteilungen des Landes Kärnten zu einzelnen Projekt-Vorprüfungen als beratendes Service zur Verfügung stehen“, hält Wirtschaftskammerpräsident Mandl fest. Aber nicht nur vom Land Kärnten, auch von der Bundesregierung erwartet Mandl mehr Zug zum Tor. Eine rasche Strompreiskompensation und ein ausreichender Zuschuss für energieintensive Betriebe stehe ganz oben auf der Liste der Forderungen.