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437.421 Menschen ohne Job"Zigtausende offene Stellen", aber Arbeitslosigkeit steigt

Im Vergleich zur Vorwoche sind um 12.521 mehr Menschen arbeitslos, insgesamt sind es derzeit 437.421 Personen in Österreich. Arbeitsministerin Aschbacher appellierte an Unternehmen, Mitarbeiter nicht zu kündigen. An Arbeitssuchende richtete sie die Aufforderung, sich auf offene Stellen zu bewerben.

Die Ministerinnen Schramböck (links) und Aschbacher
Die Ministerinnen Schramböck (links) und Aschbacher © APA/Helmut Fohringer
 

Der Lockdown hat weiterhin deutliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosigkeit ist im Vergleich zur Vorwoche um 12.521 Personen gestiegen, derzeit sind 437.421 Personen ohne Job. In Kurzarbeit sind 132.984 Menschen. Bis Jahresende wird die Arbeitslosigkeit wohl auf 500.000 steigen. Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) ortet trotzdem einen "dynamischen Arbeitsmarkt" und verwies bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Wien auf "zigtausende" offene Stellen.

Von den Personen ohne Job sind 370.981 arbeitslos beim AMS vorgemerkt und 66.440 in Schulung. Die Corona-Arbeitslosigkeit, also der krisenbedingte Abstand zum Vorjahr, beträgt 79.000 Personen. Bis Jahresende sei zu erwarten, dass die krisenbedingte Arbeitslosigkeit um 20.000 Arbeitssuchende ansteige, so das Arbeitsministerium.

"Bewerben Sie sich"

Die Arbeitslosen sollten sich auf offene Stellen bewerben, etwa im Contact Tracing, oder in der Administration von Pflegeheimen. "Bewerben Sie sich", appellierte Aschbacher. Es würden gerade in versorgungskritischen Bereichen neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht. Die "Corona-Joboffensive" des AMS sei die größte Arbeitsmarktoffensive der Zweiten Republik.

Aschbacher appellierte an alle Unternehmen, die von Schließungen oder von Umsatzrückgängen betroffen sind, ihre Mitarbeiter nicht zu kündigen sondern in Kurzarbeit zu schicken. Betriebe mit Kurzarbeit sollten ihre Belegschaft weiterbilden, etwa mit Online-Kursen zur Digitalisierung oder mit Sprachkursen in der geschlossenen Hotellerie. Bis 20. November können vom Lockdown betroffene Betriebe noch rückwirkend Anträge auf Null Prozent Kurzarbeit stellen. Vorerst halten sich die Unternehmen noch zurück, im Oktober und Anfang November seien nur 15.844 Kurzarbeits-Anträge eingelangt. Das Ministerium geht aber davon aus, dass bei der Kurzarbeit noch eine höhere Nachfrage folgt.

"Wir brauchen Lawinenschutz"

Auf die positive Entwicklung an den Börsen nach den Fortschritten bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs verwies Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP). "Es geht steil bergauf, sobald der Impfstoff da ist". Erfreulich sei auch, dass ein österreichisches Unternehmen, die Firma Polymun in Klosterneuburg, einen starken Beitrag bei der Bekämpfung des Coronavirus leiste. Das Unternehmen sei durch die österreichische Forschungsförderung unterstützt worden und zeige, wie Grundlagenforschung direkt in Impfstoffe umgesetzt werden könne.

"Derzeit stecken wir leider noch mitten in der Pandemie", sagte Schramböck. Die Impfungen seien mit einem rollenden Schneeball zu vergleichen, der zur Lawine werde. "Wir brauchen Lawinenschutz", zog die Tirolerin einen bildhaften Vergleich. Bis ein Impfstoff da sei, gelte es die Beschränkungen im Lockdown zu beachten und genau einzuhalten. Am Wochenende würden die bisher verhängten Maßnahmen evaluiert, davor wollten die beiden Ministerinnen nicht über allfällig notwendige neue Maßnahmen spekulieren. Erneut lobte Schramböck die Effizienz der österreichischen Hilfszahlungen, Österreich sei hier weit schneller als Deutschland.

Das Weihnachtsgeld, das in vielen Unternehmen Ende November fällig wird, müsse ausbezahlt und dann auch konsumiert werden, appellierten beide Ministerinnen. Mit dem Geld für die Kurzarbeit seien immer auch anteilig die Sondergeldzahlungen geleistet worden, daher müssten auch diese Unternehmen das Weihnachtsgeld zusammenbekommen. Dass die Geschäfte jetzt spätestens um 19 Uhr die Türen schließen sei eine Sozialpartnervereinbarung im Handel, damit alle rechtzeitig vor dem Beginn des Lockdown um 20 Uhr nach Hause kommen, erläuterte Schramböck.

Kommentare (6)
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pregwerner
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Was ist Arbeit?

Gerade im "Altenpflegebereich" sollten bestmöglich ausschließlich Menschen arbeiten "wollen", welche ältere Menschen wirklich mögen und ein aufrichtiges Herz für deren Gebrechlichkeiten und Situation haben!

Als nun eine "Notsituation" dafür zu nutzen Leute in Job's zu verleiten, welchen diese in keiner Weise anstreben.

Was glauben Sie was das für Betriebsklima und z. B. den Klienten im Altersheim bedeutet, wenn da Leute hinkommen, welche überhaupt kein Interesse an solchen Job's haben. Nur weil gerade woanders nichts frei war, oder vom AMS gezwungen wurde!

Zudem halten diese Personen dort wohl ohnehin nicht lange durch.

Der Appell geht daher aus meiner Sicht in die völlig falsche Richtung!

Ich meine, es wäre viel besser und längst an der Zeit viel mehr für Arbeitsplatzqualität, faire Bezahlungen bei fairen Bedingungen sowie ebenso die achtenswerte Anerkennung dieser Tätigkeiten in der Gesellschaft zu fördern!

So dass Menschen sich mit entsprechenden Berufssituationen besser identifizieren können!

SANDOKAN13
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Mit mitte 50

sehr gut ausgebildet kannst Nobelpreisträger sein, findest keinen Job mehr!

Heidrun42
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Dir arbeitssuchenden

...Menschen müssen sich sowieso überall bewerben, wo Ihnen Stellen zugewiesen werden, das muss man in der Betreuungsvereinbarung unterschreiben. Hinterungsgründe sind allenfalls Betreuungspflichten.
Da braucht es keine Ministerin die in ihrer Blase lebt.

samro
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bitte

sage sie uns doch ach wie sich manche bewerben gehn: lieber chef sie wollen keine probleme und ich auch nicht also lassen wirs gut sein!
woher gibt es freie stellen wenn es nur arbeitssuchende und willige gibt?

wintis_kleine
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@samro,@heidrun

Leider ist es aber auch für Unternehmer nicht so einfach.
Wir suchen Reinigungskräfte, (vollzeit) im Tagesdienst, Verkaufskräfte Teilzeit, KinderbetreuerInnen in Teilzeit usw. und erhalten kaum Bewerbungen, obwohl wir brachenübliche Löhne zahlen und teilweise auch deutlich darüber. - Aber leider fehlt eben oft auch der WILLE dazu 30-40 Std. pro Woche arbeiten zu gehen, wenn man in der Arbeitslosigkeit mit einer zusätzlichen geringfügigen Beschäftigung gleich viel netto erhält. (Natürlich ohne Pensionsversicherung, Al Versicherung, etc.)
Es ist ja verständlich, aber das System ist grundlegend falsch und das Signal an die jungen aber auch nicht mehr so jungen Leute ist verherend.

samro
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gebe ihnen recht

dazu satz eines 20 jaehrigen: mit arbeit kann man nicht reich werden.
ja was schwebt einem denn dann vor?