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Kanzler KurzTreffen mit Tim Cook: Apple plant 300 neue Jobs in Österreich

Bei einem Treffen in Zürich soll Apple-Chef Tim Cook Kanzler Sebastian Kurz die Schaffung von 300 zusätzlichen Jobs in Österreich zugesagt haben. Und zwar in der Modemsparte von Intel, die Apple 2019 gekauft hat.

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Sebastian Kurz, Tim Cook © APA/BKA/ARNO MELICHAREK
 

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ist am Donnerstagnachmittag in Zürich mit Apple-Chef Tim Cook zusammengetroffen. Anschließend gab Kurz bekannt, dass der IT-Riese im Bereich der Modementwicklung für Smartphones "300 zusätzliche Arbeitsplätze" in Österreich schaffen wolle. Von Apple gab es dafür zunächst keine offizielle Bestätigung.

Konkret geht es um die Modemsparte von Intel, die Apple im Vorjahr gekauft hat. Mit der Übernahme hatten Intel und Apple im vergangenen Jahr Patentstreitigkeiten beigelegt. Im Zuge der milliardenschweren Transaktion wechselten 2.200 Intel-Mitarbeiter zu Apple. Kurz zeigte sich nach dem Treffen am Flughafen Zürich erfreut über die Ankündigung und sprach von einer "weiteren Stärkung unseres Standortes".

Linzer Intel-Tochter DCME

Offenbar handelt es sich um die Linzer Intel-Tochter DCME, bei der an leistungsstarken Chips für die Internetverbindung von Smartphones geforscht wird. Wegen des Konflikts zwischen Apple und Intel wackelten dort im Vorjahr 200 Jobs. Bereits im Dezember hatten die "Oberösterreichischen Nachrichten" berichtet, dass Apple "unter größter Geheimhaltung" 280 Forscher in Linz-Urfahr übernommen habe.

Kurz hatte sich um das Treffen mit Cook bemüht, weil dieser einen "globalen Überblick" habe und wisse, "was es braucht, um in dieser neuen Welt des 21. Jahrhunderts wirtschaftlich erfolgreich zu sein", sagte der Kanzler der APA. Viele seiner eigenen Ideen und Maßnahmen "kommen genau aus Gesprächen wie diesen".

Kurz schwärmt

"Es gibt kaum einen anderen CEO, der so einen geballten Überblick hat wie Tim Cook", sagte Kurz. Mit dem Apple-Chef, den er zuletzt im vergangenen Sommer in Kalifornien getroffen hatte, sprach Kurz über die neuesten technologischen Entwicklungen. Eine "Riesenrevolution" werde etwa das Thema "Augmented Reality" (z.B. das Einblenden von Informationen auf Brillen) sein. Eine "massive Veränderung" werde es auch im Bereich künstliche Intelligenz geben.

Cook - der ein bekennender Fitness-Fanatiker ist - sprach laut Kurz auch über die Möglichkeiten im Bereich Gesundheit. Durch dauernde Aufzeichnungen etwa über Smartwatches gebe es "neue Möglichkeiten, Krankheiten frühzeitig zu erkennen, vorzubeuten, gesünder oder gesundheitsbewusster zu leben", sagte der Kanzler. Auf die Frage nach der Datenschutzproblematik sagte Kurz, dass Apple davon weniger betroffen sei, weil es anders als andere Unternehmen keine Daten verkaufe.

Kein Vorbild für Österreich

Kurz sagte, dass das Silicon Valley nicht nur ein Beispiel für Innovation sei, "sondern auch im negativen Sinne, wie stark die Spaltung der Gesellschaft hier sein kann". "Es sind dort Internet-Milliardäre und Obdachlose gleichzeitig und auf engstem Raum gemeinsam lebend", sagte der Kanzler mit Blick auf die nordkalifornische Heimat von IT-Riesen wie Apple und Google. Dieses Modell wolle man nicht für Österreich, das dennoch "Fortschrittsgewinner" sein wolle, indem es die stattfindende Veränderung nicht leugne, sondern ernst nehme.

Kein Wort zur Digitalsteuer

"Kein Thema" sei in dem Gespräch die Digitalsteuer gewesen, sagte Kurz. Zum Missfallen der US-Regierung, aber auch großer Konzerne wie Apple, wollen Österreich, Frankreich und weitere Staaten die IT-Riesen stärker besteuern. Der französische Finanzminister Bruno Le Maire gab aber am Mittwoch nach einem Treffen mit seinem US-Kollegen Steven Mnuchin die vorläufige Beilegung des Konflikts bekannt.

Sagenhafte Gewinne

Apple zählt zu den wertvollsten Unternehmen der Welt, steht aber wegen Steuervermeidungsmodellen in Europa in der Kritik. Dank brummender Geschäfte weiß der iPhone-Hersteller seit Jahren buchstäblich nicht, wohin mit seinem Geld. Im letzten Geschäftsjahr machte Apple 55,3 Milliarden Dollar (49,51 Mrd. Euro) Gewinn. Damit ließen sich praktisch die Altersbezüge aller 2,4 Millionen Pensionisten in Österreich zahlen. Das macht Apple natürlich nicht, sondern kauft stattdessen eigene Aktien, um seinen Wert an der Börse zu steigern. Von 2012 bis 2019 investierte Apple mit 271,3 Milliarden Dollar (242,9 Mrd. Euro) in sich selbst mehr als der österreichische Staat in einem Jahr an Steuern einnimmt.

Kurz in Davos

Nach dem Treffen mit Cook reiste Kurz in den Ostschweizer Skiort Davos, wo er bis Freitagnachmittag am Weltwirtschaftsforum (WEF) teilnehmen wird. Auf der Gesprächsliste stehen dabei vor allem Wirtschaftskapitäne, konkret die Chefs von ABB (Peter Voser), McKinsey (Kevin Sneader), Novartis (Vasant Narasimhan) sowie der Datenanalysefirma Palantir (Alex Karp).

"Ich nutze traditionell Davos für Termine mit Wirtschaftsverantwortlichen, die man sonst nicht trifft", sagte Kurz zur Erläuterung. Er habe nämlich die Erfahrung gemacht, "dass der Kontakt zu denen auch gut ist für Investitionen in Österreich", nannte der Kanzler konkret ABB in Oberösterreich. Auf die Frage, ob er auch gerne die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg treffen würde, sagte Kurz: "Ich bin mit meinen Terminen sehr zufrieden."

Kommentare (5)

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X22
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Gut gelaunt

schaut bei Tim Cook etwas anders aus und nach dem Artikel und die Preisgabe der Anhimmelung von Kurzens Seite, könnte ich mir fast vorstellen was er denkt, "nicht schon wieder das Hasenzahndi", natürlich wirds nicht stimmen, das Bild verleitet halt ein wenig dazu.
Interessant finde ich die Querverbindung zwischen den angeblich 300 Jobs, desen Verkündigung eigentlich den Konzernverantwortlichen obliegt und nicht einem Regierungschef, der sich damit nur beweihräuchern will, dazu passt meiner Meinung auch der Absatz über die Reise nach Davos. "Schaut her wie gut ich bin", andere dagegen leisten vorher etwas und legen die Resultate auf den Tisch und nicht umgekehrt.

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Gedankenspiele
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"Ich bin mit meinen Terminen sehr zufrieden."

Klar, Kurz ist zufrieden wenn er bei großen Firmen (potentielle zukünftige Arbeitgeber von Kurz) Gesprächstermine bekommen hat.
Das Klima ist schließlich das Thema der Grünen und geht die ÖVP und deren Wähler schließlich gar nichts an.
Das Klima müssen die anderen retten (vorzugsweise die Armen).

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Gedankenspiele
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Kurz gemeinsam mit seinem zukünftigen Arbeitgeber.

Hatte Kurz wieder ein geheimes Treffen mit dem Apple-Chef?
Beim letzten Besuch von Kurz in Kalifornien gabs schließlich auch ein Stillschweigeabkommen über die Inhalte des Treffens und das obwohl Kurz nicht als Privatperson den Apple-Chef getroffen hatte.

Vielleicht hatte Kurz mit Cook auch über seine persönliche Zukunft gesprochen. Zutrauen würde ich Kurz das allemal.

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Lodengrün
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Was sollte

er bei diesem Konzern machen. Er hat nichts studiert, ist nirgends Fachmann. Netzwerker drängt sich auf nur ich denke die Leute die für Ihr Geschäft wichtig sind haben sie bereits im Boot.

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Gedankenspiele
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Es gibt viele Konzerne, die...

...Politiker (aller Parteien) aufgrund ihrer vielen Kontakte "sammeln". Diese können dann für die Konzerninteressen Lobbyarbeit betreiben.

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