Kampf spitzt sich zuApothekerkammer klagt Online-Marktführer Shop-Apotheke.at

Die Österreichische Apothekerkammer wirft der Online-Apotheke "Shop Apotheke" Irreführung der heimischen Konsumenten vor.

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Auch der Handel mit Medikamenten verlagert sich auf digitale Plattformen
Auch der Handel mit Medikamenten verlagert sich auf digitale Plattformen © Fotolia
 

Aus Sicht der Kammer kennzeichnet das niederländische Unternehmen "Shop Apotheke" zu wenig, keine österreichische Apotheke zu sein, berichtete "Der Standard" am Donnerstag.

Eine entsprechende Klage nach dem Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb wurde bereits im März am Wiener Landesgericht für Zivilrechtssachen eingebracht, bestätigte ein Sprecher der Apothekerkammer auf APA-Anfrage. Eine Entscheidung des Gerichts ist noch ausständig.

Da Arzneien sensible Ware seien, sei für viele Kunden die österreichische Herkunft eines Händlers kaufentscheidend, wird ein Jurist der Apothekerkammer in "Standard"-Bericht zitiert. In einer der APA übermittelten Stellungnahme kritisiert die Apothekerkammer außerdem, dass Einkäufe bei der "Shop Apotheke" nicht der heimischen Wirtschaft zugute kämen - weil es sich eben um ein niederländisches Unternehmen handle.

"Servus bei Shop-Apotheke.at"

Auf ihrer österreichischen Webpräsenz bezeichnet sich die "Shop Apotheke" als "Online-Apotheke für Österreich", bei der Österreich-Hotline des Unternehmens wird man mit "Servus und herzlich willkommen bei Shop-Apotheke.at" begrüßt. Im Impressum ist der Firmensitz der "Shop-Apotheke B.V." im niederländischen Venlo ausgewiesen. Diese ist eine 100-Prozent-Tochter der in Frankfurt börsennotierten "Shop Apotheke Europe". Die Kommunikationsabteilung des Unternehmens wollte auf Anfrage der APA keine Stellungnahme abgeben. "Shop Apotheke" ist 2012 in den österreichischen Markt eingestiegen und mittlerweile Marktführer in Österreich.

Nicht verbessern dürfte das schwierige Verhältnis zwischen stationären und Online-Apotheken auch ein zweiter Konflikt, über den ebenfalls "Der Standard" berichtete. Vamida - die zweitgrößte Online-Apotheke am österreichischen Markt mit Sitz in Brünn - wirft wichtigen Pharmalieferanten vor, zwischen April und Juli Preise für Versandhändler um drei bis vier Prozent erhöht zu haben - und zwar auf Druck der niedergelassenen Apotheker, wie Unternehmenschef Marco Vitula vermutet.

Die stationären Apotheken hätten gedroht, ihren Einkauf andernfalls zu reduzieren, will der Vamida-Chef von Außendienstmitarbeitern der Pharmaindustrie erfahren haben. Die Apothekerkammer wies den Vorwurf zurück. Rechtliche Schritte will Vamida keine einleiten.

Kommentare (7)
Scaurus
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Gleich mal anschauen

Wenn sie mir dort kein zusätzliches homöopathisches Mittelchen andrehen wollen, ist das ein eindeutiger Vorteil gegenüber meiner lokalen Apotheke.

7WNL3EVD3W82Y4F4
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Billiger ...

Ich verstehe natürlich alle, die aus Kostengründen im Netz einkaufen, es geht um schwer verdientes Geld. Der Zeitaufwand nicht im Internet einzukaufen ist deutlich höher, kompetente Beratung beim Handel vor Ort gibt es kaum noch und viele Dinge kriegt man erst gar nicht mehr.
Aber die Konsequenz ist fatal, wir vernichten damit eben auch unsere eigenen Arbeitsplätze. Versandhandel in Irland, Softwareschmieden in Indien, Bekleidungsindustrie in Vietnam, Gemüseproduktion in Nordafrika, ...
Apothekennotdienst in der Nacht oder am Wochenende/Feiertag? Das verschwindet halt dann auch sukzessive ....
"Geiz ist geil" wird für unsere Kinder wohl weniger geil und teuer werden ...

kreima
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Fast alle Menschen müssen sparen

und schauen wieviel im Geldbörserl übrigbleibt. Ich bestelle schon jahrelang bei Vamida bzw. Shop-Apotheke. Auch hier zahlt sich ein Vergleich aus.
Ich arbeite viel um meinen Gehalt zu bekommen und da schau ich auch drauf, wo kann ich einsparen.
Auch Apotheken werden umdenken müssen, so ging es bereits vor Jahrzehnten den "Greißlern" und schon seit Jahren auch dem Fachhandel - auch hier wird ja in Baumärkten oder Fachzentren oder Online bestellt. Wer kauft eine Wasser-Armatur beim Installateur, wenn ich diese im Baumarkt von ähnlicher Qualität bekomme, aber viel billiger!

lucie24
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Um mindestens ein Drittel billiger

Shopapotheke.at ist um mindestens 33% günstiger als meine (ehemalige) Hausapotheke. Darum bestelle ich dort - nicht weil ich glaube, dass es eine österreichische Firma ist!

CuiBono
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Ein kurzer Blick

und Eintritt durch die Türe irgendeiner x-beliebigen Apotheke offenbart in der Regel die Einstellung der Inhaber/Betreiber und das Geschäftsmodell.

Offensichtlich glauben Apothekenbetreiber immer noch, eine Lizenz zum "Gelddrucken" zu haben.

Nachdem das aufgrund des Kostendrucks der diversen Kassen und dem Drang zu Generica nicht mehr so richtig funktioniert, werden die Apotheken schon seit etlichen Jahren mit rezeptfreien Medikamenten und Nahrungszusatz- und Ergänzungsmitteln sowie Kosmetika voll gestopft.

Alles großteils wirkungslos bzw. keinerlei positive Wirkung (trotz grenzenlosen Werbungsheilversprechen) wissenschaftlich nachgewiesen, auf jeden Fall aber grenzenlos überteuert.
Das Angebot reicht von Urgesteinsmehl (wie für den Hausgarten) angeblich gegen die Nachwirkungen von zuviel Alkoholgenuss bis zu "Vulkanmaterial Zeolith-Klinoptilolith in Kapsel- und Pulverform" eines u.a. Eishockeymannschaft-Sponsors.
Wohlgemerkt: all dieses Glumpert gibt es auch in Internetapotheken, nur halt ein wenig kostengünstiger. Wollen halt auch ein wenig mitschneiden, die Ärmsten.

Kein Unterschied zum Mittelalter.
Die Österreicher sind lernresistent.
Ein klein wenig Heilversprechen und sie öffnen ihre Portemonnaies.

Also hat wohl alles seine Richtigkeit und Berechtigung, oder?!

AIRAM123
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Heuer war ich mal länger krank

... und bekam alles möglich an Nebenprodukten vom Arzt empfohlen und aufgeschrieben. Alles selber zu zahlen. Fast 100€
Da hab ich das erste mal auf Shopapotheke nachgeschaut. Diese Artikel kosteten dort 55€
Da hört sich die Solidarität mit den Apotheken dann aber auch wirklich auf.

duesentrieb1
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Die Apotheken

werden sich halt in Zukunft auch darauf einstellen müssen, nicht mehr jeden Fantasiebetrag für x-beliebige Arzneien verlangen zu können. Die sind zum Teil schon sehr unverschämt.