Die zweite Handelswoche des neuen Jahres endete in Europa wie die erste - mit deutlichen Verlusten. Die europäischen Leitbörsen haben am Freitag einheitlich im tiefroten Bereich geschlossen. Der Euro-Stoxx-50 rasselte um 71,52 Einheiten oder 2,37 Prozent auf 2.952,48 Zähler nach unten. Bereits am Vortag hatte er 1,6 Prozent verloren. Seit Anfang des Jahres ist er über neuneinhalb Prozent gefallen.

Die nicht enden wollende Talfahrt der Ölpreise und enttäuscht aufgenommene US-Konjunkturdaten haben auch dem Wiener Leitindex ATX den Wochenschluss verhagelt. Der ATX fiel 56,74 Punkte oder 2,61 Prozent auf 2.113,16 Einheiten. Auch der DAX in Frankfurt schloss mit einem Kursrutsch von 2,54 Prozent bei 9.545,27 Punkten und damit so tief wie zuletzt Anfang Oktober. 

Ölpreisverfall

Neuerlich klare Abschläge an den chinesischen Börsen und weiter fallende Ölpreise haben schon im Frühhandel für Verunsicherung unter den Anlegern gesorgt. Der Shanghai Composite hat am Freitag über 3,5 Prozent verloren. Die Ölpreise wiederum fielen erneut unter 30 Dollar. Im Tagesverlauf stieg der Euro dann klar über 1,09 Dollar, was die Stimmung zusätzlich belastete. Ein stärkerer Euro verteuert Produkte von im Euroraum beheimateten Unternehmen außerhalb der Währungszone.

Am Nachmittag ließen enttäuschende Konjunkturdaten aus der US-Industrie die europäischen Börsen dann vollends abrutschen. So hat sich die als wichtiger Frühindikator geltende Stimmung in der Industrie des Bundesstaats New York im Jänner unerwartet und zudem vergleichsweise stark eingetrübt. Das entsprechende Barometer Empire-State-Index ist auf den tiefsten Wert seit März 2009 gefallen. Analysten hatten hingegen einen Anstieg prognostiziert. Außerdem wurde bekannt, dass die Industrieproduktion in den gesamten USA im Dezember stärker gefallen ist als am Markt erwartet.

Keine Verbesserung in Sicht

Die europäischen Aktienmärkte hatten bereits vor der schwachen Eröffnung in New York klar im Minus notiert. "Die Lage an den Börsen bleibt angespannt und es ist keine nachhaltige Verbesserung der Stimmung in Sicht", kommentierte der Analyst Joachen Stanzl von CMC Markets die Kursschwäche.

Mehrere Belastungsfaktoren wurden am Markt genannt: So hält die Talfahrt der Ölpreise unvermindert an. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete am Nachmittag deutlich unter 30 Dollar und damit über vier Prozent weniger als am Vortag. Gleichzeitig hat der Euro im Tagesverlauf spürbar zugelegt und die Marke von 1,09 Dollar übersprungen. Ein stärkerer Euro verteuerte Produkte von im Euroraum beheimateten Unternehmen außerhalb der Währungszone.

Dazu kommt, dass sich an den chinesischen Börsen weiter keine Beruhigung abzeichnet. Der Shanghai Composite hat am Freitag neuerlich über 3,5 Prozent verloren. Seit Anfang des Jahres hat der wichtige chinesische Aktienindex insgesamt bereits über 18 Prozent eingebüßt.