Bei der Belegschaft von Lyoness ist die Verunsicherung groß. Im Mai wurde ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm angekündigt. 80 Mitarbeiter würden ihren Job verlieren. Doch bereits Mitte Juni sind die Büros vereinsamt. Aus dem Mitarbeiterkreis ist zu hören, dass deutlich mehr Menschen ihren Job verlieren dürften, als angekündigt. Nahezu jede Abteilung sei halbiert worden, wird erzählt. 120 Mitarbeiter sollen bereits freigestellt worden sein.

Die Mitarbeiter wurden bei vollen Bezügen nach Hause geschickt. In einem Schreiben, das der Kleinen Zeitung vorliegt, wird den Mitarbeitern nahegelegt, „sich vorsichtshalber auf die Suche nach einer neuen Anstellung zu begeben“.“ Sollte kurzfristig ein neuer Job gefunden werden, wäre man zur Auflösung des Dienstverhältnisses bereit. Den übrigen Betroffenen werde die Kündigung am 30. Juni zugestellt, sei den Mitarbeitern gesagt worden.

Lyoness dementiert höheren Stellenabbau

Das Unternehmen dementierte die Zahl am Donnerstag, sprach aber von einem umfassenden Restrukturierungsprozess. Bis Ende Juni sollen - wie bisher kommuniziert - gut 80 Mitarbeiter ihre Kündigung erhalten.

Sponsorverträge

Was den Betroffenen zusätzlich sauer aufstößt: Am Montag soll ein Sponsorvertrag mit dem Fußballbundesligisten Rapid präsentiert werden - die kolportierte Höhe: eine Million Euro. Auch die Verträge zum Lyoness Open Golfturnier in Niederösterreich seien verlängert worden. Das Preisgeld sie auf 1,5 Millionen Euro erhöht worden. „Muss eine Firma Kündigungen nicht mit der wirtschaftlichen Lage begründen“, fragt man sich unter den Freigestellten. Die Antwort: Unternehmen können sich jederzeit von Mitarbeitern trennen, ohne den Schritt begründen zu müssen.

ROMAN VILGUT