AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Kärnten steigt ein

Neustart bei Joanneum Research

Der holländische Partner TNO verlässt die steirische Forschungsfirma. Als Ersatz wird das Land Kärnten mit 15 Prozent einsteigen. Am Wörthersee soll ein Robotik-Institut entstehen. Von Ernst Sittinger und Astrid Jäger

Im Lakeside Park am Wörthersee entsteht ein neues Joanneum-Institut für Robotik
Im Lakeside Park am Wörthersee entsteht ein neues Joanneum-Institut für Robotik © Markus Traussnig
 

Zehn Jahre hat die Zusammenarbeit von Joanneum Research (JR) mit der rund 15-mal größeren holländischen Forschungsfirma TNO gedauert. Doch die Niederländer stehen finanziell unter Druck und geben europaweit Beteiligungen ab. Nun geben sie auch den Zehn-Prozent-Anteil an JR zurück. Denn die anfangs gehegten Hoffnungen haben sich ohnehin nie wirklich erfüllt, gemeinsam mit JR die südosteuropäische Forschungslandschaft zu erobern.

Doch das Land Steiermark hat bereits einen neuen Partner an der Hand: Wie die Kleine Zeitung exklusiv in Erfahrung brachte, steigt das Land Kärnten über seine Betriebsansiedelungs- und Beteiligungsgesellschaft (Babeg) bei JR ein. Das soll heute, Dienstag, in der Kärntner Landesregierung beschlossen werden. Für kommenden Donnerstag ist die steirisch-kärntnerische Vertragsunterzeichnung geplant.

Der Kärntner Anteil wird nicht wie bei TNO zehn Prozent betragen, sondern auf 15 Prozent aufgestockt. Konkret legt Kärnten für die JR-Beteiligung 4,5 Millionen Euro auf den Tisch. Der Großteil davon wird in Form eines noch zu bauenden Gebäudes erbracht, das im Lakeside Science & Technology Park am Wörthersee geplant ist. Dort soll im Rahmen einer Forschungskooperation ein federführendes Institut für Robotik entstehen – für JR das sechste Institut neben den bestehenden fünf Forschungszentren. Diese bespielen die Themen Digital, Health, Materials, Resources und Policies, es gibt also teils gute Optionen für enge Zusammenarbeit.

"Forschungspartnerschaft Süd"

Landesrat Christopher Drexler sieht eine "Forschungspartnerschaft Süd" entstehen.
Für das Land Steiermark, das jährlich 7,5 Millionen Euro Basissubvention an JR zahlt, ergibt sich auch eine finanzielle Verbesserung. Denn anders als TNO werden die Kärntner zusätzlich rund 1,3 Millionen Euro pro Jahr beisteuern.

JR-Geschäftsführer Wolfgang Pribyl beschreibt die geplanten Forschungsvorhaben so: "Wir werden im Bereich ,collaborative robotics‘ arbeiten, also an der Schnittstelle zwischen Mensch und Roboter." Angst vor einer Provinzialisierung als Folge des Holländer-Abgangs hat Pribyl nicht: Man werde mit ähnlichen Instituten in Slowenien und der Schweiz sowie auch weiterhin mit den Niederländern zusammenarbeiten.
Babeg-Geschäftsführer Hans Schönegger sieht eine "perfekte Ergänzung" für die Kärntner Forschungslandschaft: "Diese Beteiligung ist das Beste, was uns passieren konnte."

Kommentare (4)

Kommentieren
unav8jn60nslgg1jw7q3y2evnvs76vkq
0
0
Lesenswert?

Land Kärnten als Partner? Na seavas ...
Kann nur schiefgehen.
Bitte die Koralm wieder zubetonieren!

Antworten
v5h7gfrf6kdo5i2275ya7hstjudh8a99
1
1
Lesenswert?

ohjeh. mit kärnten sollte man aber keine geschäfte machen oder forschung betreiben

Antworten
4m85ajh5kshz4u2mllqti02uiij31w81
1
3
Lesenswert?

die steirische Forschungsfirma, der politischen Art ..:

Basissubventionen streichen und die Sache ist -auch für den Steuerzahler- gegessen!

"Denn die anfangs gehegten Hoffnungen haben sich ohnehin nie wirklich erfüllt, gemeinsam mit JR die südosteuropäische Forschungslandschaft zu erobern" - wie auch?

Antworten
Efried
0
2
Lesenswert?

Neugründung

Ja das Institut hat viele engagierte Forscher. Aber der politische Überbau kostet zu viel. Eine Neugründung wäre finanziell zu überlegen.
Besonders unfair ggü. privaten Forschern ist die Basisfinanzierung und das Netzwerk, mit dem Förderungen leichter abgeholt werden können...

Antworten