Dieses Gelb! Es ist dieses Gelb, das dieses Auto braucht. Kein anderes haben wir in unseren Testserien so oft verloren. Dabei ist der Aygo verschwindend klein, in Schrägparkplätzen tarnt er sich auf 3,78 Metern Länge und ist der rollende Beweis wie unsere Autos im direkten Vergleich in den letzten Jahren gewachsen sind, knappe 3,78 Meter lang, 1,52 Meter hoch. Ohne dieses Gelb, hätten wir ihn oft einfach übersehen.
Was schade ist. Denn der Aygo X ist ein kleiner SUV-Ableger, den man einfach in sein Herz schließen muss, ein SUV, der ins Stadtbild passt. Wobei: Auch Toyota kam nicht umhin ihn ein bissl „aufzublasen“. Damit das größere, aktuelle Hybrid-System überhaupt passt, musste der Aygo X auf die Streckbank (plus 76 mm).
Verantwortlich dafür ist natürlich in allererster Linie der 1,5-Liter-Verbrenner (91 PS), der mit dem E-Motor (81 PS) auf eine Systemleistung von 116 PS kommt. Anmerken muss man auch das Gewicht, 1090 leer, da kann unsereins wieder locker zunehmen. Jedes E-Auto kann davon nur träumen.
Geringere Verschleißerscheinungen beim Aygo X
Weniger Gewicht bedeutet auch geringere Verschleißerscheinungen (Reifen bis zum Fahrwerk). Und das neue Antriebssystem spielt sich mit dem Gewicht: 9,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h, um einige Sekunden schneller als beim Vorgänger, hoppla.
Der Aygo X gehört zur Spezies der Vollhybriden. Also: Die relativ kleine Batterie (1 kWh) kümmert sich in Allianz mit Verbrenner und E-Motor ums Fahrmanagement, es findet sich auch ein EV-Knöpferl, mit dem man kurze Strecken elektrisch fahren kann. Würden wir nur in einer Wohnanlage oder speziellen Situationen machen, sonst verliert man den Spareffekt.
Wie man den Sparefroh-Effekt am besten ausnützt
Und der ist gewaltig, vor allem in der Stadt. Natürlich muss man dabei einiges beherzigen: Weg vom Gas, rollen lassen, je höher der Stromeranteil (ein grünes EV-Zeichen taucht im Cockpit auf), desto größer der Sparefroheffekt. Echte Spezialisten bei dieser Fahrtechnik kommen auf über 70 Prozent im E-Modus, dann sinkt der Verbrauch dramatisch. Wichtig dabei: Nicht zu stark hochdrehen, wenn man auf Werte ganz knapp unter vier Liter kommen möchte, rund um 4,5 l sind locker und realistisch möglich. Klingt komplex, isses nicht, weil man nach einer Eingewöhnungsphase auf Autopilot umschaltet und alles ganz automatisch passiert. Wie das Wechselspiel zwischen Verbrenner und E-Motor.
Je höher man dreht, desto stärker belastet man das System. Reizt man den Kleinen auf der Autobahn, wird ein hoher 4er, oder ein niedriger 5er-Wert in der Verbrauchsstatistik stehen. Immer noch fein, aber spürbar mehr. Das lohnt sich nicht, fein funktioniert das System auch zwischen 80 und 100 km/h.
Toyota zeigt mit dem Hybridsystem wie gut der Standard inzwischen geworden ist, Virtuelle Schaltstufen (das Getriebe simuliert sozusagen Schaltpunkte) lassen den alten Gummibandeffekt und das Aufjaulen des Motors vergessen. Der Aygo X ist sowieso kein leises Auto, das tut dann gut, wenn nicht auch noch der Motor für eine zusätzliche Geräuschkulisse sorgt. Lauter wird’s nur, wenn man das Gaspedal durchtritt.
Hinten wird‘s im Aygo X eng, vorne ist selbst die Langstrecke locker drin
Platzmäßig fragt man sich freilich, wer auf der Rücksitzbank sitzen möchte, da wird’s bei der Beinfreiheit schon schön eng, da hilft auch keine Diät. Vorne sitzt man fein und gut, keine Beschwerden unsererseits, selbst eine Langstrecke in das Umfeld von Triest ist locker drin. Das Bordsystem (Cockpit/Bildschirm) ist einfach bis handlich, am Lenkrad kann man interagieren, der Travel Assist arbeitet brav bis vorwurfsvoll, wenn man die Spur verlässt. Gut so.
Für die GR-Version in unserem Test gilt außerdem: Ein modifiziertes Fahrwerk (straffere Dämpfer, fettere Stabis, kraftvollere Federn) sorgt für eine harte Note, da spürt man doch, wie schlecht viele Straßen geworden sind. Dafür kriegt man den Bonus, dass der Kleine einfach stabiler, satter auf der Straße liegt und man ganz ungeniert Kurven kratzen kann. Das ist schon ein spezieller Spaß und kostet freilich mehr. Muss man mögen. Wenn’s nur um den Verbrauch geht: Da bleibt man in der zivilen Version und holt sich nur dieses Gelb, bitte.