In wenigen Wochen begehen gläubige Christen den Höhepunkt im Kirchenjahr: Die Karwoche mit dem darauffolgenden Ostersonntag. Dabei wird der Leiden und der Auferstehung Jesu Christi gedacht. Kalvarienberge mit ihren Bildern oder Skulpturen laden gerade zur Osterzeit zu einem besinnlichen Spaziergang ein.

So etwa der Kalvarienberg bei St. Johann ob Hohenburg, wo die sehenswerte Kirche inmitten einer ausgedehnten Obstkultur auf einer Anhöhe liegt. Vier beeindruckende Sandsteinfiguren auf dem Weg zum Kirchlein, die aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammen, stellen Passionsszenen dar. Am Heiligen Berg bei Bärnbach mit seinem Karmel-Kloster findet der Spaziergänger neben vier Kapellen mit Passionsszenen am höchsten Punkt eine Kreuzgruppe.

Kalvarienberg bei St. Johann ob Hohenburg
Kalvarienberg bei St. Johann ob Hohenburg © Karl Mayer

Vierzehn Stationen in Maria Lankowitz

Von der Wallfahrtskirche Maria Lankowitz aus führt ein Kreuzweg mit seinen vierzehn Stationen bis hinauf zur Filialkirche St. Johann am Kirchberg. Dieses mit viel Liebe und Einfühlungsvermögen restaurierte Gotteshaus beherbergt eine zumindest für unsere Breiten seltene Kostbarkeit: eine Fastenkrippe. Was sonst auf den großen Kalvarienbergen in monumentaler Form gezeigt wird, wird hier in entsprechender Größe dem Beschauer vermittelt.

Mit dieser zusammengefassten Darstellung der Leiden Christi wurde den seinerzeit oft des Lesens unkundigen Gläubigen und Kirchenbesuchern das Geschehen und das Geheimnis der Osterzeit bildhaft vor Augen gebracht. Waren Fastenkrippen anfangs nur in Kirchen und Klöstern und da in entsprechender Größe anzutreffen, so fanden diese in handlicher Form ab dem späten 18. Jahrhundert Eingang in die Häuser. Besonders verbreitet ist diese Art der Krippen in Tirol und Bayern.

Eine der wenigen erhaltenen Fastenkrippen

Die Fastenkrippe in St. Johann am Kirchberg dürfte aus dem 19. Jahrhundert stammen. Die Szenen sind aus färbig bedrucktem Papier gefertigt, der Kasten mit der auf drei Ebenen dargestellten Leidensgeschichte Christi samt dem landschaftlichen Hintergrund wurde vermutlich von den seinerzeit in Maria Lankowitz wirkenden Ordensschwestern gefertigt. Nach Heimo Kaindl vom Diözesanmuseum Graz hat sich diese Fastenkrippe als eine der wenigen in der Steiermark beispielhaft erhalten.