800 Jahre Diözese Graz-Seckau4000 Besucher bei Jubiläumswoche in der Oststeiermark

Eine Woche lang beschäftigte man sich anlässlich des Diözesanjubiläums in der Oststeiermark mit der Frage "Was würdest du morgen zurücklassen?". 47 Programmpunkte lockten 4000 Besucher aus den Bezirken Weiz und Hartberg-Fürstenfeld in die Stadt Weiz.

Mehr als 2000 Kinder und Jugendliche besuchten die Veranstaltungswoche © Georg Stühlinger
 

Eine Woche lang wurden in Weiz im Rahmen des Jubiläums "800 Jahre Diözese Graz-Seckau" eine Bühne am Südtiroler Platz, das Kunsthaus, die K&K-Passage, der Hannes-Schwarz-Saal und die Basilika am Weizberg bespielt. Mit dem Pfingstgottesdienst am Pfingstsonntag ging die Veranstaltungswoche zu Ende.

Anlässlich des Diözesanjubiläums wird in jeder steirischen Region eine derartige Veranstaltungsreihe abgehalten. Die Frage, mit der sich die "Weizer Bühne", also die Veranstaltungsreihe der Region Osteiermark (Weiz und Hartberg-Fürstenfeld) beschäftigte, war "Was würdest du morgen zurücklassen?".

Bei den insgesamt 47 Programmpunkten der Woche konnten laut Angaben von Richard Sommersguter, Koordinator der Veranstaltungswoche, mehr als 2000 Kinder und Jugendliche (angemeldete Gruppen) und gut 2000 weitere aktive Teilnehmer begrüßt werden. Teil des Programms waren etwa Diskussionen mit Schauspieler Johannes Silberschneider, Tänzer Willi Gabalier, den Bischöfen Wilhelm Krautwaschl und Hermann Glettler; eine große Firmlingssozialaktion, Auftritte lokaler Bands und Musiker, ein Malprojekt und vieles mehr.

Rückblick auf die Veranstaltungswoche:

Samstagvormittag spielte die Theatergruppe von "Christina lebt" das Stück "Schon wieder Zeit für Momo. Regie führte Elfriede Scharf. Außerdem stellten sich der Weltladen Weiz und das Welthaus der Diözese vor.

Am Nachmittag trafen sich oststeirische Kirchenchöre, die am Abend auch die Pfingstvirgil und ein interreligiöses Friedensgebet in der Basilika am Weizberg mitgestalteten.

Das Programm am Südtiroler Platz beschlossen am Abend die Bands "Celebration Day" (Weiz), "Illumination" (Ratten) und "The Styrian Pumpkins" (Gleisdorf).

Weizer Bühne: Bilder vom sechsten Tag

Richard Sommersguter
Richard Sommersguter
Richard Sommersguter
Richard Sommersguter
Richard Sommersguter
Richard Sommersguter
Richard Sommersguter
1/7

Großes Fest und Firmlingssozialaktion

Der Freitag begann mit einer Aufführung des Schüler-Lehrer Projektes "Reli on Tour: Reloaded", die zweite und insgesamt letzte Aufführung des zwei Jahre andauernden Projekts fand dann gegen Mittag statt. Am Vormittag startete auch bereits das "Christina lebt"-Fest in der Europa-Allee.

Mit einer Modenschau startete man in den Nachmittag: Weizer Promis präsentierten Bekleidung aus dem Ella-Laden. Begleitet von der Big Band der Musikschule Weiz traten unter anderem Pfarrer Anton Herk-Pickl sowie die Bürgermeister Alois Breisler (Mortantsch), Erwin Eggenreich (Weiz) und Gottfried Heinz (Thannhausen) auf.

Später wurde beim Programmpunkt "Go(o)d Dancers" in "Evangelisationstänzen" mit Susanne Schabel dargestellt, wie sich das Böse bemüht, einen guten Menschen an sich zu ziehen – bis hin zu dessen Errettung und der Vernichtung des Bösen.

Weizer Bühne: Bilder vom fünften Tag

Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
1/24

Ab 15 Uhr betätigten sich außerdem 165 Firmlinge aus dem Pfarrverband in und um die Stadt Weiz sozial. Beispiele: Gemeinsamer Gottesdienst mit Altersheimbewohnern, Mithilfe auf einem Bauernhof, im Ella-Laden, im Weltladen, Fußball spielen und Schuhe putzen gegen freiwillige Spenden, die Bedürftigen zugute kommen usw. Pastoralassistent Christoph Doppelreiter hatte diese Sozialaktion initiiert.

Beim PfingsTalk diskutierten am Freitag Bischof Wilhelm Krautwaschl und der Theologe Paul M. Zulehner zum Thema „Untergang verwalten – Aufbruch gestalten“. Zulehner erklärte, man stehe aktuell vor großen Problemen in der Welt: Ökologiefrage, Armutsfrage und Gerechtigkeit,  Migration bzw. Flucht, Digitalisierung der Arbeitswelt. Angesichts dieser riesigen Probleme sei es geradezu lächerlich, sich um „innerkirchliche Kleinigkeiten“ schwerpunktartig zu kümmern.

Für Krautwaschl sei „die Begegnung mit den Menschen am wichtigsten, sie ist ein irrsinniges Geschenk!“. Ein Drittel des Diözesanbudgets gehe in soziale Projekte. Im Zuge dessen kündigte Krautwaschl auch an, dass man 100.000 Euro für die Abhaltung von Deutsch-Kursen für Migranten zur Verfügung stellen werde.

Zum Thema Priestermangel sprach sich Zulehner für „Viri probati" (verheiratete Männer als Ständige Diakone) aus. Man betrüge die Gläubigen, wenn es keine Messe gebe, weil kein Priester da sei, so Zulehner. Die Bischöfe müssten diese Not beheben.

Krautwaschl und Zulehner im Gespräch:

Am Abend fand das Firmlingsprojekt bei Musik und feurigen Worten von Bischof Krautwaschl seinen Abschluss.

Spirit, Rock and Bishop: Firmlinge feierten mit dem Bischof

Mehr als 200 Jugendliche, darunter 26 Firmgruppen mit 165 Firmlingen aus dem Pfarrverband Weiz, kamen zum "Spirit, Rock and Bishop" Fest.

Herwig Heran

Auf dem Südtirolerplatz fand ein stimmungsvoller Ausklang des "Arbeitstages" der Firmlinge statt, die dort herzlich vom Bischof Wilhelm Krautwaschl begrüßt wurden.

Herwig Heran

Auf der Festbühne spielten "N4J" - Notes for Jesus - und Singgruppen aus der Pfarre.

Herwig Heran

Bischof Krautwaschl wurde vom Pastoralassistenten Christoph Doppelreiter auf die Bühne gebeten...

Herwig Heran

...auf der auch Firmlinge über ihre Tagesarbeit im Rahmen des Sozialprojekes berichteten.

Herwig Heran

Gemeinsam mit den Jugendlichen lauschte auch Bischof Krautwaschl den musikalischen Darbietungen.

Herwig Heran

Ein Selfie mit dem Bischof.

Herwig Heran

Klicken Sie sich durch weitere Fotos vom Fest der Weizer Firmlinge mit dem Bischof.

Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
Herwig Heran
1/58

Hunderte Volksschüler feierten Gottesdienst, ORF-Korrespondentin sprach über Papst Franziskus

Am Donnerstagvormittag fand eine Sternwanderung der Volksschulen Weiz, Weizberg, Gutenberg, Peesen, Naas und St. Kathrein am Offenegg zum Südtiroler Platz statt, wo Pfarrer Anton Herk-Pickl mit den mehreren hundert Schülern einen pfingstlicher Wortgottesdienst feierte.

Anschließend präsentierte sich das Haus der Frauen aus St. Johann bei Herberstein sehr ausführlich mit einer Ausstellung, Klangmeditation, dem Singen "heilsamer Lieder" und meditativem Tanzen.

Der PfingsTalk fand zwischen der ORF-Rom-Korrespondentin Mathilde Schwabeneder und Fery Berger zum Thema: „Papst Franziskus – Mystiker und Reformator“ statt. Schwabeneder beschrieb Papst Franziskus als Menschen, der auf den Einzelnen zugehe, ihn wahrnehme und dabei keinerlei Berührungsängste habe. Er sei sehr spontan und kenne keine Angst: ein Dauerstress für die Sicherheitsleute. Franziskus sei sehr bescheiden und oft auch witzig – ganz anders als sein Vorgänger Benedikt.

Weizer Bühne: Bilder vom vierten Tag

Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
1/12

Franziskus sei offensichtlich ein unglaublich energiereicher Mensch – speziell auf seinen Reisen. So habe er z.B. anlässlich des damaligen Weltjugendtages ein enorm dichtes Programm durchgezogen. Nach fünf Tagen habe sein Pressesprecher zu den Journalisten die Bemerkung gemacht, er sei froh, dass die Reise nun zu Ende gehe, "sonst wären wir alle tot".

Das Gespräch von Schwabeneder und Berger zum Nachhören:

Am Abend führten Irta Briada, die Tratschweiber und die Altbauern das Kabarett "Pfarrgeschichten" auf. Musik: Flötenensemble der Musikschule Weiz.

Kinder zeigten Mülltrennung, Bischof Glettler im Gespräch

Am Mittwoch wurden im Zuge der Malwerkstatt wurden Fahnen gestaltet. Außerdem wurden die Pflastersteine in der K&K-Passage weiter bemalt. Christian Thosolds "Missa in Beat" wurde erneut aufgeführt - diesmal war die Aufführung aufgrund des Wetters am Südtiroler Platz möglich.

Die für ihre ökologischen Bemühungen bekannte Pfarre Dechantskirchen präsentierte sich und ihre Arbeit für Natur und Umwelt. Zunächst wurde durch Plakate und eine eindringliche „Predigt“ von Pfarrer Wolfgang Fank, der auf die Verantwortung gegenüber den Nachfolgegenerationen hinwies, die breite Palette der Umwelt-Anliegen der Pfarre erörtert.

Schulkinder unter der Leitung von Maria Knöbl stellten anschließend in einer Performance dar, welche Art von Müll in welche Mülltonne gehört.

Weizer Bühne: Bilder vom dritten Tag

Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
1/15

Der PfingsTalk am Mittwoch wurde live aus Innsbruck übertragen. Johannes Rauchenberger führte ein Gespräch zum Thema "Was würdest du morgen zurücklassen?" mit Bischof Hermann Glettler. Die Kirche müsse Menschen, die sich Sorgen um ihre Zukunft machen, ihre Ängste nehmen, so Glettler.

Außerdem solle sich die Kirche von überholten Dingen verabschieden, die heute keinen Bedeutung mehr haben. Statt Sitzungen, Papier und Konzepten solle man sich Zeit für die Menschen nehmen. Glettlers erster Auftrag als Bischof an jeden Seelsorger seiner Diözese: Einen Tag im Jahr mit Jugendlichen verbringen. Beim Thema Ehe für alle müsse man als Kirche sehr viel lernen - Homosexuelle gehen genauso in die Kirche.

 Das Gespräch mit Glettler aus Innsbruck:

Als letzten Programmpunkt gab es noch „starke Texte", gelesen von den oststeirischen Autoren und Autorinnen Franz Bergmann, Eva Malischnik und Andrea Sailer. Dazu spielte das "Innerberger Tubaquartett".

Peter Strasser und Andrea Sailer im Gespräch

Auch am Dienstag, dem zweiten Tag der Weizer Bühne des Diözesanjubiläums verhinderte der Regen den Programmablauf am Südtiroler Platz. Stattdessen fand die geplante Aufführung der „Missa in Beat“, der Musiklehrer Christian Thosold vor ca. 30 Jahren komponiert hatte, im Kunsthaus statt. Ausführende waren unter anderem Eddie Luis, Schülerinnen (Klassen 4a und 4b) und Lehrerinnen der Musik–NMS Weiz, ein Lehrer der Musikschule und Diakon Hannes Pscheidt.

Die für den Nachmittag am Südtiroler Platz geplanten Tänze fielen ins Wasser. In der K&K-Passage präsentierte die Caritas Oststeiermark ihr weitgestreutes Angebot (IDA - Integration durch Arbeit, Carla-Läden, der Weizer Ella-Laden, Bex - Beratung für Existenzsicherung usw.).

Weizer Bühne: Bilder vom zweiten Tag

Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
1/10

Einen Höhepunkt stellte wieder der PfingsTalk dar: Der Philosoph Peter Strasser und die Autorin Andrea Sailer diskutierten im Weberhaus, etwa über den Gauben an Gott, die Frage, was der Politik fehlt usw. Ihr fehle das Mitgefühl, so Strasser.

Das Gespräch von Strasser und Sailer:

 

Die weiteren Programmpunkte des Tages waren musisch geprägt: Auftritt der Trommelgruppe Weiz zu Gedichten der Mundartdichterin Elfi Groß, ein weiblicher Dreigesang, der Volkslieder präsentierte und schließlich die Gruppe "Vocalix goes Gospel".

 

Auftakt für Weizer Bühne mit Gabalier und Silberschneider

Am Montag wurde mit einer Malwerkstatt in der K&K-Passage die Weizer Bühne eröffnet. Herlinde Almer arbeitete mit Schulkindern – am Montag mit Schülern der VS Weiz – an einem Werk zum Thema Schöpfung auf der Pflasterung der Passage und auf großen Papierbögen.

Weizer Bühne: Bilder vom ersten Tag

Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
Georg Stühlinger
1/10

Wegen des Schlechtwetters sprach Claudia Gigler mit Manfred Prisching später dann nicht auf dem Südtiroler Platz, sondern im Hannes-Schwarz-Saal. Der Soziologe Prischnig strich etwa bei den beiden Religionen Christentum und Islam die „Ungleichzeitigkeit der Systeme“ heraus und verglich die Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten im 16. Jahrhundert mit jenen der Sunniten und Schiiten heute. Beim anschließenden, von Hannes Steinwender moderierten Diskussionsforum gab es rege Beteiligung, vor allem zum Thema Jugend.

Das Gespräch von Gigler und Prisching:

Ab 19 Uhr sprachen der Tänzer Willi Gabalier und der Schauspieler Johannes Silberschneider über ihre persönlichen Glaubenszugänge. Silberschneider antwortete auf die Frage, ob er einen Hang zum Bösen habe (auf viele seiner Rollen als Schauspieler gemünzt): Er habe alle Herausforderungen als Lebensaufgabe verstanden, „irgendeiner muss es ja machen“, und „alles, wovor man sich drückt, kommt verlässlich in ein paar Jahren wieder“. Gabalier auf die Frage nach einem Wort, das besondere Bedeutung für ihn habe: „In der Liebe bleiben, dann macht man nichts falsch.“ Musikalisch wurde das Gespräch, das Gigler moderierte, von den "Spafudlern" umrahmt.

Kommentieren