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In Feldbach gehen die Wogen hoch

Aufregung um zwei SS-Denkmäler

Weil zwei Denkmäler in Feldbach an gefallene Soldaten eines ukrainischen Waffen-SS-Verbandes, erinnern, wird nun heftig diskutiert. Bis zur Klärung der Causa werden die umstrittenen Gedenkstätten nun verhüllt.

Die ÖKB-Vostandsmitglieder Karl Buchgraber, Erich Nagler und Walter Bendl (v. re) sind verärgert.
Die ÖKB-Vostandsmitglieder Karl Buchgraber, Erich Nagler und Walter Bendl (v. re) sind verärgert. © Johann Schleich
 

Zwei Denkmäler in Feldbach, die an gefallene Soldaten eines ukrainischen Waffen-SS Verbandes erinnern, der zu Kriegsende 1945 um Feldbach gegen die russische Armee eingesetzt war (siehe links), sorgen derzeit für Wirbel. Nach einem Vorschlag durch die Bezirkshauptmannschaft sollen beide Denkmäler nun bis zur Klärung der Situation verhüllt werden.

Eine Gedenkplatte befindet sich in der alten Kirche von Feldbach, die vom ÖKB als Heldengedächtnisstätte genützt wird. Ein weiterer umstrittener Gedenkstein steht beim Tabor. Auf beiden Denkmälern ist das verbotene Mützenabzeichen und das Ärmelabzeichen der ukrainischen 14. Waffen-SS-Division abgebildet. Aufgestellt wurde die Gedenktafel bereits im Jahr 1954, der Gedenkstein wurde im Rahmen einer großen Feier gar erst im Jahr 1981 offiziell eingeweiht.

Eine Anzeige liegt vor

Bezirkshauptmann Alexander Majcan muss nun entscheiden, ob die Denkmäler entfernt oder ob sie in ein Museum übersiedelt werden. Doch woher die plötzliche Aufregung? „Es gibt gegen diese Denkmäler von Seiten des Dokumentationsarchivs, den Sozialistischen Freiheitskämpfern und den Antifaschisten Steiermarks eine Anzeige, dass es sich um einen strafbaren Verstoß gegen das Abzeichengesetz handelt“, erklärt Alexander Majcan. BH, Stadtgemeinde, Pfarre und ÖKB haben sich daher einstimmig geeinigt, dass als erste Maßnahme die beiden Denkmäler verhüllt werden. „Jetzt müssen wir mit Experten verhandeln, was in weiterer Zukunft mit diesen Denkmälern geschehen soll. Die Sachverhaltsdarstellung erfolgt entsprechend dem Abzeichengesetz. Bei einer Entfernung beider Denkmäler müssten diese als verfallen erklärt werden“, sagt der Bezirkshauptmann.

Für den Obmann des ÖKB-Stadtverbandes Feldbach, Karl Buchgraber, ist eine Entfernung der Gedenkstätten unvorstellbar. „Ich könnte mir vorstellen, dass man Zusatztafeln anbringt. Der ÖKB verherrlicht nicht die Taten der Waffen-SS, sondern gedenkt nur der gefallenen Soldaten. Warum man gerade auf Feldbach verweist ist mir unverständlich, da es derartige Ukrainerdenkmäler vielerorts, so auch in Gnas, Bad Gleichenberg, Trautmannsdorf oder Mühldorf gibt“.

Geschichte nicht verleugnen

Betroffen von der Situation ist auch Dechant Friedrich Weingartmann. „Es ist eine leidige Geschichte. Ich sehe diese Denkmäler als Teil der Zeitgeschichte. Man könnte mit Zusatztafeln auf den historischen Hintergrund verweisen. Ich verstehe nicht, dass man sie entfernt und so die eigene Geschichte zu Verleugnen versucht. Ich habe die Sorge, dass diese Situation in Österreich einen Schneeballeffekt auslösen könnte und dass man an vielen Orten beginnt, Denkmäler zu entfernen. Auf keinen Fall sollten Kriegsverbrechen verherrlicht werden.“ An der Errichtung beider Denkmäler war das ehemalige ÖKB-Bezirksvorstandsmitglied Werner Trummer aus Gnas beteiligt: „Ich kann die Aufregung nicht verstehen. Bevor diese beiden Denkmäler aufgestellt wurden, hatte die Sicherheitsdirektion keine Einwände vorgebracht. Jetzt den zuständigen Personen die Verherrlichung der SS vorzuwerfen, ist absurd.“

Bürgermeister Josef Ober verweist darauf, dass der Gedenkstein nach einstimmigen Gemeinderatsbeschluss 1981 auf Gemeindegrund aufgestellt werden durfte. „Jetzt sind die Historiker gefordert, um ein klares Bild zu schaffen. Wichtig ist für die Zukunft, eine Verfahrensprüfung“, so Ober.

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