Großer Druck in der Causa rund um die "illegale" Baustelle in Wagerberg lastet nun auch auf der Bezirkshauptmannschaft Hartberg-Fürstenfeld: Die Grazer Kultusgemeinde wirft ihr vor, zu spät und falsch gehandelt zu haben, was die Vereinsgründung der neuen "Jüdischen Gemeinde Wagerberg 100" betrifft. "Hier wurde nicht sachgemäß hingeschaut. Ein solcher Verein mit einem solchen Namen hätte nie abgesegnet werden dürfen", meint Elie Rosen, Präsident der Jüdischen Gemeinde Graz.

Prüfung in Wien

Auf dem Schreibtisch von Referatsleiter Bernd Holzer liegt der Akt ganz oben, seit drei Wochen ist der neue Verein nunmehr intern brandheißes Thema in der Bezirkshauptmannschaft. Fristgerecht und vor allem sachgemäß als Verein beim Zentralen Vereinsregister (ZVR) angemeldet, sieht Holzer das Problem in der juristischen Abhandlung einer Auflösung. "Der Verein hat von Anfang an angegeben, nicht religiös zu sein, somit fehlt uns aktuell ein wenig der Anhaltspunkt." Dennoch möchte man zügig in der Sache vorankommen, klare Fronten schaffen und den Verein gegebenenfalls auflösen.

Weil die Angelegenheit, so Präsident Elie Rosen, vonseiten der Behörden zu wenig ernst genommen wurde, hat sich die Kultusgemeinde nun in Eigenregie an das Kultusamt im Bundeskanzleramt gewandt, um die Feststellung der Rechtswidrigkeit zu erreichen. "Der nächste Schritt ist dann der Weg zum Anwalt. Ein solcher Missbrauch muss juristisch beanstandet werden", so Rosen.