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Stift VorauDas wird alles um 240.000 Euro in der Stiftsbibliothek restauriert

Abblätternde Farbe und beschädigter Stuck: Die Stiftsbibliothek in Vorau wird nun restauriert. Kostenpunkt rund 240.000 Euro.

Die Bücher bleiben während den gesamten Renovierungsarbeiten in der Stiftsbibliothek
Die Bücher bleiben während den gesamten Renovierungsarbeiten in der Stiftsbibliothek © Barbara Kahr
 

Rund 20 Tonnen an Gerüst ragen derzeit in der Bibliothek des Stifts Vorau bis fast an die Decke. Etage um Etage streckt es sich vor den hölzernen Bücherregalen hoch. „Eineinhalb Meter unter der Decke sieht es so aus, als hätten wir einen Tanzboden aufgebaut“, sagt Prälat Rupert Kroisleitner mit einem Schmunzeln über die beginnenden Renovierungsarbeiten im Nordtrakt des Stifts.

Am 4. Februar wurde der Schlüssel zur Bibliothek umgedreht. „Die Arbeiten sind dringend notwendig. Wandmalereien und Stuckaturen sind teilweise schon stark beschädigt“, erklärt der Prälat weiter. Teile der Goldverzierungen seien immer wieder locker geworden und drohten abzubröckeln.

Da darf man dann nicht zum Staubsauger greifen, sonst sind die Originalverzierungen futsch.

Prälat Rupert Kroisleitner

Seit der Fertigstellung im Jahr 1767 ist der mehr als 200 Quadratmeter große Raum nämlich noch nie erneuert worden.

Die Kosten für das Projekt belaufen sich laut dem Prälaten auf 240.000 Euro und werden vom Stift übernommen. Bis Ende August will man fertig sein. „Die Bibliothek ist neben der Kirche das zweite Herzstück des Stifts, daher sind wir schon froh, wenn wir wieder aufsperren können.“

Die Restauratoren

Bei der Wahl der Restauratoren griff das Stift auf drei ihm bereits bekannte Gesichter zurück: Claudio Bizzarri, Markus Schaunigg und Ursula Thomann. Sie haben bereits die Renovierungsarbeiten der hochbarocken Kirche im Inneren durchgeführt. „Die Zusammenarbeit mit den Dreien hat damals sehr gut funktioniert, daher genießen sie unser vollstes Vertrauen“, sagt Kroisleitner von der Arbeit der Restauratoren begeistert.

Bizzarri und Schaunigg werden bereits am 18. Februar ihre Arbeit vor Ort aufnehmen. Laut dem Prälat wird sich Bizzarri die Wandmalereien und Fresken vornehmen, während sich Schaunigg um die Wandflächen und den Stuck kümmern wird. Geschätzte Arbeitszeit 1300 Stunden. „Normal herrschen im Winter in der Bibliothek Temperaturen unter null Grad. Für die Restauratoren haben wir jedoch dafür gesorgt, dass die Raumtemperatur sieben bis acht Grad beträgt“, erklärt Kroisleitner.

Die insgesamt 135 gefassten Objekte, auf Holzregalen befestigten Verzierungen, wurden bereits von Ursula Thomann gemeinsam mit ihrem Team abmontiert und in ihrer Werkstätte in Leibnitz in zirka eintausend Arbeitsstunden restauriert.

Daten und Fakten

1163 wurde der Augustiner Chorherrenstift gegründet.
Die hochbarocke Kirche wurde 2013 renoviert.
Die Bibliothek befand sich zuerst im Osttrakt und wurde nach dem Bau des Nord- und Westflügels in den Nordtrakt umgesiedelt.

Die Bücher bleiben während der gesamten Restaurierungsarbeit in der Bibliothek. Für den Fall, dass sie einmal nicht im Regal stehen bleiben können, werde man sich laut Kroisleitner mit extra aufgestellten Regalen behelfen und die Bücher umschichten.

Streng geheim

„Es besteht keine Gefahr, dass die Bücher beschädigt werden. Die sehr alten und bereits empfindlichen Werke befinden sich nämlich nicht in der Bibliothek, sondern in einem eigenen Tresorraum“, verrät Kustos Stefan Reiter. Wo sich dieser befindet, ist jedoch streng geheim.

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