Blumentöpfe, die wie Totenköpfe aussehen: Die Deko, die Giftgärtnerin und Krimiautorin Klaudia Blasl für die Video-Aufzeichnung des „delikt“-Podcasts der Kleinen Zeitung im Regionalbüro Hartberg im Gepäck hatte war durchaus ungewöhnlich. Im Gespräch mit delikt-Host David Knes und Redakteurin Carmen Oster erklärte Blasl, warum sie „literarisch auf Giftmorde umgestiegen ist“ und mittlerweile in ihrem 1000 Quadratmeter großen Garten über 300 verschiedene Giftpflanzen versammelt. „Mit Gift hinterlässt man keine Spuren, es ist eine nachwachsende Ressource und man versaut auch nicht das Wohnzimmer“, erklärte die Autorin mit dem schwarzen Humor – und Daumen.
„Jeder ist von Gift umgeben“, so die Steirerin. Man findet es im Garten, auf Terrasse und Balkon. „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Böse wächst so nah.“ Denn auch Kirschlorbeer, Thuje oder Oleander – kurz alles, was in einem durchschnittlichen Garten zu finden ist – kann für den Menschen zur Gefahr werden. „Die meisten kennen aber nur Tollkirschen, Bilsenkraut oder Schierling.“
Natürlich hatte die Krimiautorin auch ein paar spannende reale Fälle im Gepäck wie den „Pizza“- oder Nudelsuppenmord. In beiden Fällen waren Männer die Täter. „Es gärtnern immer mehr Männer, deswegen ist der Giftmord nicht mehr weiblich“, sagt Blasl, die Psychologie studiert hat. Ihre Theorie: „Der Krimi ist eine Art Psychohygiene. Es gibt ja schon autobiografische Züge in meinen Büchern. Die Protagonisten sind in meiner Altersklasse, sie haben einen Garten, Beziehungs- und Figurprobleme. Man kann sich identifizieren, man erlebt etwas, aber man ist nicht direkt involviert.“ Deswegen sei auch das Ländliche eine geradezu perfekte Bühne für den Giftmord. „Hier kann sich alles zuspitzen und jeder hat einen Garten.“
Natürlich wurde auch besprochen, welch spannende Giftpflanzen Blasl mitgebracht hatte. In einem der morbiden Blumen-Totenköpfe zu finden: Petersilie – die „Giftpflanze des Jahres 2025“. „Da sind die Leute immer am meisten erstaunt. Wenn man wartet bis die Petersilie Samen macht und blüht und das Öl nehmen würde, ist sie wirklich richtig giftig. Heute ist es ein Würzkraut, früher wurde sie als Aphrodisiakum oder Abortivum eingesetzt.“