Es rumort in der Gemeindestube von Bad Blumau. Die Opposition lässt kein gutes Haar an der finanziellen Situation des Kurorts und dem politischen Miteinander mit der ÖVP. „Wenn man etwas kritisiert, ist man gleich der Böse. Es heißt dann, dass wir nur Streit suchen. Das ist aber nicht so, wir wollen für die Gemeinde das Beste“, sagt SPÖ-Mandatar Helmut Theuermann. Man wisse zudem oft nicht, wie Entscheidungen getroffen werden. Ein Arbeiten auf Augenhöhe schaue jedenfalls anders aus, pflichtet ihm Stefan Gleichweit von der FPÖ bei.

Bereits in der Vergangenheit ist es nicht immer ganz rund gelaufen in der Gemeinde. Wie berichtet, lag in der vergangenen Gemeinderatsperiode einiges im Argen im Kurort, ehe Manfred Schaffer im Sommer 2023 das Ruder als Bürgermeister übernahm und auch die Gemeinderatswahl im Vorjahr für sich entscheiden konnte. Die Schonfrist der Opposition für den Quereinsteiger scheint nun aber endgültig zu Ende zu sein.

„Parteipolitik statt Gemeinwohl“

„Es wird rein parteipolitisch gearbeitet, nicht für das Gemeinwohl“, argwöhnt Theuermann. Die Kritik der mangelnden Information ist Schaffer nicht neu, gelten lässt er diese jedoch nicht: „Um über alles zu informieren, müssten wir jede Woche zusammenkommen.“ Darüber hinaus könne man ihn auch anrufen oder in die Gemeinde kommen und fragen. Seine Hand sei ausgestreckt.

SPÖ-Gemeinderat Helmut Theuermann
SPÖ-Gemeinderat Helmut Theuermann © SPÖ

Noch mehr als die Kommunikationsweise kritisieren Theuermann und Gleichweit jedoch das finanzielle Agieren der absolut regierenden ÖVP. So weisen sowohl der Ergebnis- als auch der Finanzierungsvoranschlag 2026 ein Minus von rund 1,1 Millionen respektive 1,5 Millionen Euro auf.

Kritik üben sie vor allem an den darin enthaltenen teuren Zukunftsprojekten, wie einen Rasenmäher-Roboter um 49.000 Euro, obwohl man schon jetzt wisse, dass man sich diese nicht leisten könne. Nur wenn man Bedarfszuweisungen vom Land bekomme, wolle man das umsetzen, entgegnet Schaffer. Das wollen Theuermann und Gleichweit nicht glauben: „Aus der Vergangenheit wissen wir, dass just diese Projekte auf Biegen und Brechen durchgezogen werden.“

Seit 2023 ist Manfred Schaffer (ÖVP) Bürgermeister von Bad Blumau
Seit 2023 ist Manfred Schaffer (ÖVP) Bürgermeister von Bad Blumau © Daniela Buchegger

Aber auch der ÖVP-Ortschef weiß, dass die Zahlen nicht rosig sind. Steiermarkweit betrachtet steht die Gemeinde freilich nicht alleine mit knapper Kasse da. „Es ist überall das Gleiche, auch wir sind nicht gut unterwegs“, sagt Schaffer. Besorgniserregend seien die Zahlen für ihn aber nicht.

Sehr wohl Sorgen bereitet der Opposition jedoch, dass man im Voranschlag beim Geldfluss aus der operativen Gebarung mit einem Minus von 160.000 Euro rechnet. Das würde heißen, dass sich die Gemeinde nicht einmal den normalen Betrieb leisten könne. Entsprechend hart geht Theuermann mit dem Ortschef ins Gericht: „Der Bürgermeister tut immer so, als würde es uns gut gehen, aber das ist nicht so. Wenn wir so weiterarbeiten, geht das nicht mehr lange gut.“ Dieser kontert: „Wir bemühen uns. Es ist aber leichter zu kritisieren, als die Fäden zu ziehen und Entscheidungen zu treffen.“