Jürgen Brem ist ein freundlicher, lebenslustiger und vor allem hilfsbereiter Mensch. Das beweisen seine Berufs- und Freizeitaktivitäten. Er arbeitet bei der Voestalpine-Betriebsrettung in Zeltweg und engagiert sich freiwillig für das Rote Kreuz und die Feuerwehr.
Und Jürgen Brem hat einen Hang zum Außergewöhnlichen. Seine Verwandten, Freunde und Kameraden hat der Zeltweger vor drei Monaten zum Staunen und Schmunzeln gebracht, als er sich einen Fiat Topolino zugelegt hat. Das ist ein hellgrüner Elektroflitzer mit zwei Sitzen, gerade einmal zweieinhalb Meter lang und eineinhalb Meter hoch. Brem und sein Auto sind ein ungewöhnliches Paar, bringt er doch bei rund 1,80 Meter Größe stattliche 118 Kilogramm auf die Waage – und damit rund ein Viertel des Gewichtes seines Wagens.
Mit der Enkelin
„Ich liebe ihn“, lacht Jürgen Brem mit Blick auf sein stylisches Mikroauto. Dabei steht zuhause auch ein Suzuki Vitara Hybrid: „Mit dem fährt meist meine Frau zur Arbeit, ich verwende ihn eher selten. Der Topolino ist mir lieber.“ Früher war er oft mit dem Moped unterwegs, etwa zur Arbeit: „Dafür bin ich inzwischen zu alt, ich bleibe bei Regen und Schnee lieber trocken“, lacht der 49-Jährige, der zweifacher Vater und auch schon Opa ist: „Meine vierjährige Enkelin Elina hole ich oft vom Kindergarten ab, sie ist eine begeisterte Mitfahrerin.“
Maximal 45 km/h sind drin. Für Jürgen Brem ausreichend, um Touren nach Knittelfeld, Judenburg oder Fohnsdorf zu unternehmen: „Ob Einkauf oder Arztbesuche, alles kein Problem.“ Kein Problem hat er im Gegensatz zu stöhnenden Verbrennerfahrern auch mit den Kosten. Um die zwei Euro auf 100 Kilometer fallen an. Aufgeladen wird über die Haussteckdose, das dazugehörige Kabel mit einem ganz normalen Stecker lässt sich aus der Karosserie ziehen. Rund vier Stunden Ladezeit, und die Batterie ist voll.
Reichweite
Die Reichweite ist offiziell mit 75 Kilometer mit einer Ladung angegeben: „Im Winter waren es nur um die 60 Kilometer, das war die Kälte. Aber es reicht für meine Zwecke.“ Apropos Winter: Die Heizung reicht gerade einmal fürs Ablaufen der Windschutzscheibe. Für die Seitenfenster liegt ein Tuch zum Abwischen bereit. „Und eine Jacke sollte man sich schon anziehen.“
Der Topolino im Video:
Bei einer Probefahrt durch Judenburg überrascht das Raumgefühl am meisten. Die Beinfreiheit ist ausreichend, der Beifahrersitz etwas nach hinten versetzt. So bleibt trotz der stattlichen Statur des Lenkers auch für größere Beifahrer ausreichend Platz. Die Sitze könnten bequemer sein, für die kurzen Distanzen sei es aber in Ordnung, meint der Lenker. Wenn niemand mitfährt, dient die Beifahrerseite als Stauraum; einen Kofferraum gibt es nicht.
Interessierte Blicke
Die geringen Betriebskosten waren für Jürgen Brem nur ein Grund für den Kauf: „Der Topolino schaut einfach lässig aus. Und mir taugt es, wenn die Leute schauen“, lacht er. Sie schauen, und sie fragen. Beim Kurzaufenthalt auf dem Judenburger Hauptplatz dauert es keine fünf Minuten, bis ein älterer Herr herantritt und sich erkundigt: „Wieviel kostet der?“ „9800 Euro“, antwortet Brem. Die Dame, die daneben parkt, schaut sich den Topolino auch an: „Der gefällt mir wirklich. Aber nix für mich, ich habe drei Kinder“, lacht sie und steigt in ihren mächtigen SUV.
Manchmal geht es bei Jürgen Brem auch flotter zu: Bei Rotkreuz- oder Feuerwehreinsatzfahrten sowieso, aber auch mit seinem Motorrad, einer Honda NT 1100 mit 105 PS. Die er genauso sauber hält wie seinen Topolino: „Ich habe ein bisschen einen Putzfimmel.“
Sauber empfindet er im Übrigen auch das Service des Autohauses Sapper in Zeltweg: „Ich war positiv überrascht, wie extrem freundlich und hilfsbereit man mir hier begegnet – so als hätte ich einen superteuren Wagen gekauft.“