Das Spielzeuggeschäft Voglmeir in der Brucker Mittergasse ist weithin bekannt. Alle heutigen und ehemaligen Kinder im weiten Umkreis um Bruck erinnern sich gerne daran, wie sie sehnsuchtsvoll vor der Auslage gestanden sind – und wie dann der eine oder andere Wunsch auch erfüllt worden ist, vor allem zu Weihnachten oder zu Ostern.

Damit wird es im nächsten Jahr vorbei sein, Gildrun und Johann Voglmeir schließen ihr Geschäft: "Wann es genau sein wird, kann ich noch nicht sagen, wir müssen noch Gespräche mit unserem Steuerberater führen, aber wir werden im Laufe des Jahres 2023 endgültig schließen", sagt dazu Johann Voglmeir.

Gerüchte gibt es schon lange

Gerüchte über eine Schließung geistern schon lange durch Bruck. Weil das Ehepaar Voglmeir keine Nachfolger in der Familie hat, wollen sie sich schon länger aus dem aktiven Berufsleben zurückziehen. Immerhin ist Johann Voglmeir schon 84 Jahre alt. Zwischendurch war auch im Gespräch, dass die sehr sachkundigen Angestellten das Geschäft übernehmen, aber daraus wurde nichts. Das Ehepaar Voglmeir hat aber so lange durchgehalten, bis die beiden älteren Angestellten in Pension gehen können.

Gegründet wurde das beliebte Geschäft im Jahr 1922, also kurz nach dem Ersten Weltkrieg, damals gab es vor allem Korbwaren und Gummiwaren, etwa Bodenbeläge und Regenmäntel. Spielzeug war auf Weihnachten und Ostern beschränkt und wurde erst viel später zu jener Produktgruppe, für die der Voglmeir seit Jahrzehnten bekannt und beliebt ist.

In dieser Nische werden viele Kinderträume geboren - und im Geschäft erfüllt
In dieser Nische werden viele Kinderträume geboren – und im Geschäft erfüllt
© Pototschnig Franz

Obwohl Gildrun und Johann Voglmeir immer sehr gerne im Geschäft gearbeitet haben, wird ihnen der Abschied durch die Trends im Handel erleichtert: Viele Eltern kaufen Spielzeug im Internet, dazu kommen die großen Anbieter auf der "Grünen Wiese". Ein relativ kleines, wenn auch feines Geschäft in der Innenstadt hat es angesichts dieser Konkurrenz nicht leicht.

Für den Brucker Bürgermeister Peter Koch ist diese Ankündigung der Schließung ein harter Schlag: "Es war ja irgendwie zu erwarten, aber der Voglmeier ist eine Brucker Institution, wie auch die Zuckerlzentrale und andere Ur-Brucker Geschäfte." Er will aber noch nicht ganz aufgeben und denkt an eine Weiterführung, "in welcher Form auch immer", wie er sagt. Die Stadt will sich bemühen, eine Unternehmensform zu finden, aber eines ist für Koch auch klar: "Der Name Voglmeir müsste dabei erhalten bleiben."