Im Vorjahr war die Kekse-Aktion mit dem Verkauf in Bruck ein voller Erfolg. Schon damals war klar, dass die Bäuerinnen und die Kleine Zeitung ein Jahr später nach Mürzzuschlag gehen werden. Aber die Sache lief sehr schwierig an. "Sollen wir es riskieren? Sollen wir abwarten, wie sich Corona entwickelt? Sollen wir es absagen?" Diese Fragen quälten Bezirksbäuerin Elisabeth Hörmann und Redakteurin Martina Pachernegg von der Kleinen Zeitung wochenlang.

"Aber dann kamen viele Anfragen der Bäuerinnen, ob das heuer eh wieder stattfindet, sie freuten sich schon richtig darauf", sagt Elisabeth Hörmann. Also entschloss man sich, die Benefizaktion nicht dem Virus zu opfern und zog sie durch.

Aber damit waren die Probleme noch nicht ausgestanden, wie Martina Pachernegg, umsichtige Organisatorin der Aktion, erzählt: "Wir mussten den Termin wegen Corona zweimal verschieben, aus dem 26. November wurde der 2. Dezember und letztlich der 9. Dezember, aber wir haben es geschafft", freut sie sich.

Generalstabsmäßig geplant

Seitens der Bauernkammer  wurde die Aktion von Barbara Kiendlsperger generalstabsmäßig geplant: Die Bäuerinnen, die mitmachten, lieferten ihre Kekse bei der jeweiligen Gemeindebäuerin ab und diese brachte sie am Montag zur Bezirksbauernkammer nach Bruck. Dort wurden die Kekse noch am Abend in 250-Gramm-Pakete verpackt, und am Mittwoch ging es in aller Frühe nach Mürzzuschlag.

Dort warteten schon zwei Gemeindearbeiter und die Mürzzuschlager Gemeindebäuerin Sabine Rinnhofer auf die Fracht, und im Nu waren der Stand und ein Zelt aufgebaut, damit die Ware und die Damen schön trocken bleiben. Nach all den Sorgen in der Vorbereitung ließ man sich auch durch das bisschen Schneeregen nicht erschüttern. Auch die Kunden nicht, sie kamen in Scharen und zeitweise musste man um etwas mehr Abstand bitten. Viele Mürzer waren da, aber auch aus Bruck kamen Kunden. Der Monteur einer Brucker Firma, der gerade in Mürzzuschlag arbeitete, war von seiner Chefin beauftragt worden, drei Kilo mitzubringen. Und so wurde der Berg an Keksschachteln, Kletzenbrot und Windgebäck immer kleiner und kleiner.

Um 10.30 Uhr wurde das letzte Paket Kekse verkauft. Die vier Damen atmeten auf, bauten den Stand ab und machten sich ans Geldzählen. "Wir haben exakt 4370,01 Euro eingenommen, dies kommt zur Gänze  der Aktion Steirer helfen Steirern zugute", lacht Pachernegg.

Bezirksbäuerin Hörmann dankt allen Bäuerinnen, die mitgemacht haben: "Sie haben nicht nur ihre Zeit, sondern auch viel Geld geopfert, denn die Zutaten haben die Bäuerinnen alle selbst bezahlt", freut sie sich über die große Solidarität in ihrer Gemeinschaft.

Noch am Mürzer Stadtplatz besprach das Kleeblatt schon das nächste Jahr. Aber angesichts der Dinge, die sich seit dem letzten Jahr auf der Welt verändert haben, waren sie sich schnell einig: "Ob wir das 2021 wieder machen, dafür ist es heute wirklich noch zu früh."