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Bruck-OberaichHeizkraftwerk lässt Anrainer in der Kälte stehen

Seit August liefert ein privates Heizkraftwerk in Oberaich keine Wärme mehr. Die Anrainer sind verärgert, die Stadt sucht einen Betreiber.

Die Anrainer um Patrik Kutschi (2. v. l.) sind unzufrieden. Im Hintergrund das stillgelegte Kraftwerk
Die Anrainer um Patrik Kutschi (2. v. l.) sind unzufrieden. Im Hintergrund das stillgelegte Kraftwerk © Mitterböck
 

Noch punktet der September mit Sonne und hohen Temperaturen. Dass aber bald schon die Kälte das Kommando übernimmt, davor fürchten sich mehrere Bewohner im Oberaicher Utschtal. Wohnhaft in drei Einfamilienhäusern sowie einem Wohnblock der Gruppe Ennstal nahe des Seniorenzentrums, müssen sie seit dem 22. August sowohl ohne Heizung als auch ohne warmes Wasser auskommen.

„Es war in der Vergangenheit schon mehrfach der Fall, dass keine Wärmelieferung erfolgt ist. Deshalb hätte es gar nicht so weit kommen dürfen“, sagt Anrainer Patrik Kutschi. In seinem Garten sitzend, blickt er in Richtung des mittlerweile stillgelegten Heizkraftwerks. Den Besitzer zu erreichen, sei ein Ding der Unmöglichkeit, sagt Kutschi. Er sieht deshalb auch die Stadtgemeinde in der Pflicht, befand sich das Heizhaus doch einst im Besitz der damals noch eigenständigen Gemeinde Oberaich, ehe sie den Betrieb 2011 an eine externe Gesellschaft verkaufte. „Bei dieser Gesellschaft werden wir nun durch die Finger schauen“, fürchtet Kutschi.

Weil er nicht davon ausgeht, dass das Heizkraftwerk so schnell einen neuen Besitzer findet und sowohl eine Zwangsversteigerung als auch ein Insolvenzverfahren möglich scheinen, will Kutschi nun selber tätig werden: „Es wird auf eine Wärmepumpe hinauslaufen, die kostet aber mehr als 18.500 Euro.“ Eine andere Form der Wärmeversorgung schließt Kutschi aus Gründen der Förderung aus.

Dieses Heizkraftwerk braucht dringend einen neuen Betreiber. Das Seniorenzentrum könnte sich sogar vorstellen, das Werk selbst zu betreiben.

Bürgermeister Peter Koch

Die Wohnbaugruppe Ennstal wird, so die Bewohner, wiederum eine Gasheizung einbauen. In der Zwischenzeit vertrauen die Bewohner einem Durchlauferhitzer. Dieser wurde bereits vor zwei Jahren eingebaut, weil sich das Kraftwerk schon damals nicht als sonderlich zuverlässig erwies und mehrfach ausfiel. Sowohl auf Kutschi als auch auf die anderen Nachbarn warten Mehrkosten, weshalb sie auf die finanzielle Unterstützung der Stadtgemeinde Bruck hoffen.

Im Rathaus spricht man von einer moralischen Verantwortung, rein rechtlich könne die Stadt jedoch nichts dafür. Schließlich habe Bruck keinen unmittelbaren Einfluss auf das 2011 von Oberaich verkaufte Objekt. „Fest steht aber, dass dieses Heizkraftwerk dringend einen neuen Betreiber braucht. Es ist unmöglich, dass der bisherige Betreiber die Leute in der Kälte sitzen lässt“, sagt Bürgermeister Peter Koch. Er traf sich am Mittwochnachmittag mit zwei Hausbesitzern, kann die Aufregung nachvollziehen und verspricht, bei der Suche nach einem neuen Betreiber behilflich zu sein.

Das aktuell notversorgte Seniorenheim, so Koch, könne sich sogar vorstellen, das Heizkraftwerk selbst zu betreiben. Immerhin ist es als Abnehmer von rund 80 Prozent der – normalerweise – erzeugten Energie am meisten betroffen.

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