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Schlägerung erbost Naturfreunde

Eine Buchengruppe beim sogenannten Töllermoarkreuz in Kapfenberg wurde gefällt. Naturliebhaber laufen gegen diese Aktion Sturm, der Eigentümer verteidigt das Vorgehen.

 

Ein aufgebrachter Leser empört sich: "Naturdenkmäler haben keine Lobby und werden kurzsichtigen und vordergründig wirtschaftlichen Interessen schonungslos geopfert." Ins selbe Horn stößt ein weiterer Kapfenberger Naturliebhaber: "Rund um die idyllisch gelegene Töllermoarkapelle gab es einen jahrhundertealten Bestand aus rund einem Dutzend mächtiger Buchen, die auch als geschütztes steirisches Naturdenkmal gekennzeichnet waren. Kürzlich musste dieser herrliche Baumbestand den Motorsägen weichen." Darüber hinaus fragt dieser Leser: "Aus welchen Gründen wurden diese weitgehenden kerngesunden Baumriesen entfernt?"

Ende August hat der Sturm weite Waldflächen oberhalb der Maierhofleiten in Kapfenberg vernichtet. Vor allem aus Sicherheitsgründen, aber auch wegen der Borkenkäfergefahr musste der Eigentümer des Waldes, die landwirtschaftliche Fachschule Hafendorf, reagieren. Fast 25.000 Festmeter Schadholz waren damals aufzuarbeiten und aus dem Wald zu bringen. Auch die Anrainer der unter dem Wald liegenden Hochschwabsiedlung hatten große Sorgen. Durch die vielen Kahlflächen oberhalb ihrer Häuser befürchteten sie, dass die verbleibenden Bäume bei künftigen Stürmen umso stärker gefährdet wären.

Das bestätigt Franz Doppelreiter, der Direktor der Fachschule Hafendorf: "Aus diesem Grund haben wir ja auch jetzt auch die Bäume nahe der Hochschwabsiedlung gefällt. Sie wären einem weiteren Sturm ungeschützt ausgesetzt gewesen."

Schule ist haftbar

Die Fachschule wäre haftbar gewesen - und genau das war laut Direktor Doppelreiter auch ausschlaggebend für die Schlägerung der Buchengruppe beim Töllermoarkreuz, einer kleinen Kapelle. "Zum einen war die Baumgruppe durch den Sturm in Mitleidenschaft gezogen und teilweise geschädigt. Zum anderen lagen die Buchen durch die Schlägerung des davor liegenden Hochwalds ungeschützt da", argumentiert Doppelreiter das Umschneiden.

"Wir machen das ja nicht aus Jux und Tollerei", wirbt der Direktor für Verständnis. "Aber die Gefahr hätte bestanden, dass dort unter Umständen Wanderern etwas passiert. Und dann wären wir als Fachschule haftbar." Und natürlich habe sich die Schule auch seitens der Bezirksbehörde abgesichert.

Für die Naturschützer bleibt allerdings bedenklich, dass ein Naturdenkmal den Motorsägen weichen musste.

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