Kräftezehrend gestaltete sich der Sonntagnachmittag und -abend für die Bergrettung in Reichenau an der Rax. Weil sich eine 13-köpfige Schneeschuhwanderer-Gruppe verirrt und in weiterer Folge aufgeteilt hatte, mussten die Einsatzkräfte zu einem mehrstündigen Sucheinsatz aufbrechen.

Die geführte Gruppe dürfte sich auf dem Plateau zwischen Dirnbacherhütte und Seehütte im dichten Latschenfeld verirrt haben und konnte den unmarkierten Ho-Chi-Minh-Pfad nicht mehr finden. Drei Personen machten sich daraufhin eigenständig auf die Suche nach dem Rückweg.

Schwierige Bedingungen

Aufgrund des schlechten Wetters war ein Suchflug durch einen Helikopter des Bundesinnenministeriums nicht möglich, weshalb 17 Bergrettungsmitglieder in drei Suchteams am Plateau ausrückten. „Die einsetzende Dämmerung sowie der stellenweise dichte Nebel mit Sichtweiten unter 50 Metern erschwerten die Orientierung im Latschenwald der Rax erheblich“, schreibt die Bergrettung zu den Bedingungen.

Das Wetter und die Dunkelheit machten die Suche alles andere als einfach
Das Wetter und die Dunkelheit machten die Suche alles andere als einfach © Bergrettung Reichenau

Nachdem man niemanden im Winterraum der Seehütte oder in der Dirnbacherhütte antraf, telefonisch niemanden erreichte und nicht klar war, wie es den Vermissten gesundheitlich geht, rückte ein viertes Team aus. Dieses Team konnte schließlich die Dreiergruppe, die sich vom Rest getrennt hatte, zwischen Höllentalaussicht und Ottohaus aufgreifen – zwar erschöpft, aber glücklicherweise unverletzt.

Sechsstündiger Einsatz

Gegen 18 Uhr kam dann die nächste erfreuliche Nachricht: Ein Suchtrupp hatte die übrigen zehn Leute im Bereich des Ho-Chi-Minh-Pfads angetroffen. „Die Wanderer waren erschöpft und leicht unterkühlt, befanden sich aber – obwohl sie ihre Tour um 10 Uhr am Vormittag gestartet hatten – insgesamt in relativ stabilem Zustand“, so die Bergrettung.

Somit machte man sich nach der Erstversorgung langsam auf dem Weg aus dem Latschenwald zur Dirnbacherhütte. Die weiteren Suchtruppen halfen dabei, den Weg für die Wanderer auszuleuchten, da diese größtenteils ohne Stirnlampen unterwegs waren.

Die Schneeschuhwanderer wurden zur Seilbahn und anschließend ins Tal begleitet
Die Schneeschuhwanderer wurden zur Seilbahn und anschließend ins Tal begleitet © Bergrettung Reichenau

Gegen 19.45 erreichte die Gruppe den Praterstern, nahe dem Otto Haus. Von dort aus wurden die vier erschöpftesten Personen mit dem Bergrettungsfahrzeug zur Bergstation gebracht, der Rest absolvierte den Weg unter Begleitung zu Fuß. Mit einer Sondergondel wurden die Wanderer schließlich um 20.30 zurück ins Tal gebracht.