Die Bretter, die die Welt bedeuten: So wird die Theaterbühne oft genannt. Für viele ist der Weg dorthin allerdings das Bohren harter Bretter. Manuel Sonnleitner hat diesen beschritten und ist seit 2020 auf österreichischen Bühnen und vor Filmkameras aktiv. „Mich begeistert, dass man in so viele unterschiedliche Charaktere eintauchen kann, zu denen man sonst überhaupt keinen Bezug hat“, schwärmt Sonnleitner.

Seine Liebe zum Film und zum Schauspiel entdeckte er durch eine Strafaufgabe in der Schule: „Ich musste ein Abschiedsvideo für einen Lehrer produzieren und habe so begonnen, mich für Film zu interessieren.“ Der Absolvent der Handelsakademie Mürzzuschlag drehte daraufhin aus Eigeninitiative mehrere Kurzfilme, einer davon wurde beim Tiroler „Rec'n Play“ Kurzfilmfestival für den freien Bewerb nominiert.

Vom Regiestuhl wechselte er schließlich vor die Kamera: „Durch das Regieführen habe ich gelernt, tief in die Charaktere hineinzuschauen. Ich wollte es aber selbst erleben und nicht nur anleiten.“ Daraufhin begann Sonnleitner Schauspielkurse zu besuchen und schloss letztlich ein Diplom an der „Schauspielschule Krauss“ ab. Als einzige private Schule mit Öffentlichkeitsrecht in Österreich bietet sie eine Alternative zu staatlichen Schauspielschulen, an denen die Studienplätze nur sehr begrenzt sind.

Festspiele und Film

Nach kurzem Pandemie bedingtem Stillstand fand Sonnleitner bald den Weg zurück auf die Bühne, unter anderem bei den „Raimundspielen Gutenstein“. Dort war er im Stück „Verschwender“ als Valentin zu sehen. Diese Rolle beschreibt der Schauspieler als seine prägendste: „Valentin war in dieser Inszenierung bewusst jung gehalten. Der Charakter, den ich mit dem Regisseur herausgearbeitet habe, war sehr vielschichtig und spannend.“ Besonders fand es Sonnleitner zudem, an einem Ort zu spielen, wo Dramatiker Ferdinand Raimund selbst wirkte.

Der Jungschauspieler war schon in zahlreichen Produktionen zu sehen
Der Jungschauspieler war schon in zahlreichen Produktionen zu sehen © Johannes Siglär

Auch an mehreren Film- und Fernsehproduktionen war er seitdem beteiligt: Er spielte in der ORF-Fernsehserie „Österreich – Die ganze Geschichte“ Kärntens ehemaligen Landeshauptmann Jörg Haider. Wie er sich sonst als Schauspieler leben lässt? „Man muss sich meist mit einem unregelmäßigen Einkommen zufriedengeben. Ich bin aber froh, dass ich genug Produktionen habe und mittlerweile davon leben kann.“

„goschArt“

Neben Theater- und Filmproduktionen hat Sonnleitner gemeinsam mit Bernadette Kizik den Verein „goschArt“ gegründet. „Meine Kollegin hatte die Idee, weil wir festgestellt haben, dass das Jubiläum von Johann Strauss von keinem Theater aufgegriffen wurde – vor allem nicht für Kinder“, erzählt der in Wien lebende Mürzzuschlager. In hunderten Stunden Vorbereitung haben die beiden Künstler gemeinsam mit Puppenspielern und anderen Schauspielern das selbst geschriebene „Märchen vom Walzerkönig“ geprobt und erarbeitet. Es vereint Schauspiel, Musik und Puppenspiel.

„Jetzt könnten wir eigentlich überall spielen. Wir sind noch in Verhandlungen, mit der ersten Aufführung rechnen wir noch dieses Jahr.“ Mit einem mobilen Bühnengestell kann die Produktion überall aufgeführt werden. Momentan ist Sonnleitner bei den Festspielen Stockerau in William Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ als Demetrius zu sehen.