Die drei Gemeinden Aflenz, Thörl und Turnau sind durch die Sperre der wichtigen Straße B 20 derzeit schlechter erreichbar als sonst. Währenddessen bauen die Nachbargemeinden aber zumindest lokal ihre Vernetzung ein Stück weit aus. Denn in Zusammenarbeit mit der Raiffeisenbank haben sie die Energiegenossenschaft Hochschwab Süd gegründet.
Das soll sowohl den Produzenten von erneuerbarer Energie, die sie nicht selbst nutzen, als auch Abnehmern Vorteile bieten. „Wir sehen durch die derzeitigen weltpolitischen Ereignisse, dass die regionale Nutzung von erneuerbarer Energie das Gebot der Stunde ist“, will Stefan Hofer, Bürgermeister von Turnau, festhalten. Sein Thörler Amtskollege Christian Polaschek ergänzt: „Es ist eine Win-Win-Situation für alle.“
Richtige Balance finden
„Wir hatten bereits erste Anfragen von Leuten, die sich anschließen wollten, da war die Genossenschaft noch nicht einmal gegründet“, erzählt Hubert Lenger, Bürgermeister von Aflenz. Mit den Gemeinden hat diese bereits gesicherte Abnehmer. Alle drei haben sich verpflichtet, 30 Prozent des eigenen Strombedarfs abzunehmen. „Das ist eine riesige Eintrittskarte für Produzenten“, sagt Andreas Zöscher, Obmann der Genossenschaft und Geschäftsführer des Abfallwirtschaftsverbandes Mürzverband.
Seine Stellvertreterin ist mit Sabine Dettenweitz die Finanzchefin des Unternehmens Heldeco, das ebenfalls überschüssige Energie aus der eigenen PV-Anlage einspeisen möchte. Komplettiert wird der dreiköpfige Vorstand durch Siegfried Schelch von der Raiffeisenbank Turnau-St. Lorenzen. Ihre Aufgabe wird es sein, die Balance zwischen Produzenten und Abnehmern zu finden und zu halten, um eine optimale Effizienz zu erreichen.
Infoveranstaltungen in allen Gemeinden
Neben ökologischen und energiepolitischen Aspekten sehen die Beteiligten mit einer Einspeisevergütung von 7 Cent pro Kilowattstunde netto, einem Bezugspreis von 9,90 Cent pro Kilowattstunde netto sowie einem geringeren Netzentgelt, einer entfallenden Elektrizitätsabgabe und dem erneuerbaren Förderbetrag Vorteile für Mitglieder. Mitte März gibt es in den drei Gemeinden jeweils eine Informationsveranstaltung dazu.