Wieder ein Felssturz, wieder die B 20: Am späten Montagabend lösten sich zum wiederholten Male Felsblöcke im Thörlgraben und rollten in die Schutzverbauungen sowie in manchen Fällen gar auf die Fahrbahn der Mariazeller Straße hinab. Diese musste deshalb sofort gesperrt werden und wird das voraussichtlich noch einige Tage lang bleiben.
Denn wie Landesgeologe Marc André Rapp nach einer erneuten Besichtigung am Mittwoch berichtet, sei zwar ein Horizont in Sicht, es müsse aber noch einiges getan werden, bis die Straße wieder sicher für den Verkehr ist. „Ende nächster Woche wird entschieden, wann und unter welchen Voraussetzungen eine Teilfreigabe möglich sein wird“, erklärt er gegenüber der Kleinen Zeitung.
Eine bittere Nachricht, besonders für Pendlerinnen und Pendler, die teilweise schon mit einer früheren Aufhebung der Sperre gerechnet hatten. Sie werden weiterhin über die L 123 (Stollinggrabenstraße) umgeleitet. Unterdessen wird entlang der B 20 mit Hochtouren an der Beseitigung der Schäden und der Sicherung der Straße gearbeitet. Bereits am Mittwoch wurden laut Rapp in etwa 300 Höhenmetern über der Fahrbahn von einer Fachfirma (HTB Spezialtiefbau) mit entsprechendem Gerät mehrere Reste der Kluftkörper abgeräumt. Dafür mussten die Schutznetze über der Straße umgelegt werden.
Weitere Maßnahmen und geologische Untersuchung
Ab Donnerstag werden dann sogenannte „Zerwirkungen“ durchgeführt. Dabei handelt es sich vereinfacht gesagt um schonende Sprengungen im Gestein, die für keine großen Erschütterungen sorgen sollen. Ein Helikopter fliegt zusätzlich Material für Schutznetze ein, die 20 bis 30 Meter über der Straße in den Bäumen gespannt werden.
„Das ist eine provisorische Sofortmaßnahme, die sich in den letzten Jahren gut bewährt hat, auch auf der B 20“, meint Rapp, der die Netze als „Energievernichter“ beschreibt: „Sie sind wie ein stärkerer Zaun, die bei einem Felsereignis Schaden nehmen. Dadurch kann der Stein und Block nicht mehr ungebremst zu Boden fallen.“
Während diese Sicherungsmaßnahmen entlang des steilen Hangs vollzogen werden, sind zudem Geologen von einem externen Büro am Hang unterwegs, um eine Detailkartierung vorzunehmen. „Es wird geschaut, wo sich welche Steine ablösen können, wie sie runterfliegen, und wo sie landen“, erklärt Rapp. Die Erkenntnisse daraus sollen dann in die Entscheidung einfließen, wie es mit der Straße weitergeht.