Die großen Betonabsperrungen auf der Präbichl-Passhöhe verwundern. Am Parkplatz vor der Straßenmeisterei verengen sie die Fahrbahn und lassen keine höheren Geschwindigkeiten in Richtung Eisenerz zu. "Das ist ein militärischer Kontrollpunkt, der, wenn unsere Übung am Freitag beginnt, besetzt sein wird", erklärt Thomas Lampersberger von der Theresianischen Militärakademie, deren Offiziersanwärter aller drei Jahrgänge zwölf Tage lang bei einem Großmanöver trainieren.

Nicht alleine, ihnen zur Seite stehen Einheiten verschiedener Truppen, unter anderem auch des Jägerbataillons 18 aus St. Michael und auch Hubschrauber aus Aigen im Ennstal. Zum Manövergebiet wurden die Bereiche Eisenerz, Radmer, Landl, Vordernberg und Trofaiach erklärt. "Wir finden hier alles vor, was wir brauchen. Leerstehende Gebäude, was wahrscheinlich beispielsweise Eisenerz nicht so freut, aber auch Landschaften, die sich wunderbar eignen", erklärt Lampersberger während einer von zwei Hubschraubern über Eisenerz rattert.

"Die beiden sind aus Hörsching, es kommen noch drei dazu, aus Langenlebarn, Hörsching und Aigen", erzählt er und fügt hinzu: "Eines ist für uns hier in der Gegend auch augenscheinlich, die Einwohner sind sehr hilfsbereit, freundlich, und wir haben das Gefühl, sie freuen sich, dass wir hier sind", streut der Oberst Blumen.

Terrorbekämpfung im Gelände

Bei der Bohrerschmiede am Erzberg fallen Frauen, Männer und Kinder mit roten Helmen auf, die gerade einen Hauly verlassen - Touristen, die den Erzberg erkunden. Schräg gegenüber liegen Frauen und Männer, gut getarnt mit Helmen - in Dunkelgrün und Camouflage. Soldatinnen und Soldaten, die bereits mitten in einem Einsatz sind und viele Blicke der Rothelme auf sich ziehen. Abenteuer Erzberg trifft militärische Realität.

"Bei dieser Übung hier am Erzberg geht es darum, eine terroristische Bedrohung abzuwenden, die aber eskaliert", erklärt Lampersberger. Das Schwierige sei, dass die eingreifenden Verbände bunt zusammengewürfelt sind. "Die Fähnriche der Militärakademie sollen bei dieser Großübung lernen, Truppen zu führen, in verschiedenen Situationen. Es wird die Realität herangezogen, denn im Ernstfall hat man auch Soldatinnen und Soldaten verschiedener Ausbildungsebenen", betont der Oberst. Im Hintergrund hantiert ein Soldat mit seiner Waffe, die nicht so funktioniert, wie sie sollte. "Kein Wunder bei einem 40 Jahre alten Gewehr", ist aus dem Hintergrund zu hören.

Nach der Übung ist vor der Übung

In der Zwischenzeit liefern sich die Soldatinnen und Soldaten ein Feuergefecht mit ihren Angreifern. Es ist heiß. Das spüren auch die Ausbilder, die beobachten. "Wir schauen uns genau an, ob so vorgegangen wird, wie es sich gehört. Kleinere Fehler werden im Anschluss besprochen, wenn etwas Gröberes zu beanstanden ist, greifen wir gleich ein", erklären zwei Offiziere der Militärakademie aus Axams und St. Johann in Tirol.

Oberst Thomas Lampersberger
© Johanna Birnbaum

Nach einer Stunde sind die Terroristen besiegt und die Manöverkritik folgt. Doch ein Ende ist nicht in Sicht - es heißt: Zurück an den Start, also wieder etwa 500 Meter bergauf in Richtung Bohrerschmiede, um gleich noch einmal den terroristischen Angriff abzuwehren.

Vorbereitung auf die Großübung

"Seit Dienstag üben die Einheiten ihr Zusammenspiel, damit bei der Großübung selbst, die von Freitag bis Mittwoch dauern wird, alles funktioniert", erklärt Lampersberger und verweist auf eine weitere Gruppe, die gerade Häuserkampf nahe dem Rathaus von Eisenerz übt. "Ein Höhepunkt wird eine Großdemonstration mitten in Eisenerz am kommenden Mittwoch gegen Mittag sein. Da müssen wir sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatz leisten, so die Übungsannahme, und da ist auch die Bevölkerung sehr herzlich eingeladen", bemerkt Lampersberger.