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KalwangFischzucht Igler: Mit den Forellen den großen Fang gemacht

Die Forellenzucht Igler in Kalwang hat 120 Jahre Erfolgsgeschichte und ist in der Branche einer der größten Betriebe Österreichs.

Hannes und Eva Igler aus Kalwang © Isabella Jeitler
 

Sechshundert Liter frisches Alpenquell- und Bachwasser fließen pro Sekunde in die Naturteiche der Forellenzucht Igler, wo sich die abertausenden Forellen und Saiblinge im Wasser tummeln. Die Forellenzucht hat Österreichs größte Naturteichanlage und beliefert ganz Österreich mit Fisch.

Mit nur zwölf Jahren

Als der Urgroßvater von Hannes Igler im Jahr 1890 mit nur zwölf Jahren seinen ersten Fischteich ausgehoben hat, hat er bestimmt nicht damit gerechnet, dass sich daraus ein Generationenbetrieb entwickelt, der nun zu den vier größten Forellenzüchtern Österreichs zählt. Das Wissen rund um die Fischzucht wurde bereits in die vierte Generation weitergegeben.
Regenbogen-, Bach-, See-, Lachsforellen aber auch See-, oder Bachsaibling schwimmen in den zahlreichen Teichen und Becken der Forellenzucht Igler. Neben den 30 Naturteichen und einer modernen Fließkanalanlage in Kalwang, haben sie zusätzlich eine moderne Teichanlage mit fünf Teichen in Seiz und zehn gepachtete Naturteiche in Liesingau bei Mautern.

Die Fische werden per Hand mit einem Netz zusammengetrieben und im Anschluss herausgefischt Foto © Isabella Jeitler

Waren getauscht

„Früher sind zusätzlich in einem kleinen Brunnen bei uns immer ein paar Fische geschwommen, mit denen einfach gehandelt wurde. Mein Urgroßvater hat mit anderen Bauern Waren getauscht. Aber auch zu Kriegszeiten, als die Russen da waren, hatte er stets ein paar Fische zur Hand“, berichtet Hannes Igler, der 1998 gemeinsam mit seiner Frau Eva den Betrieb übernommen hat.

Der "Urteich" der Familie Igler, den der Urgroßvater mit zwölf Jahren ausgehoben hat Foto © Isabella Jeitler

„Hannes ist der mittlere von drei Brüdern, es war also nicht von vorne herein klar, dass er übernehmen wird. Aber er ist einfach ein Naturbusche, da hat das am besten gepasst“, meint seine Frau, Eva Igler, die sich hauptsächlich um Büroangelegenheiten kümmert.

Breit gefächert

Vom Ei bis zum Besatzfisch oder dem geräucherten Filet ist ihr Angebot sehr breit gefächert. „85 Prozent der Fische, die wir produzieren, verkaufen wir lebend weiter. Somit sind wir Urproduzent für andere Betriebe. Wenn wo zu wenig Fisch ist, dann beliefern wir. Die restlichen 15 Prozent sind Hausverkauf“, erzählt Eva Igler. Beliefert werden unter anderem Angelteiche, regionale aber auch internationale Weiterverarbeiter oder Restaurants.

INFOSPLITTER ZUM BETRIEB

Hannes Igler ist seit 1998 Inhaber und führt den Betrieb mit seiner Frau Eva Igler.

Die Forellenzucht ist ein Generationenbetrieb seit 1890.

Hannes Igler ist Fischermeister.

Eva Igler hat Geologiewissenschaften studiert.

16 Mitarbeiter sind in dem Betrieb tätig.

350 Tonnen Fisch werden im Jahr produziert.

Ein Bruthaus, 30 Naturteiche, eine Fließkanalanlage in Kalwang, eine Teichanlage mit fünf Teichen in Seiz und zehn gepachtete Naturteiche in Liesingau bei Mautern gehören zum Betrieb.

Verkauft werden: Eier im Augenpunktstadium, Setzlinge, Speisefische und zahlreiche Produkte wie geräucherte, gebeizte Fische oder Kaviar und Fischplatten.

Der Ab-Hof-Laden in Kalwang hat wochentags 7.30 bis 17 Uhr, das Geschäft in Leoben am Freitag von 8 bis 13 Uhr geöffnet.

„In Leobersdorf haben wir einen Kunden, der zwei Mal pro Woche mit einem Lkw voll mit lebenden, unterschiedlichen Fischarten beliefert wird. Der bekommt dann von Wien oder dem Burgenland Aufträge von Spitzengastronomen oder dem einfachen Mann, und kann immer frisch beliefern“, berichtet Hannes Igler.

Mehrere Mannschaften

Gearbeitet wird ab sieben Uhr in der Früh, eine Mannschaft kümmert sich dann um das Fischbeladen, also um das Beladen der Lkw, eine andere um die Jungfischzucht, die nächste um die Fütterung und die Wasserzuläufe und wieder andere bearbeiten die Fische, die für den Hausverkauf gebraucht werden.

„Jeder, der in oder mit der Natur arbeitet, muss sie natürlich auch fürchten. Die Witterungsbedingungen waren heuer nicht optimal. Monatelang hat es nicht geregnet, dann kam so ein starker Regenguss, dass uns die Becken überschwappten“, so Hannes Igler. Das kalte und frische Wasser sei der Schlüssel zu der hohen Qualität der Fische. „Der Speisefisch braucht zwar zwei bis drei Jahre, bis er fertig ist – das ist ein bisschen länger als in wärmerem Gewässer –, aber durch die niedrigen Temperaturen, nämlich etwa acht Grad, ist das Fleisch fester und dadurch qualitativ hochwertiger“, so Hannes Igler.

Tausende Albinoforellen warten auf ihre nächste Fütterung Foto © Isabella Jeitler

Die Teiche sind teilweise per Zulauf miteinander verbunden, aber durch Gitter getrennt. „Getrennt wird je nach Generation und Sorte, das ist besonders wichtig. Das Geschlecht allerdings spielt keine Rolle“, so Hannes Igler.

Nichts erzwingen

Obwohl Eva und Hannes selbst noch viele Jahre im Geschäft bleiben werden, mache man sich natürlich Gedanken um die Nachfolge. „Wir haben zwei Mädchen mit elf und acht Jahren und obwohl sie noch so jung sind, wird das manchmal schon Thema. Aber auf gar keinen Fall wollen wir da etwas erzwingen. Schön wäre es natürlich, wir würden auf jeden Fall mit einem weinenden Auge zurückblicken, wenn wir den Betrieb an jemand anderen übergeben müssten“, so Eva Igler.

In diesen Becken mit automatischer Fütterung werden die Jungfische angezüchtet Foto © Isabella Jeitler

Die Nachfrage nach mehr Fisch wäre auf jeden Fall gegeben, aber sie fühlen sich in und mit ihrem derzeitigen Team so wohl, dass sie das nicht ändern wollen. „Es ist einfach ein großes Miteinander“, meinen die beiden. Ein besonders guter Fischabnehmer ist deren zwei Jahre alter Hund, der sich täglich aus den Teichen einen frischen Fisch angelt. „Also gesund muss es sein, unser alter Hund ist damit 16 Jahre alt geworden“, scherzt Eva Igler.

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