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Leoben, ZürichDrei Leobener Studenten auf den Spuren von Einstein

Die drei Leobener Annan Zhang (19), Laurent Meisel (20) und Florian Rainer (22) studieren seit einiger Zeit erfolgreich an der ETH Zürich und berichten von ihrer Zeit an einer führenden Universität Europas.

Annan Zhang, Laurent Meisel, Florian Rainer
Das Leobener ETH-Trio, bestehend aus Annan Zhang, Laurent Meisel und Florian Rainer (v. l.), wohnt in Zürich gemeinsam in einer WG © Clara Melcher
 

Sie sind motiviert, fokussiert und besitzen den nötigen Grips: Die drei Absolventen des BG/BRG Leoben I entschieden sich nach der Matura für ein Studium an der technisch-naturwissenschaftlichen ETH Zürich, einer führenden Universität Europas. Während der zweiwöchigen Ferien, die das Trio in ihrer Heimat Leoben verbringt, erzählen die Drei, wie man unbeschadet aus den harten Lernphasen hervorgeht, welche Lektionen ihnen das Studium bisher erteilt hat und was aus ihrem Studentenleben geworden ist.

Studium als Vollzeitjob

Bereits 2015 packte Florian Rainer seine Koffer, um sich ins Abenteuer Physik-Studium in Zürich zu stürzen. 2016 trat Annan Zhang in seine Fußstapfen, und zog in Rainers Züricher WG ein, um sich im Studium der Maschineningeneurswissenschaften zu versuchen. Ein Jahr später stand auch Laurent Meisel, Zhangs ehemaliger Robotik-Teamkollege, auf der Türmatte und vervollständigte das Leobener ETH-Trio. „Am Anfang empfand ich Stolz und eine gewisse Ehrfurcht, wenn ich daran dachte, an einer der besten Unis weltweit zu studieren“, erinnert sich Rainer. Mittlerweile sei es aber auch für Meisel, den frischesten Studenten, zum Alltag geworden: „Aufgaben erledigt man deswegen leider auch nicht lieber.“ Die unterschiedlichen Studienrichtungen haben eines gemeinsam: Sie sind allesamt zeitaufwendig. „An der ETH muss man viel investieren, um viel zu bekommen. Mein Studium ist mehr als ein Vollzeitjob und kein Zuckerschlecken“, stellt Zhang klar. Geige spielen und politisches Engagement hätten seinem Studium weichen müssen. Noch in der Schulzeit wurde auch Rainer immer wieder gesagt, dass die Studienzeit die schönste seines Lebens werden würde. „Dem ist definitiv nicht so. Es ist anstrengend. Es ist mühsam. Aber es lohnt sich.“

Bulimielernen adé

Zhang studiert Maschinenbau, weil er wissen möchte, wie Maschinen, die das Leben von Menschen erleichtern, konstruiert werden. Meisel hat sich den Umweltnaturwissenschaften verschrieben: „Mein erstes Studienjahr hat mich für die Umwelt sensibilisiert. Mir ist jetzt bewusst, dass verschiedene Bäume links und rechts des Weges stehen.“ Rainer beschäftigt sich in seinen Studien der Physik und Informatik vorwiegend mit systematischer Problemlösung und setzt sich mit den Bausteinen des Universums auseinander. Die Schulzeit in Österreich habe das Trio allerdings nicht zur Genüge auf das Studium in der Schweiz vorbereitet: „Man verbringt die Hälfte des ersten Jahres an der ETH damit, zu lernen, wie man lernt. Bulimielernen hat in der Schulzeit einfach viel zu gut funktioniert. In der Schule wird man auf keinen Fall liegen gelassen“, sind sich Zhang, Meisel und Rainer einig. Will man hingegen erfolgreich an der ETH Zürich studieren, müsse man sich auf kurze Ferien, großen Arbeitsaufwand und auch viel Stress einstellen. „Aber nach einem Erfolgserlebnis empfindet man ein ziemliches Hochgefühl“, berichtet Rainer.

Ziele spenden Motivation

Motivation spende Zhang in den harten Lernphasen vor allem die Dankbarkeit, die er empfinde, wenn er daran denkt, überhaupt die Möglichkeit zu haben, an einer führenden Uni Europas zu studieren. Denn ein Umzug in die Schweiz sei aufgrund der hohen Lebenserhaltungskosten auch eine finanzielle Hürde. Meisel helfe es besonders, gemeinsam mit Kollegen zu lernen, die demselben Lerntyp entsprechen, „um sich gegenseitig zu motivieren.“ Rainers Vision ist, im Bereich der künstlichen Intelligenz zu arbeiten. Sein Ziel, genügend Wissen anzusammeln, um einen Beitrag zur Lösung von wichtigen Problemen der Welt leisten zu können, treibt ihn täglich dazu, sich über seine Lernunterlagen zu beugen.
„Durchbeißen, an der Lösung von Problemen dranbleiben und Lerngruppen bilden“, raten die Drei denjenigen, die kommenden Monat wieder die Bank im Hörsaal drücken müssen. In der Züricher Wohngemeinschaft lautet der Vorsatz für kommendes Semester jedoch: An einem Tag pro Woche sollen die Lernbücher geschlossen bleiben. An einem Tag pro Woche soll der Horizont künftig für Dinge erweitert werden, die nicht in Lehrbüchern geschrieben stehen.

Die ETH Zürich

Die ETH Zürich ist eine technisch-naturwissenschaftliche Hochschule in Zürich, Schweiz.
Die Universität wird in internationalen Rankings regelmäßig als eine der weltweit besten Hochschulen und als führende Uni in Kontinentaleuropa bewertet.
Albert Einstein studierte ebenfalls an der ETH und lehrte dort von 1912 bis 1914 als Professor für theoretische Physik.

 

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