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Sommergespräch

"Ich kenne Wald seit meiner Kindheit"

Seine Stimme kennt man. Samtig, tief und klar hat Florentin Groll (71) so mancher TV-Dokumentation den richtigen Ton verliehen. Nach Wald am Schoberpass kommt er seit seiner Kindheit.

Florentin Groll, Schauspieler und Sprecher, kennt Wald am Schoberpass seit seiner Kindheit © Johanna Birnbaum
 

Herr Groll, sie sind erfolgreicher Schauspieler, Synchronsprecher und Ihre Stimme kennt man in Österreich. Sie sind in Oberösterreich geboren und großteils am Wolfgangsee und am Attersee aufgewachsen. Was für einen Bezug haben Sie zu Wald am Schoberpass?

FLORENTIN GROLL: Ich kenne Wald seit meiner Kindheit. Mein Großvater hatte hier eine Jagd gehabt. Deshalb bin ich hier. Ich bin ja nicht vor hier, bin nicht einmal ein Steirer, aber mein Hauptwohnsitz ist seit vielen Jahren Wald am Schoberpass.

Haben Sie, obwohl Sie viel unterwegs sind und Ihre Familie in Wien lebt, eine enge Verbindung zu Wald?

GROLL: Ja, die habe ich sicher. Ich kann diese aber nur sehr schwer an meine drei Söhne weitergeben. Sie waren ab und zu da, aber nicht so speziell wie ich. Als alter Mann, wie ich mit 71 jetzt schon einer bin, wäre mir klimatisch gesehen die Südsteiermark lieber.

Kommen Sie dennoch immer wieder heim nach Wald oder gehört es einfach dazu?
GROLL: Ja, schon, ich komme schon ein bisschen heim. Das machen aber auch die Menschen aus, mit denen ich hier zu tun habe. Viele in Unterwald sind es ja nicht. Viele sind ja nicht mehr da, aber da ist mein Nachbar, der auch mein Pächter ist. Auch eine alte Dame, die noch immer im Haus ist.

Wald am Schoberpass hat sich verändert. Früher ein viel durchfahrener Ort durch die Gastarbeiterroute, heute sind fast keine Geschäfte oder Gasthöfe mehr. Wie lebt es sich da?

GROLL: Ja, es ist sehr viel weniger geworden. Jetzt gibt es wieder ein kleines Geschäfterl, ein kleiner Nahversorger. Mein Nachbar zum Beispiel ist einer der letzten Bauern hier. Milchwirtschaft hat er aufgegeben. Jetzt hat er Henderl. Sein Sohn hat Rinder und Schafe.

Was machen Sie, wenn Sie hier in Wald sind?

GROLL: Ich gehe gerne hinaus. Die Almen sind ja so schön, wobei mir auffällt, dass man die Straße oben schon ziemlich laut hört. Die Eisenbahn weniger, die Züge sind leiser geworden. Als Kind bin ich immer ganz aufgeregt im Bett gelegen, weil die Bahn ja nur 70 Meter vom Haus entfernt war. Da waren viele Geräusche, vor allem in der Nacht. Die war für mich interessant. Da hat mich einmal ein Schrankenwärter von den Schienen geholt. Ich war klein und bin in der Nacht zu den Schienen gegangen. Warum, weiß ich nicht mehr, aber es wird schon spannend gewesen sein.

Sie sind schon sehr lange in der Branche als Schauspieler, Synchronsprecher und Sprecher für Dokumentationen und Hörspiele tätig. Was machen Sie da am liebsten. Sprechen?

GROLL: Ehrlich, sprechen bei Werbespots mache ich wegen des Geldes. Schauspielen am Theater oder im Film mache ist sehr gerne, wobei Filme immer weniger werden.

Wollten Sie schon immer Schauspieler werden?

GROLL: Nein. Meine Mutter und meine Stiefmutter waren beide Opernsängerinnen. Da war ich einmal bei einer Probe in München mit. Das hat mir sehr imponiert. Nach der Matura habe ich in Wien Theaterwissenschaft studiert und einige Semester durchgehalten. In die Schauspielerei selbst bin ich hineingerutscht. Mein erster Besuch einer Schauspielschule war als Lehrer.

 

Zur Person

Florentin Groll wurde am 9. August 1945 in Vöcklabruck/OÖ geboren, aufgewachsen in St. Gilgen, in Deutschland, Ferien in Wald am Schoberpass.

Familie: Verheiratet mit der Schauspielerin und Regisseurin Babett Arens, drei Söhne.

Tätigkeiten: Schauspieler, Regisseur, Synchronsprecher und Sprecher für Hörspiele, Dokumentationen und Werbespots. Groll spielt Theater auf allen großen Bühnen, in Spielfilmen und in TV-Serien.

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