17.000 Menschen betroffen Steiermark senkt Tarife für mobile Pflege um ein Viertel

Mobile Dienste und Hauskrankenpflege ist mit Juli für Steirer um ein Viertel billiger. Der Aufwand für Land und Sozialhilfeverbände steigt auf 65 Millionen Euro im Jahr. Tarifliste im Download.

Drexler (3. v. l.) mit Vertretern von SMP, Caritas, Volkshilfe, Hilfswerk und RK
Drexler (3. v. l.) mit Vertretern von SMP, Caritas, Volkshilfe, Hilfswerk und RK © Land/Streibl
 

Diplomiertes Gesundheits- und Krankenpflegepersonal, Pflegeassistenten oder Heimhilfen: Sie betreuen derzeit 17.000 Steirer stundenweise zu Hause. Mit 1. Juli sind die Tarife um im Schnitt 25 % gesunken.

Exemplarisch: "Wenn bisher unsere Klienten im Schnitt 32 Euro für eine Stunde bezahlten, sind es künftig um acht Euro weniger", skizziert Gottfried Lautner (Sozialmedizinischer Pflegedienst).

Ziel der Tarifsenkung ist - neben der optimalen Versorgung der Steirer - die Alternativen zu vergleichsweise teureren Pflegeheimen interessanter zu machen. Seit Entfall des Pflegeregress ist die Auslastung der steirischen Heime gestiegen.

Download

Die neue Tarife, die von Monika Klampfl-Kenny und Pflegemanager im Land erarbeitet worden sind, errechnen sich aus dem Netto-Einkommen. Es ist das Individual- und nicht das Haushaltseinkommen relevant. Für die Bedarfsprüfung (Dauer: Circa 1,5 Stunden) fallen nun keine Kosten an.

Wie Landesrat Christopher Drexler offen sagt, geben "wir so viel für stationäre Pflege aus (Anm.: heuer 441 Millionen Euro), dass es uns schwer fällt, andere Bereiche spürbar attraktiver zu machen."    

Nach dem Betreuten Wohnen sind nun die Mobilen Dienste an der Reihe. Die Notwendigkeit der Tarifsenkung unterstreichen auch Gerald Mussnig (Hilfswerk), Brigitte Schafarik (Volkshilfe), Werner Weinhofer (Rotes Kreuz) und Ingrid Pauritsch-Leitinger (Caritas). 

Auch die Stadt Graz übernimmt das Tarifmodell - und hat noch eine Deckelung eingezogen. Unabhängig vom Betreuungsausmaß zu Hause, bleibt den "Klienten stets die Höhe der Mindestpension (Anm.: derzeit rund  863 Euro)", erklärt Stadtrat Robert Krotzer.

Mobile Dienste

Die Mobile Pflege: etwa 100 Stützpunkte in der Steiermark.

Die Trägerorganisationen: Hilfswerk, Volkshilfe, Caritas, Rotes Kreuz und SMP (Sozialmedizinischer Pflegedienst Hauskrankenpflege).

1,5 Millionen Hausbesuche und 1,2 Mio. Betreuungsstunden für rund 17.000 Klienten.

 

 

 

Kommentare (1)

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AIRAM123
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Gratulation zu der Erkenntnis

... jetzt wäre es noch an der Zeit die Menschen mit 24
Std Betreuung finanziell zu entlasten.

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