Familienministerin in GrazBogner-Strauß hat keine LH-Ambitionen

Von Ausgehzeiten über Landtagswahl bis Winterspielen in Graz: Der steirische Presseclub bat die steirische Ministerin Juliane Bogner-Strauß zum Infoabend.

Hroch, Bogner-Strauß, Fischer
Presseclub: Hroch, Bogner-Strauß, Fischer © kk
 

Regen und Hagel hielten sie nicht auf: Familienministerin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) kam aus Wien in den steirischen Presseclub, um dort Montagabend mit Sigirid Hroch (ORF), Heinz M. Fischer (FH) und Gästen zu sprechen. Die Schlagworte in Graz:

Budget 18/19: Im Frauenressort "gibt es keine Kürzungen" (Anm.: der alte Wert wurde fortgeschrieben). Im Familienbereich würden es "bis zu 300 Millionen Euro mehr". Ja, die Beihilfen steigen (siehe EU-Beamte). Die Förderungen würden hingegen um 5 % gekürzt. In Zahlen? Wo genau? "Das schauen wir uns noch an", blieb die Ministerin kryptisch.

EU-Beamte: Deren Gagen orientieren sich an den Lebenserhaltungskosten im Heimatland. Ergo findet es die Ministerin nur "fair und gerecht", bei der Familienbeihilfe auch so vorzugehen. Bloß: Der Plan einer Indexierung der Familienbeihilfe für Kinder, die im Ausland leben, wird innerhalb der EU zumindest skeptisch betrachtet. "Den Briten hat man das noch angeboten", grollt die Ministerin. So oder so: Ohne EU-Zustimmung keine Indexierung.

Frauen: Eine Quotenregelung hält die ÖVP-Politikerin "nicht überall" für gut. Andere Themen hätten Vorrang: Gewaltschutz (100 neue Plätze für Frauenhäuser bis 2022), Landflucht und die ungleiche Bezahlung. Von einem Zuhörer auf einerÄnderung der Fristenlösung (Anm: Abtreibung) angesprochen, stellte sie sofort klar: "Sicher nicht."    

Jugendschutz: Auch Bogner-Strauß möchte wie ihre Vorgängerinnen eine einheitliche Regelung: darüber wird sie mit den Landesreferenten in Hall/Tirol verhandeln. Die Steirer müssten bei den Fortgehzeiten nachgeben (15-Jährige würden bis 1 Uhr, nicht 23 Uhr ausgehen dürfen); andere Länder beim Alkoholkonsum die Zügel anziehen. 

Neues Amt: "Mir geht es extrem gut und ich mache es gern", bereut die Quereinsteigerin den Schritt in die Politik nicht. Dass sie medial schon als neue LH-Kandidatin der Steirer-VP gehandelt wurde, tangiert sie nicht. "Ich bin Mitglied der Bundesregierung", untersteicht sie.   

Kinderbetreuung: Bei Kindergärten wären die Länder gut aufgestellt, bei den Krippen werde man auch abseits der Städte noch aufholen.

Olympia 2026 in Graz: Top oder Flop? Darüber schwieg sich die Ministerin derart aus, dass man es noch im Grazer Rathaus hören hätte können. 

Schule: Die dreifache Mutter steht hinter der Einführung der Deutschklassen, wie sie Minister Heinz Faßmann predigt. Sie selbst habe "das Glück, dass meine Kinder in Graz-Andritz zur Schule gehen." Dort sei der Migrantenanteil gering - kein Vergleich zur Lage in manchen Wiener Pflichtschulen. Auch Lehrer seien für gesonderte Klassen, um in regulären Klassen wieder die Themen zu vermitteln statt Vokabeln.  

Xunde Jause: Ein "Cola-Verbot" an Schulen würde sie nicht fordern, sagt die Ministerin, als sie auf den Vorstoß unter Ex-Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder angesprochen wird. "Verbote wirken nicht." Sondern? Eltern müssten gesundes Essen zuhause vorleben. Das Gleiche gelte für den vernünftigen Umgang mit Handys, mit der "Glotze" etc.  

 

     

 

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