Zentraler SpeicherkanalWie viele Bäume an der Mur wirklich gefällt werden

Vereinzelte Fällungen - oder doch großflächige Rodungen? Ein Überblick über die Bau-Aktivitäten an der Mur in Graz.

Zentraler Speicherkanal Baumrodung Foto: Penz
Arbeiten für den Zentralen Speicherkanal in Graz: Bäume auf Höhe Radetzkybrücke werden nach und nach gefällt © Christian Penz
 

Das Bild, das Passanten derzeit von der Radetzkybrücke in Graz aus geboten wird, ist ungewöhnlich: Bagger und Lkw fahren dort praktisch mitten in der Mur umher, errichten Straßen und "Brücken" im Flussbett. Alles, um die Arbeiten für den Zentralen Speicherkanal vorzubereiten.

Woran sich viele Menschen stoßen, ist nicht nur der Kanal selbst, der 80 Millionen Euro kostet, sondern die Tatsache, dass dafür zahlreiche Bäume gefällt werden müssen. Auch im Stadtzentrum, eben bis zur Radetzkybrücke. Über die Zahl, wie viele Bäume tatsächlich fallen, herrscht immer wieder Unklarheit.

Nach den großflächigen Rodungen im unmittelbaren Kraftwerksbereich fallen für den Speicherkanal noch gut 800 Bäume. Im südlichen Bereich bis zur Hortgasse wird es noch massivere Schlägerungen geben, aber erst im Winter 2019/20, wie es seitens der Holding Graz heißt, die den Kanal baut.

"Werden diese Woche fertig"

"Im nördlichen Bereich bis zur Radetzkybrücke sind wir am linken Murufer diese Woche fertig", sagt Holding-Sprecher Gerald Zazcek-Pichler. Im Abschnitt zwischen Seifenfabrik und Radetzkybrücke wurde und wird nicht großflächig gerodet, sondern nur vereinzelt, wenngleich abschnittsweise massiv - wie am Foto ersichtlich, das den Blick von der Radetzkybrücke aus zeigt. "Nördlich der Brücke entsteht die Ausfahrt der Baustraße, südlich der Brücke die erste "Querung" zum anderen Murufer, heißt es seitens der Holding. Und man habe gar nicht alle Bäume, die man genehmigt bekam, gefällt, sondern manche stehen lassen können.

Video von den Bauarbeiten

Diese Querungen werden gemacht, um "auch die Überläufe am rechten Murufer an den Zentralen Speicherkanal anzuschließen". Insgesamt wird es sechs solcher Querungen geben. Dort kommen 2018 dann laut Holding am rechten Murufer noch vereinzelt Bäume weg. Für die Straße im Fluss selbst, auf der die Baufahrzeuge fahren, wurde kein Baum gefällt. Und unter dieser Straße entsteht der Zentrale Speicherkanal.

Kommentare (4)

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das ist zwar nicht gelogen aber es stimmt trotzdem nicht:

Denn im juristischen Sinne wird zwischen „Stadtbäumen“ und “Wald” unterschieden, zwischen Rodungen und Schlägerungen, Flächen werden unterschiedlich berechnet. Ist der Uferstreifen auf einer Breite von mehr als 10 m bewaldet, fallen die Bäume in das Forstrecht und werden in der Zählung nicht als “Stadtbäume” erfasst. Zählt man jedoch alle Bäume - und das haben 5 gerichtlich beeidete Sachverständige vom Naturschutzbund Steiermark getan - kommt man auf über 16.000 Bäume entlang der Mur, die für das Kraftwerk weichen müssen.

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isogs
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ist ja toll

wenn man auf seinen eigenen Grund ein Bäumchen fällt wird man bestraft, wenn viele Bäume gefällt werden......wurst!

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Graaaz
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Genehmigung

ist das Zauberwort.

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jahcity
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Wir

leben in einer Polit- Konzerndiktatur! Alles was zählt sind die Taschen voller Geld für diese Kaste da oben......

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