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Podcast„Rechtsextreme und Islamisten schaukeln einander auf“

Die Radikalisierung verschiedener Szenen macht auch vor Graz nicht halt. Zwei Experten im Podcast-Gespräch.

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Von Salafisten über Rechtsextreme bis hin zu Linksradikalen – so unterschiedlich ihre Ideologien sind, so ähnlich sind sie sich darin: Ihre Weltanschauung ist die einzig wahre und soll ohne Rücksicht auf andere Gruppen durchgesetzt werden, notfalls mit Gewalt. Doch welche Gruppen sind es in Graz, die Probleme bereiten und wie kann man ihnen entgegenwirken? Darum geht es in der neuen Folge unseres Podcasts „Graz – Laut gedacht“.

Salafisten und Rechtsextreme

Werner Miedl, Chefinspektor und Initiator von „Gemeinsam.sicher“ bereitet im Moment der politische Islam Sorgen. Vor allem der salafistische Strang mache es durch Abgrenzung schwierig, das probateste Mittel gegen Extremismus anzuwenden: das Gespräch.
Auf der anderen Seite beobachte man ein Wiederaufkeimen des rechtsextremen Bereichs. Islamistische und rechtsradikale Bewegungen würden dabei einander bedingen und sich gegenseitig aufschaukeln. Die Größe der islamistischen Szene kann Miedl nicht einschätzen, betont jedoch, das die große Mehrheit der Muslime „von A bis Z in Ordnung“ sei.

Den harten Kern der Rechtsextremen schätzt Miedl auf 100 bis 150 Leute. Steiermarkweit werden dem rechtsextremen Bereich laut einer parlamentarischen Anfrage im Jahr 2018 211 Anzeigen zugerechnet.

Graz als "Bollwerk des Deutschtums"

Neu ist das Phänomen Extremismus jedenfalls nicht, weiß der Historiker Dieter Binder: Schon Ende des 19. Jahrhunderts radikalisierten sich Studenten. In der damals zweisprachigen Steiermark definierten sie Graz als „Bollwerk des Deutschtums“. Die Radikalisierung führte schließlich zur vorzeitigen Machtübernahme der Nationalsozialisten in Graz – Wochen vor dem deutschen Einmarsch im Rest Österreichs. „Stadt der Volkserhebung“, war der „Ehrentitel“ mit dem sich Hitler erkenntlich zeigte.

Wiederkehr des Nationalismus

Jahrzehnte später, nachdem Gedankengut wie jenes des Nationalismus schon als kaum mehr vermittelbar gegolten hätte, stellt Binder nun eine Wiederkehr dieser Ideen – gerade im akademischen Bereich – fest und spricht damit die Identitäre Bewegung an.

Im Gespräch mit David Knes diskutieren Miedl und Binder das Problem mit der Emotionalisierung, Politik, Gegenmaßnahmen und viele andere Fragen rund um Extremismus. Zu hören unter: lautgedacht.kleinezeitung.at, sowie auf Spotify oder iTunes.

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