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650.290 gefordert

Ein Vermögen verspielt: Steirer klagte Konzern

Ein oststeirischer Automatenspieler wollte sich über den Gerichtsweg mehr als 600.000 Euro zurückholen, blitzte jetzt aber ab. Sein Anwalt geht in die Berufung. Von Beate Pichler

© Fotolia
 

Es ist unglaublich, wie viel Geld jemand in Spielautomaten versenken kann. In seinem Fall waren es Hunderttausende Euro – und die wollte er irgendwann zurück: Im Oktober 2013 brachte ein oststeirischer Techniker Klage ein. Zum einen gegen eine Gesellschaft der Novomatic-Gruppe (Glücksspielkonzern), zum anderen gegen ein Unternehmen, das an mehreren Standorten in der Steiermark Automatensalons betreibt. Seine Forderung: 650.290,33 Euro – eine Summe, die später auf 369.714,14 Euro reduziert wurde.

Jetzt ist er damit allerdings abgeblitzt: In einem Urteil des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Graz vom 12. Februar wurde das Klagsbegehren abgewiesen – dafür bekam der Kläger selbst die Rechnung präsentiert: Die Verfahrenskosten belaufen sich auf mehr als 23.000 Euro.

Aber zurück an den Anfang: Die Spielleidenschaft hatte den Steirer irgendwann im Jahr 2004 gepackt. Am Anfang riskierte er sein Geld in einem Wettcafé in seiner Gegend, im Laufe der Jahre kamen immer mehr Lokale dazu. Tankstellen-Cafés, Spiellokale in Graz, in der Nähe der Landeshauptstadt, in der Oststeiermark.

Manchmal kam er täglich, fallweise auch mehrmals am Tag. Und auch die gesetzten Summen wurden immer größer: In den ersten Jahren waren es „etwa 100 bis 500 Euro“ pro Besuch, später „2000 bis 4000 pro Spieltag“ – und „zwischendurch gab es sogar Tage, wo er 15.000 Euro eingesetzt hat“. Sein höchster Gewinn: 45.000 Euro.

Aber auch die gingen bald wieder drauf. So wie sein Unternehmen den Bach hinunterging (Konkurs vor einigen Jahren), das ganze Vermögen verspielt wurde – und dazu auch noch 136.000 von mehreren Gläubigern ausgeborgte Euro.

Selber schuld? Der Steirer sieht das nicht so. In der Klage argumentiert er damit, seit dem Jahr 2004 „der Spielsucht verfallen und aufgrund dieser geschäftsunfähig gewesen zu sein“. Zudem hätten die beklagten Parteien gegen das Gesetz verstoßen, „weil der maximal zulässige Einsatz in Höhe von 50 Cent sowie der Höchstgewinn von 20 Euro pro Spiel um das bis zu 18-Fache überschritten“ werden konnte.

Mit dieser Argumentation blitzten er und sein Anwalt Klaus Strasser aus Graz allerdings ab: Medizinische Sachverständigengutachten bescheinigten dem Kläger, dass er „fähig war, die Tragweite seiner Handlungen einzusehen“, heißt es im Urteilsspruch. Von Geschäftsunfähigkeit könne damit keine Rede sein.

Das Gesetz

2004 galt noch das alte Gesetz zum „kleinen Glücksspiel“: Pro Spiel am Automaten durfte der Einsatz maximal 50 Cent, der Gewinn maximal 20 Euro betragen. Kritiker bemängelten, dass durch den „Automatikknopf“ das Gesetz ad absurdum geführt würde, weil damit extrem viel Geld in kurzer Zeit verspielt werden konnte.

Der Bund hat 2010 ein neues Gesetz beschlossen: verschärfter Spielerschutz, Höchsteinsatz von zehn Euro, Höchstgewinn 10.000 Euro. Bestehende Automaten dürfen bis Ende 2015 nach den alten Regeln weiter betrieben werden.

Im Vorjahr hat das Land Steiermark entschieden, neue Automatenspiel-Lizenzen ab 2016 zu vergeben.

Und: Es gibt zwar eine Glücksspielnovelle aus dem Jahr 2010 mit diversen Einschränkungen – allerdings gelten diese erst mit einer Übergangsfrist (siehe Infobox). Im konkreten Fall reiche es, dass die Spielautomaten eine Bewilligung haben (das ist der Fall) – „deren inhaltliche Richtigkeit (Zulässigkeit) ist nicht mehr zu prüfen“.

Der Kläger und sein Anwalt wollen das nicht so gelten lassen, sie gehen in Berufung.

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Danke für Ihr Verständnis.

puma123
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Frechheit!

Wie kann dieser Spielsüchtige Schuld bei jemanden anders suchen und die Schuld abweisen. Er wurde nicht gezwungen die Automaten mit Geld zu befüllen. Und immer alles als Ausrede hernehmen weil es Sucht ist usw. ist typisch unsere Gesellschaft. Wenn jemand etwas verpockt oder sonst was anstellt ist er Krank oder süchtig. Auch wenn es traurig ist das vielleicht Familie Freunde udgl. darunter leiden aber leid tut mir so einer nicht.

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Badabu
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keiner hat ihn gezwungen

zu spielen! Spielsucht ist nicht ansteckend, also is jeder Spiel süchtige selbst schuld! die tun mir zwar leid, aber es gibt Institutionen die einem helfen! mich wundert nur dass der ein Geschäft hatte das 2004 ja anscheinend noch gelaufen ist...

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jbh1qg7gbacn55pum179m0t7qpz9kbfd
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..

sobald etwas in die hose geht ist man "geschäftsunfähgig", süchtig, psychisch labil, ungeliebtes kind ect...kurzum, mach was du willst, wenns in die hose geht stell dich dumm und arm und die firmen sind die blöden. das verlorene geld will er zurück, das gewonnene hat er schnell eingesteckt. und diese 650.000 euro? das hat der typ in seinem leben noch nie verdient oder gehabt. da rechnet er wahrscheinlich das gewonnene geld, das er dann wieder verloren hat, dazu. ich möchte auch gerne mein geld von den letzten 20 jahren lotto spielen zurück..bin auch süchtig danach. aja, da bekommt man nix zurück weil die lotterien ja dem staat, der kirche und ein paar bankfonds gehört...

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Felix2109
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warum der Häupl abgedreht hat nach zig Jahren die er daran bestens verdient hat...er musst sich der Mehrheit beugen ....

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warum, damit er nicht den Schaden durch seine arbeitslosen kummerln auch noch bezahlen muss.

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Efried
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untätige Stadt

In Graz gibt es Spielsalons in unmittelbarer Nähe von Schulen. Umgehungskonstruktionen oder Schlamperei bei der Überwachung auf Einhaltung der Gesetze?
Langsam wird es Zeit die Heizung in den Amtsstuben auszumachen.

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voit60
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"kleines Glückspiel"

wird so etwas von Zynikern genannt. Was bei solchen Summen klein sein soll, entzieht sich meiner Kenntnis.
Klein sollte wirklich Klein bedeuten.

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globali
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Die Klage

Inspiriert von Griechenland?

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schteirischprovessa
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So wie es Wien gemacht hat - auch in der Steiermark

(und dem Rest Österreichs) gehören die Spielautomaten verboten. Das ist doch nichts anderes als Diebstahl an Spielsüchtigen (und Dummen, die auf dem besten Weg dazu sind). Wenn man für € 100 etwa €60 zurückbekommt, ist das eine Geldvernichtungsmaschine - da gibt es mittel- und langfristig nur einen sicheren Verlust und Null Gewinnchance.

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Passsteirer
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Und was ist mit dem Staat ?

Mit Lizenzen und Spielautomaten in den Casinos, dort hat man längst mehr verspielt. Das Lotto wo Gewinnchance ist =,000000000,72% Bei 6 Ziehungen hat man 11.841.287.201 Was geschieht mit all dem Lottogeld ???da zockt Finanzamt ab.Lotto ist keine Gefälligkeit, da will man Geld verdienen.Die Gewinnchance beim Jackpot ist hoch, die Gewinnwahrscheinlichkeit ist gering, es bedarf mehrer Ziehungen, von der hohen Summe lassen sich viele blenden. (steht in Wikipädia)Dazu Brieflose= Idiotensteuer. Wenn man es verbietet, dann fahren Spieler nach Slowenien, der Oststeirer war sicher dort, oder nach BRD.Dazu kommt das INTERNET immer stärker.

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zyni
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Traurig,

wie die kranken Leute abgezockt werden.
Für die Automatenaufsteller eine tolle Sache. Wenn man nur 20 % oder weniger? von dem auszahlen muss, was reingeworfen wird, kann man nur gratulieren.
Checken das die kranken Menschen nicht?
Eines sollte auch nicht gehen, dass man sich erst im Nachhinein als krank hinstellt und alles zurück will. Wenn einer einen Jackpot macht, würde er auch nicht darauf pochen zu hohe Einsätze gemacht zu haben und daher das Geld zurückzahlen?

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Felix2109
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Die meisten hier haben keine Ahung was sie da schreiben.....keine Ahnung was Sucht überhaupt ist ....schreibt eure Weisheiten an eure Klowand aber auf einem Zettel und den klebt ihr dann an, weil die wand solltet ihr nicht beschmieren mit eurem Blödsinn ...

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a watschn für die blödheit und einen besen zum straßenkehren und schulden zrückzahlen gibts!

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geozec2
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Geschwür

Die Glücksspielindustrie ist ein Geschwür, allerdings hält sich auch mein Mitgefühl für Spieler in Grenzen, warum fängt man an mit dem Schei§? Ähnlich einem Kettenraucher, der dann jammert weil er Lungenkrebs bekommt (obwohl ja die Omi bis 95 geraucht hat).
Am besten sollte eine riesen Strafe verhängt werden, das Geld aber 1:1 an die Suchtprävention gehen.

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Wuschel66606
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Wie krank

ist eigentlich unsere Gesellschaft!? Glauben denn so viele Menschen sie können Schei... bauen und dann einem Anderen die Schuld für die eigen Fehler zu geben. Wo bleibt da die Selbstverantwortung. Es hat noch nie funktioniert mehr auszugeben als mann besitzt ohne dabei in Schwierigkeiten zu geraten. Einige Menschen sollten endlich lernen für ihre Handlungen gerade zu stehen.

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walter5657
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Wenn einer

so dämlich ist, müßte man ihn eigentlich unter Sachwalterschaft stellen.

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StockBoss
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Selber schuld

Der Anwalt soll auf sein Honorar freiwillig verzichten, so einen Mandanten in ein Verfahren und damit Kosten von 20.000.- Euro zu stürzen ist fahrlässig!

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ichnichtglauben
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.

Denn anwälten ist's doch egal, sie wollen nur dein Geld!!

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l24h5hu729ld4jzb85vq3uof1xd4anyw
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alle verdienen damit toll mit, das ist es. Ja und selten gewinnt wer bei diesem Ausbeuterautomat. Die würden schauen, wenn kein Mensch mehr spielen würde. Was Menschen da in den Automaten geben ist eine freiwillige Deppensteuer, auch die Kriche verdient dabei kmit, da sie ja beeilig daran ist, am Glücksspielmonopol. Hirn einschalten, mehr braucht man eigentlich nicht sagen.

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oy48j6syysgx9g0edldilsqai0t76gad
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Hätte er was gewonnen, was sehr selten ist, würde er auch Klagen und zurrückgeben?

Wer zahl den Anwalt?

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bt33
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der soll seine eltern verklagen - wegen der schlechten gene...

... lächerlich diese herumklagerei... wenn jemand so blöd ist und sein geld im automaten verjuxt, obwohl er genau weiß, dass er NICHT GEWINNEN KANN... dann soll er diejenigen verklagen die für seine dämlichkeit verantwortlich sind....

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Aristophanes
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Welche Politkker tragen die Verantwortung dafür - die sie aber nicht wahrnehmen - m daß das Glücksspielmonopol nicht beim Staate verblieben ist ?

Warum hat der Häupl in Wien die Automaten abgedreht ?
Was glauben Sie, sehr gehrte Leser ?

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