Es war ein etwas skurriles Bild, das sich manchem Passanten am Mittwoch früh vor der Hauptbahnhof-Halle bot: Denn eine Traube von Menschen bildete einen aufgeregten Kreis um zwei Personen, die mittels kräftigem Zug an einer Schnur eine Tafel feierlich enthüllten. Allerdings kein neues Straßenschild, sondern die Ankündigung, dass hier ab sofort eine Videokamera im Einsatz sei.

Notwendige Überwachung. Die Personen im Zentrum (des Interesses) waren VP-Bürgermeister Siegfried Nagl und Innenminister Günther Platter. Letzterer verwies auf die "gute Zusammenarbeit mit Datenschutzexperten", unterstrich zugleich aber die Notwendigkeit für eine Videoüberwachung: "Allein 2005 wurden hier 9070 gerichtlich zu ahndende strafbare Handlungen begangen", so der Minister. Daher sei die Grazer Polizei auch bereits im Frühjahr 2006 im Ministerium vorstellig geworden.

Löschung nach 48 Stunden. Insgesamt werden nun drei Videokameras das Areal zwischen Annenpassage-Ausgang, Bahnhofshalle und den Hotels auf beiden Seiten überwachen. Laut Bundespolizeidirektion zeichnen diese laufend auf, "ein Beamter wird aber nur zeitweise live auf einem Monitor mitschauen". Im Falle einer Straftat könne man zurückspulen, ansonsten wird das Material nach 48 Stunden gelöscht.