Es war eine kreative Lösung für die Grazer Adventmärkte: Neben als Geschenkspackerl „verkleideten“ Betonpollern kamen auch strategisch abgestellte Tim-Autos als „mobiler Rammschutz“ zum Einsatz, um für mehr Sicherheit zu sorgen. Die Autos, die eigentlich fürs Carsharing gedacht sind, wurden so platziert, dass „Amokfahrten“ in die Menge unterbunden werden können. Etwa am Südtiroler Platz oder zwischen Schwalbennest und Franziskanerkirche.

Jetzt, mit dem Start der Gastgartensaison, macht sich ÖVP-Gemeinderat Markus Huber Gedanken um die Sicherheit für die Gastro-Kunden, die schon die Sonnenstrahlen genießen wollen. Seine Idee: Strategisch platzierte und versenkbare Poller, speziell für das Franziskanerviertel und den Tummelplatz. „Das sind hochfrequentierte Stadträume, die eine entsprechende bauliche Absicherung brauchen“, so Huber.

ÖVP wünscht sich Poller als Schutz für Gastgärten

Während die ÖVP mit den Pollern in der Marburger Straße ja keine Freude hat, sieht Huber darin für diesen Zweck beim Tummel- und Franziskanerplatz kein Problem. „Versenkbare Poller mit Kamera sind eine bewährte und rechtlich saubere Lösung, die Sicherheit und Erreichbarkeit miteinander verbindet. Gerade am Tummelplatz wäre es fahrlässig, die laufenden Umbaumaßnahmen nicht für eine solche Sicherheitslösung zu nutzen.“

ÖVP-Gemeinderat Markus Huber steht neben Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne)
ÖVP-Gemeinderat Markus Huber und Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) © Stadt Graz

Bei Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne), die die Poller in der Marburger Straße installiert hat, erachtet man die Poller grundsätzlich als sinnvoll, wenngleich: Man warnt vor zu hohen Erwartungen. „Poller können helfen, Zufahrten zu ordnen. Was sie aber aus Sicht des zuständigen Straßenamts nicht sind: ein Schutz vor terroristischen Anschlägen.“ Das könne nur die Landespolizeidirektion beurteilen und entscheiden.

Schwentner warnt vor „Maßnahmen, die mehr versprechen, als sie halten können“

Freilich achte man darauf, dass „unsere Plätze Orte sein sollen, an denen man sich gerne und sicher aufhält“. Auch bei dem gerade angelaufenen Umbau des Tummelplatzes „werden wir uns selbstverständlich auch die Zufahrtssituation genau anschauen“, heißt es aus dem Büro Schwentner. „Uns geht es um klare Regeln, gute Erreichbarkeit und hohe Aufenthaltsqualität – ohne Maßnahmen zu setzen, die mehr versprechen, als sie halten können.“