SchmerzensgeldVergewaltigungen in WG: Stadt Graz muss 75.000 Euro zahlen

Mädchen waren in einer Jugend-WG der Stadt Graz jahrelang von drei Burschen missbraucht worden.

© Jürgen Fuchs
 

Im Fall von jahrelangen Vergewaltigungen in einer Jugend-Wohngemeinschaft der Stadt Graz gibt es ein rechtskräftiges Urteil des Landeszivilgerichtes: Die Stadt muss 75.000 Euro Schmerzensgeld an zwei Mädchen zahlen, berichtet der ORF.

Der Fall war 2013 bekannt geworden. Drei 17-jährige Burschen wurden damals zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, weil sie vier Mädchen über Jahre sexuell missbraucht haben.

Die Mutter von zwei betroffenen Mädchen, die damals erst acht und zwölf Jahre alt waren, hat danach aber auch die Stadt Graz am Zivilgericht wegen Nicht-Erfüllung der Aufsichtspflicht geklagt.

Der Anwalt der Mutter kritisierte u. a., dass weder die Zimmer der Mädchen noch deren Duschräume verschließbar gewesen seien. Die Mädchen würden an psychischen Folgen, unter anderem einer posttraumatischen Belastungsstörung bis heute leiden.

Diese Klags-Argumentation hat das Gerichtsurteil nun bekräftigt: Die Aufsichtspersonen wären ihrer Aufsichtspflicht nicht ausreichend nachgekommen, nur deshalb hätten die Übergriffe überhaupt passieren können.

Seitens des Jugendamts der Stadt hat man keine Berufung gegen das Urteil eingelegt, wenngleich gegenüber dem ORF noch einmal bekräftigt wurde, dass aus Sicht des Jugendamts die Taten nicht hätten verhindert werden können.

Die Stadt Graz hat nach diesem Skandal jedoch den Betrieb von eigenen Jugend-WGs aufgegeben.

 

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