Und wieder zeigt sich das Land weiß-grün: Fast 20 Zentimeter Neuschnee hat Tief "Birgit" in den letzten Stunden in Mariazell gebracht, 15 Zentimeter in der Pyhrn-Region, immerhin 10 Zentimeter in Innsbruck und Salzburg.

Und wieder einmal grün oder höchstens ganz leicht angezuckert blieben der Südosten der Steiermark und Graz, aber auch der Großteil des Wiener Beckens.

Aber klang das nicht im Vorfeld anders?

Warum sind die vielfach prognostizierten Schneemengen in vielen Teilen der Steiermark und im östlichen Flachland dann ausgeblieben? "Die Zugbahn von Tief Birgit lag schlicht zu weit im Osten, als dass es auch bei uns für mehr Neuschnee gereicht hätte", sagt Konstantin Brandes vom Wetterdienst Ubimet. Einzig die typischen Nordstaulagen haben (wie erwartet) Schnee abbekommen. Sonst aber zog das Italientief über den Balkan Richtung Rumänien ab.

Aktuelle Schneehöhen
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Auch war es samstags tagsüber vielerorts noch nicht kalt genug, dass der Regen in Schnee hätte übergehen können. Das liegt daran, dass Österreich zuletzt ziemlich genau im Bereich einer Luftmassengrenze zwischen polarer Kaltluft und feucht-milder Luft aus dem Süden lag. Als dann in der Nacht auf Sonntag die Kälte mit Nordwind daher pfiff, war die Regenfront meist schon durch.

Vor allem in den Fischbacher Alpen (Windspitzen von 85 km/h wurden bereits gemessen) und dem Rax-Gebiet (101 km/h wurden in Reichenau an der Rax gemessen) weht am Sonntag ein beißender Nordwind.

Wetter-Warnkarte der Zamg für Dienstag. Eine orange Kälte-Warnung gilt vor allem inneralpin
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Bis zu minus 10 Grad sogar im Flachland

"Mit Abzug des Tiefs beruhigt sich das Wetter am Sonntag deutlich, in der eingeflossenen Kaltluft kündigen sich nun die kältesten Nächte des noch jungen Winters an", sagt Ubimet-Meteorologe Brandes.

Selbst im Flachland gehen die Temperaturen auf minus 5 bis minus 10 Grad zurück, im Bergland stellt sich mit minus 20 bis minus 10 Grad sogar strenger Frost ein.

Dienstagfrüh wird es in vielen Teilen der Steiermark und Kärntens zweistellige Minusgrade geben
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Eistage möglich

Zumindest am Dienstag und Mittwoch gibt es laut Zamg-Meteorologe Martin Ortner eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass im Großteil des Landes die Temperaturen nicht über 0 Grad ansteigen – man spricht dann von einem Eistag.

Über die tiefen Temperaturen wird man sich vor allem in jenen Skigebieten freuen, die wegen ausbleibendem Schnee und mangelnder Kälte bis jetzt noch nicht in die Saison starten konnten (>>mehr dazu hier<<).

Für Statistiker: Von etwaigen Dezember-Kälterekorden werden wir aber weit entfernt bleiben. Dieser liegt in den bewohnten Regionen bei -29,8 Grad, gemessen im Aigen/Ennstal (3. 12. 1973).

Wie geht es weiter?

Zur Wochenmitte erreicht uns aus Westen das nächste Tief, dann droht gefährliche Glätte durch gefrierenden Regen (weil sich eine warme Luftschicht über die kalte schiebt).

Wechselhaft geht es auch danach weiter. Am Freitag kommen wieder jene zwei Komponenten zusammen, die normalerweise für Schnee sorgen. Laut Zamg quert eine Störungszone das Land von Nordwesten her, zeitgleich formiert sich ein Italientief. Das heißt laut Zamg: "Im Norden schneit es meist bis ganz herunter, im Westen und Süden liegt die Schneefallgrenze teilweise anfangs noch um 700 bis 1000 Meter, sinkt aber auch hier stetig. Im Tagesverlauf kommen die Niederschläge auch weiter in Richtung Osten und Süden voran." Ob es zu diesem Zeitpunkt da schon kalt genug für Schnee ist – sei derzeit laut Zamg und Ubimet noch nicht absehbar. Schneefans dürfen aber weiter hoffen.