Ab 18 JahrenKinderarzt Reinhold Kerbl: "Es braucht keine Impfpflicht für Jugendliche"

Gemeinsam mit Jugendvertretern spricht sich der renommierte Kinderarzt Reinhold Kerbl gegen die Impfpflicht für Jugendliche aus. Als Gründe nennt er Strafen, die geänderte Lage durch Omikron und drohende Konflikte in den Familien.

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Reinhold Kerbl, Kinderarzt und Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ)
Reinhold Kerbl, Kinderarzt und Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) © APA/HERBERT NEUBAUER
 

Eine 15-Jährige will sich nicht impfen lassen. Sie ist strafmündig und kann ihre Entscheidung ganz ohne die Zustimmung ihrer Eltern treffen. Doch was passiert, wenn bei Inkrafttreten der Impfpflicht eine Strafe fällig ist?

Kommentare (24)
samro
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manche sehen das aber ganz anders:

CovidBei keiner Kinderkrankheit gibt es mehr Hospitalisierungen

Daten der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) zufolge landeten im April 2021 in der dritten Pandemiewelle pro Woche ein bis drei Kinder und Jugendliche auf Intensivstationen.
06.59 Uhr, 25. November 2021

Denn Corona stelle für Kinder ein "unkalkulierbares Risiko" dar. An einem Pädiatrischen hyperinflammatorischen Syndrom mit Multiorganbeteiligung erkrankt in Österreich laut der ÖGKJ rund eines von 1.000 infizierten Kindern. Dieses Krankheitsbild führe zu hohen Krankheitsbürden, sagte Zwiauer. Ob ein Kind an Long Covid erkranke, sei außerdem nicht abschätzbar, unabhängig davon, ob die Erkrankung selbst einen leichten oder schweren Verlauf nehme. "Auch wenn nur drei Prozent der Kinder Long Covid entwickeln - und das ist sehr niedrig gegriffen - gibt es Zigtausend Betroffene", warnte der Experte.

feringo
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@samro : CovidBei keiner ...

samro, aus dem Artikel geht das alles klar hervor. KERBL WILL IMPFEN, aber mit Überzeugung anstatt mit Keule. So etwas kann man auch Anhebung des Bildungsniveaus nennen und ist nachhaltig.

samro
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klz:

Long Covid mit 16 JahrenWenn ein paar Schritte im Garten zu viel sind

Eine Covid-19-Infektion hat Folgen. Auch bei jungen, fitten Menschen. Katharina musste ihre Ausbildung abbrechen und tat sich schwer Stiegen zu steigen. Eine Reha hat geholfen.
Von Martina Marx | 11.22 Uhr, 07. Juni 2021

samro
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klz

Covid-Impfung für KinderKinderarzt Kerbl: "Jeder Tag Erfahrung mit der Impfung bringt mehr Sicherheit"

Reinhold Kerbl erklärt im Interview, welchen Nutzen Kinder aus der Covid-Impfung ziehen können und wieso er das Vakzin von Biontech/Pfizer als sicher ansieht.
Von Martina Marx | 08.30 Uhr, 11. Juni 2021

Was haben Kinder davon, geimpft zu werden? Wie sieht es mit der Gegenüberstellung Nutzen vs. Risiko aus?
Ein Argument ist die Zahl der notwendigen Spitalsaufenthalte: Wir hatten bisher in Österreich bei Kindern und Jugendlichen etwa 500 stationäre Aufenthalte. Wenn wir nun eine aktuelle Durchseuchung von 15 Prozent in der Bevölkerung annehmen, müssen wir davon ausgehen, dass sich in den nächsten Jahren weitere 60 bis 70 Prozent der Ungeimpften infizieren werden. Dann wären wir in Folge bei mindestens 2000 weiteren stationär aufzunehmenden Kindern und Jugendlichen.
Das andere Argument sind die schwer verlaufenden Erkrankungen. Von diesen hatten wir bisher in Österreich etwa 150. Wenn wir diese Zahl hochrechnen auf die nächsten Jahre, müssen wir bei fehlendem Impfschutz zumindest 600 weitere schwere Erkrankungen erwarten. Das ist schon eine beträchtliche Zahl. Wir dachten ja zu Beginn, Kinder würden gar nicht schwer betroffen sein. Das hat sich aber nicht bestätigt, tatsächlich ist ca. eines von 1000 Kindern schwer betroffen.

samro
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weiter:

dr kerbel:
Zusammengefasst: Überwiegt für Sie Nutzen oder Risiko der Covid-Schutzimpfung für Kinder?
Aus derzeitiger Sicht kann man sehr eindeutig sagen, dass der Nutzen das Risiko deutlich überwiegt. Natürlich haben wir noch die eine oder andere Wissenslücke. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die weitere Beobachtung diese Einschätzung umkehrt.

giru
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In Deutschland wird die

Impfpflicht erst ab 18 eingeführt. Ich denke nicht, dass die Experten dort auf der Nudelsuppe daher schwimmen. Ich bin eine Covid-Impfbefürworterin und wenn unumgänglich auch für eine Pflicht (temporär), aber erst ab 18, vorher freiwillig.

MaBe
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(Nahezu) keine Risiko

-> Keine Impfung notwendig.

pietrok5
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Skurille Argumentation

Wenn jemand mangels eigenen Einkommens eine Strafe nicht bezahlen kann, soll er also von einer Pflicht ausgenommen werden. Dann sollte auch die Pflicht, einen Fahrschein zu erwerben, für Jugendliche nicht gelten, weil sie schließlich die Strafe nicht zahlen können. Vielleicht sollte ein Kinderarzt bei seiner Kernkompetenz bleiben, statt juristischen Unsinn zu verbreiten. Herr Dr.Kerbl würde sich sicher nicht von einem Rechtsanwalt erklären lassen, wie er eine Appendizitis behandeln soll.

feringo
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@pietrok5 : Skurille Argumentation.. (die Ihre)

Herr Jurist, Heinz-55, Sie wollen mir als Laien doch hier nicht erzählen, dass alle Gesetze so wie sie sind immer schon so waren und immer so sein werden. Strengen Sie besser Ihren Kopf an, um Gesetze juristisch so zu formulieren, dass sie den Problemen, die Kerbl anspricht, genügen.

Heinz-55
55
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Regeln!

Ganz einfach wenn eine körperliche da ist sollen Jugendliche die sich nicht daran halten Sozialdienst leisten! Wäre auch was für Erwachsene die ihre Strafe nicht bezahlen "können" . Oder erziehen wir Jugendliche dahin dass die sich nicht an Regeln halten brauchen weil wir eh alles verbiegen. So erziehen wir die nächste Generation die willkürlich lebt!

DavidgegenGoliath
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@heinz

Ein med. Eingriff, ist keine Regel!

chh
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Immer mehr

Aspekte sprechen gegen die Impfpflicht. Von den hier genannten Argumenten betreffend Jugendliche, über die immer mehr eskalierende Spaltung in der Gesellschaft, die herabgesetzte Wirkung gegen Omikron bis hin zur Frage wie die zu erwartende Flut von Strafen exekutiert werden soll.
JA zur Imfpung! JA zur Bevorzugung Geimpfter durch sinnvolle Maßnahmen.
Aber NEIN zur Impfpflicht. Diese wird mehr Schaden als Nutzen anrichten, so ehrlich muss man einfach sein.

Horstreinhard
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Jugendliche dürfen ab 16 wählen und ab 17 Auto fahren

Dafür sind sie reif genug, nicht aber für die Einhaltung einer gesetzlichen Verpflichtung? Was ist im Übrigen mit Verwaltungsstrafen im Straßenverkehr? Die können sie auch nicht bezahlen - dann sollten sie von diesen gesetzlichen Vorschriften auch ausgenommen werden????

lieschenmueller
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@Horstreinhard

Was ich hier im Forum mag, bei etlichen Meinungen* (jetzt bei Ihrer) zu denken, o.k., ist nicht meine eigene, aber aus der kann ich durchaus was mitnehmen.

*außer bei gewissen "Kandidaten", da ist der Input null und das Kopfschütteln vorprogrammiert

kundenkarte
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De facto haben wir eh eine Impfpflicht für Jugendliche

wenn Jugendliche Nicht-2G-ler vom öffentlichen Leben ausgeschlossen sind ... was werden sie machen?

feringo
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Praxisnah

Endlich jemand der clever, umfassend und praxisnah denkt.
Das Kastl-Denken, wie Hawkeye2209 es fordert, haben wir schon zuhauf.

Hawkeye2209
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@feringo


Wieso Kastldenken?
Ich habe 2 Kinder. Eines über 18 ist schon geboostert, das zweite unter 18 doppelt geimpft. Trotzdem interessiert mich, was ein Kinderarzt für ein Fachwissen zum Thema Impfpflicht und somit zur Impfung hat. Genau darüber sagt er aber nichts bzw nicht viel. Ob es jetzt interessant, nachvollziehbar oder Humbug ist, was er sagt, ist irrelevant, weil es nur sein persönliches Empfinden widerspiegelt.
Natürlich wäre es fein, wenn jeder über den Tellerrand sehen würde und alle Seiten und Zugänge berücksichtigt , aber nicht als Experte angekündigt, zu einem fachfremden Thema sinnieren.
Vlt tu ich ihm unrecht und er wurde nur zu seiner Meinung befragt. Allerdings ist dann die Überschrift meiner Meinung nach irreführend.

feringo
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@Hawkeye2209 : Kastldenken

Im Artikel geht klar hervor, dass Kerbl fachärztlich die Impfung empfiehlt und andere Probleme als Laie mit Uni-Niveau darlegt. Sie meinen, nur Juristen dürfen über Jus, Techniker über Technik, Physiker über Atomkraft, andere über andere Kastl sprechen. Wer darf dann eine Gesamtschau überlegen? Da gäbe es dann aber kein Universalgenie.

AAltausseer
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Finde ich eher verhaltensoriginell!

Wenn die Jugendlichen die Gesetze nicht einhalten, werden sie jetzt genauso bestraft wie Erwachsene.
Wahlrecht mit 16 ist ok, Autofahren auch, aber Impfpflicht ist böse?

feringo
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@AAltausseer : Finde ...

Das ist nur ein Argument von mehreren, aber es ist irritierend, ja. Die 15-jährigen dürften nein sagen, die Strafe müssten die Eltern zahlen, auch wenn sie die Impfung wollten oder wie ist das?
Kerbl will doch impfen, nur nicht die Spritze mit der Keule einschlagen. Er will überzeugen und meint, da sei etwas versäumt worden.

wollanig
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Ausseer

Lies auch den Text, nicht nur die Überschrift!

Hawkeye2209
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Medizinisch spricht also nichts gegen die Impfung/ Impfpflicht

Kinderärzte die Gesetze erklären und Anwälte, die die Krankheit erklären wollen…
Schuster bleib bei deinem Leisten!
Bis auf den psychosomatischen Aspekt, der wohl auch Erwachsene treffen kann, hat der Herr Doktor nichts aus seinem Gebiet beizutragen.

joulrich
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Eine Impflicht braucht eine überzeugende Begründung

Für Jugendliche ist die Wahrscheinlichkeit nach einer COVID-19 Infektion auf der Intensivstation oder Normalstation zu landen so gering, dass man eine Impflicht damit nicht wirklich argumentieren kann.

Nächster Punkt wäre die Ansteckung, wie die Zahlen aus England und Dänemark zeigen unterscheiden sich hier Geimpfte und Ungeimpfte was die Übertragung betrifft im Gegensatz zu bisher kaum noch. Das Argument fällt also mit der Omikron Welle weg.

Dann wäre Long COVID ein Thema, hier überwiegen natürlich die Vorteile auch bei Jugendlichen und Kindern nach aktueller Datenlage durch eine Impfung klar über den extrem seltenen schwereren Nebenwirkungen. Solange das aber das Gesundheitssystem nicht für alle belastet, sehe ich das als persönliche Entscheidung, wie bei vielen anderen Dingen im Leben.

Vierter Punkt wäre noch eine eventuell geringe Chance auf Mutationen bei Geimpften, hier ist die Datenlage mit der Omikron Variante noch zu gering um das damit argumentieren zu können.

Nur weil unsere Bundesregierung irgendwann keine Lust hatte die Menschen (weiterhin) von der Impfung zu überzeugen, hat man die Impflicht rausgehauen. Wohin hat uns das jetzt gebracht? Statt über den hohen Nutzen der Impfung diskutieren wir über die Impflicht, Impfgegner hat man dadurch Zustrom verschafft. Aufgrund von Unfähigkeit und Omikron wird sie aber eh ohnehin nicht wirklich kommen.

Hawkeye2209
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@Joulrich

Danke für Ihre ausführliche Antwort und Beschreibung! Diese hätte ich mir von dem Kinderarzt gewünscht, nachdem ich die Überschrift gelesen habe.
Persönlich habe ich mich und meine beiden Kinder schon im Mai 2021 das 1. Mal impfen lassen, nachdem wir uns sorgfältig und umfassend erkundigt haben, mit dem Hausarzt und dem Kinderarzt besprochen haben und Fachliteratur durchforstet haben.
Ihr letzter Punkt - quasi Punkt 5 wird vom Herrn Doktor in diesem Bericht leider genauso praktiziert! Statt aufzuklären, diskutiert er über die Impfplicht.