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Hochschul-KooperationEin Laborzwilling für die große Energiewende

Die Fachhochschulen FH Joanneum und FH Campus 02 betreiben kooperativ ein Labor zum Thema erneuerbare Energietechnik.

In Graz und Leoben entstehen zwei gekoppelte Labore, die sch mit nachhaltiger Energieverteilung befassen. Hier mit den Initiatoren Gernot Hofer und Christof Sumereder © FH Joanneum/Weiß
 

Es ist ein schwieriges Ringen und Unterfangen, was Europa zunehmend unternimmt: die Umstellung auf nachhaltige, also auf erneuerbare Energieformen. Es geht nicht nur, aber vor allem auch um Strom.

Das bildet sich nicht nur in der Forschung ab. Auch in der Lehre und Ausbildung wird das immer wichtiger. So haben sich auch die beiden Fachhochschulen des Landes, die FH Joanneum und die FH Campus 02, in ihren jeweiligen Schwerpunkten dazu entschlossen, ein „Energy Analytics Solution Lab“ aufzubauen. Genau genommen zwei, die in Kooperation betrieben werden und in denen Forschung und Lehre standortübergreifend durchgeführt werden.

Der eine Standort ist in Kapfenberg und findet im Rahmen des Studiengangs Energie-, Mobilitäts- und Umweltmanagement statt. Hier stehen die Energieseite und das Thema Umwelt und Mobilität im Vordergrund, wie Professor Christof Sumereder erläutert. An der FH Campus 02 wird in Graz ein zweites Labor im Rahmen des Studiums Automatisierungstechnik errichtet. Hier geht es vor allem um die Schwerpunkte Informatik, Elektronik, Sensorik, Gebäudeleittechnik, wie Professor Gernot Hofer erklärt.

Das neue Energie Labor

Die Studierenden, die das Labor nutzen (etwa 120 in den Bachelor- und Masterstudien in Kapfenberg und rund 65 in den Bachelor- und Masterstudien in Graz), können lernen, wie man Stromerzeugung und Stromverbrauch koppelt, Energiespeicher, Solaranlagen und Verbraucher dimensioniert und zusammenschaltet.

Aber auch, wie man Lastschwankungen in den Griff bekommt, welche Daten man gewinnen kann und damit Erzeugung/Verteilung und Verbrauch optimieren kann. Wie man Kosteneffizienz erreicht, wie man die Finanzierung einrechnet sind weitere Schwerpunkte bei den Laborübungen.

Worum es bei den neuen Zwillings-Labors geht

Neben den eigentlichen Laborräumlichkeiten stehen eigene Fotovoltaikanlagen sowie Windenergie zur Verfügung. Es gibt große, unterschiedliche Energiespeicher (Akkus) und eine Solarthermie für Wärme. Als Verbraucher ist die Raumklimatisierung vorgesehen, es gibt Stromtankstellen.

Eine Besonderheit: Die beiden Labore sind miteinander verbunden. Dabei können nicht nur Daten ausgetauscht werden, sondern auch gegenseitig Geräte bedient werden. Dazu kommt sogar eine Visualisierung: Man kann mit einer Virtual-Reality-Brille bewaffnet im „fremden“ Labor herumspazieren.

Heute, in Coronazeiten, ist das Konzept sogar noch weiter gefasst. Über eine App können die Studierenden auch von zu Hause aus in die Labore „einsteigen“ und etwa verschiedene Dinge freischalten.

Finanziert wurde dieses innovative Zwillingslabor vom Zukunftsfonds Steiermark (rund 380.000 Euro), aber mittlerweile gibt es bereits nationale Projekte sowie ein EU-Projekt gemeinsam mit der Technischen Universität Graz, der Karl-Franzens-Universität Graz und der Universität Aachen. Man ist für Industriekooperationen offen, man könne in den Laboren etwa Ladetechnologien testen oder Sensorik ausprobieren.

Kommentare (1)
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hermannsteinacher
0
1
Lesenswert?

Erneuerbare Technik,

das wird es bringen!