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Dolmetschkosten nicht übernommenGehörloser wird Ausbildung zur Kindergartenpädagogin verwehrt

Doris Ploder möchte im zweiten Bildungsweg Kindergartenpädagogin werden. Das Sozialministerium übernimmt aber die Kosten für die notwendige Gebärdensprachdolmetschung nicht.

Doris Ploder versucht schon länger eine Ausbildung zur Pädagogin zu machen © Ploder
 

"Wann hört Diskriminierung auf?", fragt Doris Ploder auf Twitter. "Ich bin gehörlos und werde behindert und diskriminiert!" Ploder hat die Aufnahme am Grazer Kolleg für Elementarpädagogik des Augustinum geschafft. Ihre zweijährige Ausbildung soll am Montag starten. Das Problem: Um dem Unterricht folgen zu können braucht Ploder Gebärdensprachdolmetscher, die Kosten - geschätzt 187.000 Euro - übernimmt das Sozialministerium nicht.

Kommentare (26)

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Ba.Ge.
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Diskriminierung?

Diskriminierung ist für mich eine ungleiche Behandlung und das wäre es, würde Doris die 200.000€ für eine Zweit(!)ausbildung erhalten, weil so einen Zuschuss ja sonst auch keiner bekommt.

Leider wird Gleichbehandlung oft gedreht, wie es gerade passt...
Gleichbehandlung heißt nicht, dass man sich durch/mit einer Behinderung die Rosinen rauspicken darf - das wäre mMn ja dann eben keine Gleichbehandlung 🤷🏼‍♀️

dado
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Diskriminierung

Jeder der aufgrund von seinem Alter oder Geschlecht oder oder .....eine Ausbildung nicht bezahlt bekommt möge sich an die Kleine Zeitung wenden. Die berichten darüber!!!

plolin
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Wie sollte das funktionieren?

Ich stelle mir gerade einen Blinden vor, der unbedingt Maler werden will, oder, wie vorher schon erwähnt, ein Querschnittsgelähmter als Dachdecker. Manche Sachen kann man sich zwar wünschen, aber es wird in der Realität nicht funktionieren.

stprei
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Detail

Das Wesentliche Detail, nämlich dass sie bereits eine fertige Ausbildung hat und nochmals etwas neues will, obwohl sie einen Job hat, hat sie verschwiegen.

Hier wird versucht, einen persönlichen Wunsch mit massivstem medialen Druck und der Empörungswelle auf Facebook zu erfüllen. Sie kann ja eine Spendenkampagne starten, aber der Staat muss echt nicht alles zahlen.

HASENADI
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@stprei Das ist Ausdruck der sozialen Härte,

die von den Regierenden vorgegeben wird. Gut aufgepasst.

stprei
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Fairness

Nein, das ist die Fairness, dass der Steuerzahler jedem EINE Ausbildung zahlt. Oder das AMS bei Bedarf eine Umschulung.

Aber nach dem Artikel wollte sie zunächst nicht Pädagogin werden, sondern hat was anderes gemacht, was ihr hoffentlich Spaß gemacht hat.

Elli123
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Frag mich..

wie sie die Aufnahmsprüfung geschafft hat.

HASENADI
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@Elli...

Ihre Vermutung dürfte stimmen, mit ...Spenden lässt sich Vieles regeln (bitte bei Regierungsparteien nachfragen)

playgame
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Top Antwort von Unicorn

Sehr lieber Herr oder Frau Unicorn!

Bitte lesen Sie genauer, bevor Sie mit solchen Gemeinheiten um sich schlagen. Ich fragte, was ist mit einem cochlea-Implantat. Das war eine Frage, die ich aufgrund meiner Erfahrungen im 4-semestrigen Lehrgang über Behinderung und ihre Chancen und Wege, stellte. In diesem Lehrgang ist uns sehr wohl vermittelt worden, dass dafür Voraussetzungen notwendig sind. Aber egal, sie schießen anscheinend lieber gleich mit Giftpfeilen herum.
Ach ja, gilt die Antidiskriminierung für uns Menschen allgemein oder bleibt diese nur gehörlosen Menschen vorbehalten?
Ja, Entscheidungen über Operation ja oder nein, die darf jeder selbst treffen. Auch ich durfte das, nur mit dem einen Unterschied, dass die Einschränkung sich dadurch nicht verbessern ließ, es war der fast 100 % Tod, dem ich so entgehen konnte. Ich glaube da war Ihr Kommentar unpassender als unpassend!
Nochmals herzlichen Dank wie Sie Menschen mit Behinderung behandeln. Einen echtes Vorbild der Antidiskriminierung!!!

pesosope
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Ich finde es schon hart und es tut mir für die engagierte Frau wirklich leid, aber man sollte dabei auch an die Kinder bzw. die Verantwortung der Betreuerin denken!

Denn eines ist klar, gerade im Kindergarten können kleinere und größere Missgeschicke (Unfälle) passieren und wie soll da eine Gehörlose Betreuerin den Hilfeschrei des in Gefahr befindlichen oder bereits verletzten Kindes hören. Es ist immer leicht etwas einzufordern, von dem man die Tragweite noch nicht erkennen kann.

reschal
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Teilnahme am gesellschaftlichen Leben

Es geht nicht nur um Fr. Ploder und deren Wunsch Kindergartenpädagogin werden zu wollen. Es geht auch um die kleinen gehörlosen Kinder im Kindergarten. Sie würde einen absoluten Mangelberuf abdecken. Bei einer Facharztausbildung für seltene Kranheiten fragt auch keiner nach den Kosten.

playgame
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Das ist keine Diskriminierung

Was ist mit einem Cochlea-Implantat. Gibt es einen Grund, dass sie diese Möglichkeit nicht in Anspruch nimmt!? Wenn sie diesen Schritt macht, steht ihr nichts mehr zu ihrem Traumberuf im Weg. Sie ist dann die absolute Bereicherung für die heranwachsenden Kinder, da sie ihnen hilfreich in der Bewältigung der Lebensaufgaben aus der Sicht aus zwei Lebensrealitäten zur Seite steht.
Bei einem Lehrgang, den ich besuchte, unterrichtete ein gehörloser Mensch mit Cochlea-Implantat. Und nachdem Frau Ploder die Schule besucht, nehme ich schon an, dass die Voraussetzungen bestünden. Man muss selbst auch was tun um seinen Lebenstraum verwirklichen zu können.
Vor einigen Jahrzehnten war mein Lebenstraum Architektur, die körperlichen Gegebenheiten erlaubten es aber nicht. So muss man sich umorientieren, was einem ebenso die Lebensfreude entlockt!

unicorn13
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Recherche?

Sorry, aber wenn man keine Ahnung hat sollte man net von cochlear Implantat reden... erstens kann das nicht jedem Menschen mit Gehörlosigkeit eingesetzt werden, zweitens ist es jeder und jedem selbst überlassen sich so einer op zu unterziehen, sie könnten ja auch drüber nachdenken mehr hirn verpflanzen zu lassen 🤪
Über andere Menschen zu urteilen ohne die Hintergründe zu kennen ist auf jeden fall kein sehr sozialer Zugang bei so einem thema...

DergeerderteSteirer
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An die Redaktion der Kleinen Zeitung !!

Die Interpretation von User @unicorn13 entspricht aber mit 100%iger Sicherheit nicht den Forenregeln !!

"sie könnten ja auch drüber nachdenken mehr hirn verpflanzen zu lassen 🤪"

HASENADI
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@derge...

Sie (großes S) können sich wieder abreagieren. Nachdem @uni... in dem aufgezeigten Satz "sie" schreibt, sind nicht einmal Sie gemeint, sondern "jede und jeder".
Allenfalls allgemeine, deftige Bildsprache, die aufrüttelt. Und für all jene, die hunderterlei Gründe anführen, warum der Frau der Ausbildungswunsch verwehrt werden sollte: Die Projektion des Anliegens der Frau auf die eigene Person...wirkt Wunder!
Andererseits: Nicht wundern, wenn einem bei einem persönlichen Anliegen genau so viel Ablehnung entgegenschlägt.

fon2024
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Diskriminierung

Wenn man schon eine Ausbildung und einen Job hat muss auch ein nicht behinderter Mensch seinen 2. Bildungsweg selbst bezahlen. Wo ist da die Diskriminierung?

Balrog206
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Fon

Stimmt so nicht ! Mitarbeiterin von uns mit Lehranschluss hat 2 Jahre danach umgesattelt auf einen anderen
Lehrberuf und bekommt einen Großteil ihres letzten Gehaltes für diese Dauer weiter bezahlt ! Sie hatte bei uns eine fixe Arbeitsstelle !

reschal
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Nicht ganz richtig

Da liegen Sie leider falsch. Denken Sie an die tausenden Menschen, die in geförderten Umschulungen sind.

DergeerderteSteirer
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@fon2024, ..............

vollkommen richtige und korrekte Sichtweise und Darstellung von dir. Anscheinend sind nicht die richtigen Möglichkeiten in Betracht gezogen noch aktiviert worden !
User @playgame beschreibt es im obigen Kommentar mit vollster Richtigkeit !!

tenke
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Der Boden der Realität

Mit Querschnittslehmung kann ich auch nur sehr schwer Dachdecker werden. Sprich: mit manchen Dingen im Leben muss man sich einfach abfinden (auch ich leider an einer relativ hochgradigen Behinderung und weiß, dass damit gewisse Grenzen einher gehen).

steptrev
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Bitte genauer lesen:

Es geht *exakt darum*, dass sie gehörlos ist und an einem *inklusiven* Kindergarten arbeiten soll/will. Die "Behinderung" ist hier also in Wirklichkeit eine zusätzliche Qualifizierung, genauso wie es muttersprachliche Arabischkenntnisse an Kindergärten mit vielen arabisch-muttersprachlichen Kindern sind.

playgame
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endlich ein realitätsbezogener Mensch mit Behinderung

ich lebe auch seit einigen Jahrzehnten mit meiner Behinderung; konnte meinen Berufswunsch auch nicht verwirklichen oder hätte ich verlangen sollen, dass ich einen technischen Zeichner beim Studium neben mir benötige um Architektin werden zu können - heute kann man dies vielleicht wirklich schon vom Computer aus erledigen, damals bestand halt eine andere Realität!
Die Ablehnung der Übernahme der Dolmetschkosten hat nichts, aber schon gar nichts, mit Diskriminierung zu tun! - Was ist eigentlich mit einem cochlea-implantat; gibt es einen Grund weshalb es bei ihr nicht implantiert werden kann?; geht es, dann steht dem Lebenstraum "Kindergartenpädagogin" nichts mehr im Weg und wäre für sie und die Kinder eine Bereicherung, denn sie könnte den Kindern Lebenserfahrungen aus zwei Welten lehrreich und zielführend weitergeben!

DergeerderteSteirer
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@tenke, besser kann nicht argumentiert werden und Hut ab vor der absolut richtigen und realistischen Meinung !!

!!

HASENADI
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@Derge...Absolut! richtig?

Die Wirklichkeit ist komplexer, und wenn wir schon beim Dachdecker sind, bleiben wir vorerst einmal auf dem Boden. Tatsache ist, dass die junge engagierte Frau eine Ausbildung anstrebt, für die überall ein Bedarf gegeben ist (nachschauen in der HNO-Klinik, wie viele Kleinkinder mit Gehörschädigung behandelt werden müssen). Die Kosten für die Ausbildung kriegt der einzelne Steuerzahler gar nicht mit, und Geld ist ja auch anderweitig da, koste es was es wolle (C) Blümel. Gut so, oder?

smithers
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Wahnsinn

Wenn man bedenkt wieviel für Migranten investiert wird und hier gibt es kein Geld.

Ich wünsche der jungen Frau trotzdem nur das Beste für die Zukunft.

HASENADI
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Herr Sozialminister,

übernehmen Sie!