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Weißrussin statt Amerikaner Volha Hapeyeva wird Grazer Stadtschreiberin

Graz hat 2019/2020 nun doch keinen Stadtschreiber, sondern eine Stadtschreiberin: Der von einer sechsköpfigen Jury nominierte US-syrische Autor Zeyn Joukhadar hat kurzfristig abgesagt. Nun übernimmt die zweitgereihte weißrussische Schriftstellerin, Übersetzerin und Linguistin Volha Hapeyeva das "Amt" von der Ungarin Kinga Toth und zieht im September in das Cerrini-Schlössl am Schloßberg ein.

Volha Hapeyeva © Taras Pashchanka
 

Nach der überraschenden Absage des New Yorkers Zeyn Joukhadar nimmt die Weißrussin Volha Hapeyeva das Literaturstipendium als Grazer Stadtschreiberin an. „Ihre Sprache schöpft ihre Kraft aus manchmal fast lakonischer Schlichtheit“, heißt es in der Jurybegründung über die in Minsk geborene Schriftstellerin und Übersetzerin. Die 37-Jährige erhielt für ihre Werke bereits zahlreiche Preise und ist Graz als Artist in Residence aus dem Jahr 2013 eng verbunden.

Amerikaner sagte ab

Joukhadar hat aus "organisatorischen Gründen" kurzfristig abgewunken, wie das Büro von Kulturstadtrat Günter Riegler (ÖVP) mitteilte. Damit fällt das Literaturstipendium an die zweitgereihte Dichterin Hapeyeva. Insgesamt hatte es für die Funktion des Stadtschreibers 49 Bewerbungen aus 23 Ländern gegeben. Die in Minsk geborene Hapeyeva erhielt für ihre Werke bereits zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Graz ist sie seit ihrem letzten Aufenthalt im Jahr 2013 als Artist-in-Residence im Internationalen Haus der Autoren eng verbunden.

Nicht die leichtesten Themen

Volha Hapeyeva ist Mitglied des PEN-Zentrums und des unabhängigen Schriftstellerverbandes Belarus. Ihre Gedichte wurden in mehr als zehn Sprachen, u. a. ins Deutsche, Englische, Mazedonische, Spanische, Tschechische und Litauische übertragen. Riegler bedauert einerseits die Absage von Zeyn Youkhadar, zeigte sich aber von der nunmehrigen Vergabe an die Weißrussin hocherfreut: "Ich freue mich sehr, dass Volha Hapeyeva neue Grazer Stadtschreiberin wird und dieses Stipendium auch gerne annimmt."

Die Begründung der Jury lautete u.a., dass Halpeyevas Themen nicht die leichtesten seien: "Der Krieg. Der Tod. Das Geschlechtsverhältnis. Doch sie macht es der Leserin, dem Leser nicht schwer, ihrer lyrischen Auseinandersetzung mit diesen Themen zu folgen. Hapeyevas Sprache schöpft ihre Kraft aus manchmal fast lakonischer Schlichtheit."

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