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Steirerin des TagesRätsel zu lösen ist ihre Leidenschaft

Maria Eichlseder (30) wird für ihre Dissertation über Kryptografie mit dem Award of Excellence ausgezeichnet. "Herr der Ringe" hat sie in 50 Sprachen gelesen.

Maria Eichlseder, Steirerin des Tages
Maria Eichlseder ist fasziniert von Kryptografie © Katharina Pillmayr
 

Wenn Maria Eichlseder eine neue Sprache lernt, will sie diese erkunden. So hat sie Chinesisch, Russisch, Türkisch und Arabisch gelernt, um zu verstehen, wie die Sprachsysteme funktionieren. „Ich kann aber kein Gespräch führen“, sagt die 30-Jährige. Schon als Schülerin war sie von Kunstsprachen angetan. Wie jener in der Buch- und Filmreihe von „Herr der Ringe“, die sie in 50 Sprachen gelesen hat.

Rätsel und verschlüsselte Informationen zu lösen, ist ihre große Leidenschaft. So kam es, dass sie Informatik studierte – und nun für ihre ausgezeichnete Dissertation, die sich mit Kryptografie beschäftigt, neben 39 anderen Österreichern mit dem Award of Excellence geehrt wird. Unter den Steirern ist sie die einzige, die sub auspiciis promoviert. An der TU Graz dürfte sie die erste Frau sein, der das gelingt.

Fasziniert von Verschlüsselung

Der Reihe nach: Die Absolventin eines Gymnasiums mit humanistischem Schwerpunkt wollte Linguistik studieren, hatte aber vor der siebenten Klasse ein Erlebnis, das ihre Pläne radikal ändern sollte. Durch Zufall habe sie an einem Kryptografie-Event teilgenommen. „Ich war fasziniert davon, wie man eine völlig gesicherte vertrauliche Verbindung mit jemandem aufbauen und Nachrichten schicken kann, die ausschließlich die Zielperson lesen kann. Nicht einmal die WhatsApp-Server, die die Verbindung herstellen, können mitlesen.“

Zur Person

Maria Eichlseder (30) hat an der TU Graz Informatik und Mathematik studiert. In ihrer Dissertation beschäftigt sie sich mit Kryptografie.

Sie promoviert sub auspiciis und erhält am Mittwoch den Award of Excellence, den Staatspreis für die besten Dissertationen.

In der Schule sei sie „nicht so fleißig gewesen“, ihr sei schnell langweilig geworden. Dass sie hochintelligent ist, wollte sie nicht hören und sträubte sich dagegen, eine Klasse zu überspringen oder die Schule zu wechseln.
Auf der Suche nach einer Studienrichtung kam sie auf Mathematik und Informatik. Nach dem Bachelor in beiden Fächern machte sie den Master in Informatik und legte ihren Fokus auf Kryptografie.

In dem männerdominierten Studium (bei Informatik liegt der Frauenanteil bei zehn Prozent) tat sie sich anfangs schwer und habe „lange gebraucht, um sich einzuarbeiten“. Dennoch setzt sich Eichlseder, die in ihrer Freizeit gerne Brett- und PC-Spiele mit Freunden und ihrem Verlobten spielt, durch und ist seit Jahren Studienassistentin am Institut für Angewandte Informationsverarbeitung und Kommunikationstechnologie der TU Graz.

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