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Gleiches Recht für alleErste Aufgebote für die Homo-Ehe

Ab Jänner können gleichgeschlechtliche Paare heiraten. Erste Termine wurden bereits reserviert, der Ansturm bleibt noch aus.

Ab Jänner 2019 gelten Ehe und Eingetragene Partnerschaft für alle © (c) Fotos 593 - stock.adobe.com
 

Es darf geheiratet werden, und zwar egal, ob ein heterosexuelles, lesbisches oder schwules Paar den Bund der Ehe eingehen möchte. Zusätzlich dürfen sich ab Jänner auch heterosexuelle Paare verpartnern. Das war ja bisher nur gleichgeschlechtlichen Paaren vorbehalten.
Aber löst das einen Ansturm auf die Standesämter aus? In Graz möchten 5 bis 6 gleichgeschlechtliche Paare die Ehe schließen, erklärt Anke Christina Talker, Referatsleiterin des Bürgerinnenamtes der Stadt Graz. Im Jahr 2017 haben sich hier 21 homosexuelle Paare für die eingetragene Partnerschaft entschieden, Eheschließungen gab es im Vergleich dazu 877.

Ehe und Eingetragene Partnerschaft

An den Standesämtern Liezen und Leoben gibt es bis jetzt noch keine Interessenten für eine gleichgeschlechtliche Ehe. In Feldbach, Bruck/Mur und in Hartberg wird sich jeweils ein gleichgeschlechtliches Paar das Ja-Wort geben. Im Standesamt Hartberg wird sich zudem auch erstmals ein heterosexuelles Paar verpartnern.

Anfragen zur Ehe für alle gibt es beim Verein Rosalila PantherInnen zuhauf, auch wenn viele Paare noch am überlegen sind. „Es gab auch rund 20 Anfragen von heterosexuellen Paaren, die sich zur Eingetragenen Partnerschaft informiert haben“, so Joe Niedermayer, der Vorsitzende der Rosalila Pantherinnen. „Die eingetragene Partnerschaft ist ja so etwas wie eine Ehe light – im Scheidungsfall ist es unkomplizierter.“ Auch wenn viele Menschen die Ehe für alle kritisch sehen würden, seien die Beweggründe nicht anders: "Wenn man Heteropaare in Graz fragen würde: 'Warum habt ihr geheiratet?', würde niemand sagen, wegen eines bestimmten Paragraphen."  - "Sie würden sagen, als Zeichen unserer Liebe!"

 

Ehe und Eingetragene Partnerschaft

Ob die Unterschiede zwischen Ehe für alle und Eingetragener Partnerschaft ein Nachteil sind, ist eine persönliche Entscheidung. Für die Ehe gilt laut Gesetz eine Treueverpflichtung, in der eingetragenen Partnerschaft ist von einer Vertrauensbeziehung die Rede. Die Ehe kann unter bestimmten Voraussetzungen ab 16 Jahren geschlossen werden, eine Verpartnerung erst ab 18 Jahren. Bei der Ehe gibt es beispielsweise eine längere Scheidungsfrist und eine höhere Unterhaltspflicht.

Rechtsexperte Helmut Graupner ist am 17. Jänner auf Einladung der Rosalila PantherInnen in Graz und informiert ab 19 Uhr. Informationen unter www.homo.at

Von Eingetragener Partnerschaft in Ehe wechseln

Problematisch sei allerdings, dass Behörden unterschiedliche Auskünfte erteilen. Laut SPÖ-Gleichstellungssprecher Mario Lindner liege das daran, dass die rechtsgültige Information des Innenministeriums noch ausständig sei, die es bereits verpartnerten Paaren erlaubt, in eine Ehe zu wechseln.

Bei den Rosalila Pantherinnen folgt man der Rechtsmeinung, dass die Eingetragene Partnerschaft auf Wunsch nahtlos in eine Ehe übergehen kann. Allerdings muss zusätzlich geheiratet werden.

Bis diese „Wechselfälle“ geklärt sind, hat die Grazer Referatsleiterin eine Liste eingerichtet: „Sobald wir Rechtssicherheit haben, werden Interessierte kontaktiert.“

 

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