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Steirer des TagesEin Obersteirer erobert den spanischen Telefonmarkt

Der 43-jährige gebürtige Seckauer Meinrad Spenger wurde in Spanien zum besten Unternehmensgründer des Jahres gekürt.

Meinrad Spenger macht in Spanien Karriere © Privat
 

Mit rudimentären Spanischkenntnissen, aber einem visionären Konzept im Koffer machte sich der gebürtige Seckauer Meinrad Spenger 2006 nach Spanien auf, um dort im Mobilfunkmarkt ordentlich mitzumischen. „Spanien war das teuerste Mobilfunkland mit den unzufriedensten Kunden“, erinnert sich der Jus-Absolvent. Wenn sich in Österreich ein Handydiskonter wie Yesss! etablieren könne, müsse das im viel größeren Spanien erst recht klappen – so die Idee damals.

„Ich habe keine professionellen Kontakte in Spanien gehabt, nur ein paar Studienfreunde.“ Die stammten aus Zeiten seines MBA-Studiums, das er in Madrid und Mailand absolvierte. Spenger und sein Geschäftspartner und Freund, ein Norweger, mieteten gemeinsam eine Wohnung und steckten ihre gesamten Ersparnisse in das Projekt „MásMóvil“.

Zur Person

Meinrad Spenger wurde am 7. 5. 1975 geboren. Nach dem Jus-Studium in Graz absolvierte er ein MBA-Studium in Madrid und Mailand.

Er und seine Frau Josefine haben zwei Töchter: Lucia (4 Jahre alt) und Sofia (4 Monate alt).

„Wir haben fast jeden Tag Pasta und Pesto gegessen, damit wir nicht zu viel Geld verbrauchen“, lacht der Steirer. Es folgte eine zweijährige Durststrecke: „Gesetzlich waren die anderen Anbieter verpflichtet, dass wir uns in ihr Netz einmieten können. Das wollten sie aber natürlich nicht.“ Es sei hart gewesen, gesteht der 43-Jährige. Nach rund zwei Jahren haben sie es dann 2008 geschafft, mit „MásMóvil“ auf den Markt zu kommen.

Heute beträgt der Marktwert rund 2,5 Milliarden Euro. „Wir haben uns in einem Markt, der von Giganten dominiert wurde, als wachstumsstärkstes Unternehmen etabliert“, ist Spenger stolz.
So eine Erfolgsgeschichte bleibt nicht unbemerkt. In der vergangenen Woche hat er den Preis als bester Unternehmensgründer 2018 des spanischen Wirtschaftsmagazins „Emprendedores“ abräumen können. Zusätzlich wurde er vom „Forbes“-Magazin auf die Liste der 50 besten CEOs in Spanien gesetzt. Der Weg an die Spitze dürfte seinem Innovationsgeist zu verdanken sein: „Wir sind kein typisches Telekommunikationsunternehmen. Wir versuchen, den Start-up-Spirit zu erhalten.“

„Wenn wir eine Idee angehen, machen wir sie auch fertig. Ein unfertiges Möbelstück bringt auch nichts“, spielt er auf seine Tischlerlehre an, die er parallel zur Matura am Abteigymnasium Seckau absolviert hat.
In die Steiermark kommt „Meini“, wie er genannt wird, drei bis vier Mal jährlich: „Wenn ich daheim bin, versuche ich, eine Bergtour zu machen oder Ski fahren zu gehen.“

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