Erfolg am LKH GrazTerrier biss Steirerin Nase ab: Ärzte nähten sie wieder an

Frau drohte nach Hundebiss ein langwieriger Eingriff. Doch Spezialisten der Abteilung für Plastische Chirurgie schafften es bei einer Operation unter dem Mikroskop, die Nasenspitze der Steirerin zu retten.

Dr. Raimund Winter und Dr. Thomas Rappl mit der glücklichen Patientin © Stieber/LKH-Univ.Klinikum Graz
 

Nach der Entfernung eines Elf-Kilo-Tumors gibt es heute eine weitere Erfolgsmeldung aus dem LKH Universitätsklinikum Graz: Einer Steirerin, der ihr Hund die Nasenspitze abgebissen hatte, konnte diese bei einer Operation unter dem Mikroskop wieder angenäht werden.

Die Frau wollte ihrem Terrier das Fell reinigen, dabei schnappte der Vierbeiner zu - und die Nasenspitze war weg. Die Rettungskette funktionierte gut und die Patientin wurde mit dem Hubschrauber ins LKH Graz geflogen. Dort kam sie sofort unter das Messer, zwei Spezialisten der klinischen Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie operierten die Verletzte. Die abgetrennte Nasenspitze wurde mit dem Rettungsauto nachgeliefert.

Wenn Tiere zubeißen

Am LKH-Uniklinikum Graz wurden 2017 mehr als 100 Patienten nach Hundebissen behandelt.

Die Experten des Spitals wurden im Vorjahr aber auch für die Behandlung anderer Biss-Unfälle konsultiert: 43-mal wegen eines Katzenbisses, viermal wegen eines Menschenbisses, fünfmal wegen eines Insektenbisses, elfmal wegen eines Rattenbisses und ein einziges Mal wegen eines Spinnenbisses.

Bei der Operation bewiesen die Beteiligten höchstes Fingerspitzengefühl. "Damit die angenähte Nasenspitze wieder richtig durchblutet wird, braucht es intakte Gefäße. Und diese sind wiederum bei einem derartig kleinen Amputat nicht leicht zu finden", erklärt Chirurg Raimund Winter, der mit Oberarzt Thomas Rappl den Eingriff durchführte. Doch es gelang, eine Arterie und eine Vene mit vier Stichen zusammenzunähen. "Da die Nähte für diese Gefäße aber dünner als ein Haar sind, haben wir alles unter dem  Mikroskop gemacht. Wären die Gefäße nur ein klein wenig dünner gewesen, hätten wir sie nicht mehr verbinden können", so Winter. Einzige Alternative wäre dann ein langwieriger und schmerzvoller Eingriff zur Rekonstruktion der Nase gewesen.

Die Nasenspitze der Patientin war vollkommen abgetrennt gewesen Foto © Stieber/LKH-Univ.Klinikum Graz

Das blieb der Steirerin zum Glück erspart. Sie zeigt sich nach der gelungenen OP dankbar: "Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie froh ich bin, dass ich so viel Glück im Unglück hatte. Für mich sind die beiden Ärzte wirkliche Koryphäen. Auch das Pflegeteam hier umsorgt einen perfekt." Hundebesitzern gibt die Frau noch einen Rat mit auf dem Weg. "Jeder, der mit  Hunden zu tun hat, sollte auf die Signale hören, die das Tier aussendet.  Denn auch wenn es der Hund noch nie getan hat, kann er in einer  bestimmten Situation zuschnappen."

Kommentare (3)

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Ichweissetwas
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Tolle Leistung der plastischen Chirurgen,

sehr gut und das Hundsi darf hoffentlich bei der Dame weiter leben!

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felunt
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das Hundsi ist offenbar ziemlich dominant

und sollte ein Gehorsamstraining absolvieren...bevor es bei der Dame bleiben darf.

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lieschenmueller
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Hochachtung

Über Leute, die wirklich was können, liest man am Besten in kleinen Artikeln und ohne zig Kommentare. Dabei würde DIE es verdienen. Lob an die Richtigen ist nicht schwer.

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