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Steirische EntwicklungHier rollt das erste vollelektrische Feuerwehrauto

Magirus Lohr in Kainbach bei Graz präsentierte Neuheit. Elektro-Löschfahrzeug soll vor allem in geschlossenen Gebäuden und bei Betriebsfeuerwehren zum Einsatz kommen.

Im Werk von Magiros Lohr in Kainbach bei Graz wurde das eHLF präsentiert © Wilfried Rombold
 

Eine Innovation präsentierte am Montag der Feuerwehrfahrzeug-Hersteller Magirus Lohr an seinem Standort in Kainbach bei Graz. Das erste serienreife vollelektrische Löschfahrzeug wurde bei einem Betriebsbesuch von LH-Stellvertreter Michael Schickhofer (SPÖ) und Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) vorgestellt.

Ein Riese ist das eHLF (Elektro-Hilfeleistungslöschfahrzeug) nicht, aber genau das ist auch seine Stärke. Denn der kleine Flitzer (Höchstgeschwindigkeit 65 km/h) soll vorwiegend dort zum Einsatz kommen, wo mit großen Diesel-Lkw Schluss ist. Dazu zählen etwa geschlossene Gebäudekomplexe oder Tunnelsysteme, wie die unterirdischen Versorgungswege unter dem LKH Graz. Der Lithtium-Eisenphosphat-Akku sorgt für eine Reichweite von bis zu 110 Kilometer oder einen Pumpenbetrieb bis zu vier Stunden.

David unter den Goliaths

Im Chassis eingebaut ist eine Hochdruckpumpe, mit der 50 Liter Wasser in der Minute durch den Schlauch gepresst werden können. Der fix eingebaute Löschtank fasst 100 Liter Wasser. Das reicht zwar nur für einen kurzen Erstangriff, aber: "Auf einem Areal mit Stromanschlüssen und Wasserversorgung ist mit diesem System ein mehrstündiger Dauerbetrieb möglich", erklärt Magirus Lohr-Geschäftsführer Christian Reisl.

Feuerwehr-Spezialist

Magirus Lohr produziert am Standort Kainbach bei Graz Fahrzeuge und Kabinen für Feuerwehren. Spezialisiert ist man auf Drehleitern.

168 Mitarbeiter und 24 Lehrlinge sind derzeit dort beschäftigt. Produziert wird im Einschicht-Betrieb.

Magirus mit Sitz in Ulm (D) ist Teil von "CNH Industrial", dem weltweit zweitgrößten Industriegüterkonzern. Bekannteste Marken sind IVECO, New Holland, Case und Steyr.

Das Löschfahrzeug ist eine Weiterentwicklung des ELI aus der Schmiede des Stallhofener Herstellers "MUP-technologies" und wurde in Zusammenarbeit mit dem Autocluster "AC Styria" zur Serienreife gebracht. Auch das Feuerwehrauto kann in wenigen Minuten zu einem Kommunalfahrzeug umgebaut werden, dafür sorgt ein flexibles Wechselladesystem. Und statt dem Blaulicht leuchtet dann ein gelbes Rundlicht wie bei Gemeindefahrzeugen. Die Löschfunktion bleibt aber auch ohne den feuerwehrtechnischen Aufbau erhalten. "Wichtig ist, dass das Auto selbst rot ist", schmunzelte Geschäftsführer Reisl bei der Präsentation.

LH-Vize Michael Schickhofer und Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl zeigen sich interessiert Foto © Wilfried Rombold

Die Anschaffungskosten sind mit rund 120.000 Euro relativ moderat. Die Hersteller haben daher neben öffentlichen Einrichtungen, Gemeinden und  Tunnelbauprojekten auch Betriebsfeuerwehren als potenzielle Kunden im Visier. Denn durch seine Mehrzweckfunktion könne dieses Fahrzeug  auch dann genützt werden, wenn es gerade nicht einmal brennt.

Neuer Standort für Lohr?

An dem Fahrzeug zeigte Michael Schickhofer als Katastrophenschutzreferent des Landes höchstes Interesse. "Die Steiermark hat ja sogenannte Forschungsfeuerwehren, die in Sachen Geräteentwicklung mit der Montanuni Leoben oder der TU Graz kooperieren." Dass Magirus mit der Tochter Lohr auf den Standort Steiermark setze, bringe sowohl Jobs als auch Sicherheit, so Schickhofer.

Der traditionelle Standort von Lohr in Kainbach könnte allerdings bald Geschichte sein. Die alten Hallen platzen bereits aus allen Nähten, eine neue Produktionsstätte im Bezirk Graz-Umgebung wird daher gesucht.

 

Kommentare (3)

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Budspencer1
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Feuerwehrauto

Kann man mit diesen kleinen Feuerwehrauto ein Haus löschen?

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paulrandig
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Budspencer1

Warum?

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paulrandig
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Budspencer1

Man kann auch mit einem großen Drehleiterfahrzeug oder einem Kommandowagen kein Haus löschen.
Warum sollte es Sinn und Zweck jedes Feuerwehrfahrzeugs sein damit ein Haus zu löschen?

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