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Bischof Krautwaschl

"Bin Suchender und kein Wunderwuzzi"

Herzlich und locker präsentiert sich der designierte Diözesanbischof von Graz-Seckau: "Ich habe nicht die Talargröße des Bischof Johann oder des Egon Kapellari. Ich bin der Willi Krautwaschl als Bischof".

Wilhelm Krautwaschl wurde von den Mitarbeitern des Ordinariats warm empfangen © Sabine Hoffmann
 

Locker, fröhlich und humorvoll trat der designierte Diözesanbischof von Graz-Seckau, Wilhelm Krautwaschl (52), vor die Presse. Die ersten, bescheidenen Worte: "Es ist einfach noch überwältigend. Ich hoffe, Sie müssen heute nicht wegen mir auf Ihre Mittagspause verzichten." Als er im Grazer Augustinum den jungen Burschen im Bischöflichen Seminar von seiner Ernennung zum Bischof erzählt habe, habe ihm die lebendige Stimmung gezeigt: "Die Kirche hat Zukunft".

Ausführlich erzählte er davon, wie er seinen Weg zur Kirche fand, der ihm vorgezeichnet schien. Als Kind eines Bestatters habe er das Leid der Menschen gesehen. Er selbst sei - wie einst Jakob nach seinem Streit mit Gott, der ihm auf die Hüfte schlug, "ein bisschen gezeichnet von Gott."

Er hat eine Schwester durch einen Verkehrsunfall verloren, seine ältere Schwester habe zehn Jahre an Leukämie gelitten, sei aber schließlich geheilt worden.

Er selbst, der mit seiner Familie in Gleisdorf neben der Kirche gelebt hat, habe bald eine Bilderbuchkarriere als Ministrant begonnen. Immer wieder sei er von Priestern angesprochen worden, ob nicht auch er Priester werden wolle.

Dass eine Kirche mit Zukunft sich auch ändern müsse, darüber ließ Krautwaschl keinen Zweifel aufkommen. Wenn sich Umstände ändern, muss sich die Kirche ändern, zitierte er auch de Botschaft Jesus von "neuem Wein in neuen Schläuchen."

Seinem Vorgänger Egon Kapellari dankte er dafür, wie sehr er der Diözese gedient habe. Und er stellte auch klar: "Ich habe nicht die Talargröße des Johann Weber oder Egon Kapellari. Ich bin als Bischof der Willi Krautwaschl." Das heiße auch, er sei kein Alleskönner und kein Alleswisser, nicht der Beste im Leben und nicht der Beste im Glauben: "Ich bin bei Weitem nicht fertig, habe kein Patentrezept für all das und bin kein Wunderwuzzi. Die Kirche ist meine Richtschnur, aber ich bin immer noch ein Suchender."

Auf die Frage, wo er den größten Änderungsbedarf sehe, wollte Krautwaschl noch nicht Farbe bekennen. Das wolle er erst gemeinsam diskutieren. Auch zu den Positionen der Pfarrerinitiative wollte er nicht konkret werden. Er hat aber erst am Mitwoch den Hausmannstättener Pfarrer Josef Wilfing besucht, der bei der Initiative dabei ist: "Es geht ums miteinander Hören - und ich bin da noch nicht am Ende mit dem Nachdenken. Aber der Josef hat bemerkt, glaube ich, da ist einer, der zuhört." In der Kleinen Zeitung hat Krautwaschl letzten Sonntag aber eine deutliche Pro-Position zum Zölibat eingenommen. Dieser sei Teil und Ausdruck der Berufung von Priestern.

Auf die Frage, ob der langwierige Ernennungsprozess nicht darauf hinweise, dass diese Praxis im Vatikan reformbedürftig sei, sagte der designierte Bischof: "Es gibt da sicher einiges zu verbessern und das wird auch passieren. Wenn ich die Worte von Kardinal Christoph Schönborn höre, dass die Ortskirche bei diesen Ernennungen von mir und Militärbischof Werner Freistetter in Rom gehört worden sei, zeigt das, es ist schon etwas weitergegangen."

Abschließend erzählte Krautwaschl noch von der Reaktion seiner Mutter, als sie erfahren hat, dass der Sohn Bischof wird. Sie habe ihm nur gesagt, er solle das Kreuz von der Schlafzimmerwand nehmen, das ihr der Kaplan zur Silbernen Hochzeit geschenkt habe und lesen, was darauf stünde. Da standen zuerst die Glückwünsche und dann der Satz des Kaplans: "Vielleicht hat Er mit eurem Willi noch was vor."

 

 

Die offizielle Bischofsernennung im Bolletino des Vatikan Foto © Screenshot

Die Bischofsweihe wird am 14. Juni um 15 Uhr im Grazer Dom erfolgen. Salzburgs Erzbischof Franz Lackner wird die Weihe leitend vornehmen. Auch Amtsvorgänger Egon Kapellari und Altbischof Johann Weber werden mitwirken, erwartet wird in Graz auch Kardinal Christoph Schönborn.

Offiziell ernannt hat der Papst auch den neuen Militärbischof: Werner Freistetter, geboren 1953 in Linz, war bislang Bischofsvikar des Militärordinariats und Leiter des Instituts für Religion und Frieden der Katholischen Militärseelsorge Österreichs.

Kommentare (55)

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uzz6fawcbj2kvqfx2kn88zg9my6149di
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die Talargröße des Bischof Johann oder des Egon Kapellari?

Gut, Johann Weber (warum eigentlich "Bischof Johann" und Egon K.) wo doch der Zweitgenannte auch als "Bischof Egon zu Titeln wäre)?

Talargröße für den großen Bischof Johann und ein Trenchcoat für Bischof Kapellari:

Mit Bischof Wilhelm bekommt die Steiermark wieder einen „Glaubenshirten, welcher "auch Gläubiginnen" auf Augenhöhe begegnet, ohne verlegen zur Seite zu schielen: Die wahre Auslese und eine Bereicherung für Graz-Seckau!

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Aristokritos
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@Bulletino

Das "Verlegen-zur Seite-schielen" bzw. die Unfähigkeit des offenen Blickes war nicht nur bei "Gläubiginnen" Bischof Egons Spezialität.

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hermannsteinacher
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Ita

est.

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Jeepie1983
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Kirche NEU

Mit dieser Ernennung von "Bischof Willi" zum Hirten der Diotöse Graz- Seckau und der Wahl von Papst Franziskus wird man wieder ermutigt sich mit der katholischen Kirche zu identifizieren! Die ersten Interviews zeigen, dass ein "Mensch" bzw. ein Seelsorger am Bischofsplatz einzieht!

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hermannsteinacher
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Nett, was @Jeepie1983 indirekt über den jeweiligen unmittelbaren Vorgänger

von "Bischof Willi" und Papst Franziskus zum Ausdruck bringt!;-)

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Miraculix11
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Aber so unrecht hat er nicht

So ein Würdenträger, abgehoben und fernab der Menschen, wird der Bischof Willi niemals.

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hermannsteinacher
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Auch Bischof Johann

war weder abgehoben noch fernab der Menschen.

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bimsi1
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Bischof Johann.


Bischof Johann Weber war wohl ein Glücksfall für die katholische Kirche.
Und ein besonderer Glücksfall, dass er aus der Steiermark ist und Graz-Seckau leitete. Das muss sich bis nach Rom herumgesprochen haben, schließlich wurde er schon mit 42 Jahren Bischof.

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hermannsteinacher
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Als Vorsitzender der österreichischen Bischofskonferenz war Johann Weber der beste bis heute nach Franz Kardinal König.

Und das in der schwierigsten Zeit der römisch-katholischen Kirche in Österreich seit 1945.

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Hohenwanger
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Welche Fälle in der Kirche

werden nicht zutreffen?
Die Kirche ist dazu verdammt
den Satan dulden zu müssn.

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hermannsteinacher
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Satan ist der Herrscher/Fürst dieser Welt,

geht aus dem Neuen Testament hervor.

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bimsi1
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Ja, so ist es.



Und an vielen Dingen zu erkennen - auch an den eigenen.

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kaumzuglauben
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Ich kenne ihn nicht,

aber dieses fröhliche Gesicht
tut einfach gut, nach Jahren
des Ernstes....

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uzz6fawcbj2kvqfx2kn88zg9my6149di
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... nach Jahren des Ernstes ...?

Fern jedes Selbstwertes, vollzog sein Vorgänger sein Amt. Unsicher/bescheiden?

Einfach ein nicht so mutig/erfolgreicher "Hirte".

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hermannsteinacher
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Eher ...

... nach Jahren des Egons!?

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Aristokritos
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@ermannsteinacher

Super formuliert! "Die Jahre des Egons" wäre ein treffender, neugierig machender Titel für eine historisch-kritische Abhandlung über die Diözese Graz-Seckau.

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cjai2u1ft2ve0upmbtiza6qiwrc0ndhy
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Komischer Text zum Bild.....

.......Wilhelm Krautwaschl wurde von den Mitarbeitern des Ordinariats warm empfangen....., man meint wohl herzlich, oder ???

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hermannsteinacher
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Freundlich, wohlwollend, herzlich ...

... sind auch wichtige Bedeutungen des Wortes "warm".
@starwars sollte einmal ein Stilwörterbuch lesen.

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hermannsteinacher
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Auch

ein Begriffswörterbuch oder ein Synonymwörterbuch könnte RotstrichlerInnen weiterhelfen.

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hermannsteinacher
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Oststeirer weiht Oststeirer

unter Mitwirkung zweier Altsteirer!

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cjai2u1ft2ve0upmbtiza6qiwrc0ndhy
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Jetzt geht's los, oder ?

Ab nun sind die "Gotteshäuser" zum Bersten gefüllt. 4-fach Messen an den Wochenenden, damit wenigstens 10 % der "Gläubigen" Platz finden. Die "Erlösung" ist da, oder ? ICH halte es aber trotzdem mit den Professoren der Science Busters: Wer nichts weiß, muss alles glauben. Und für die ANDEREN: Wenn es EUCH hilft, ist es für EUCH gut und passt schon.....

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gd79besdzhdl3bz18pdoxlylatmoj9up
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komischer Spruch

Es wird niemanden geben, der "nichts weiß", aber einen Großteil von Menschen, "die nicht alles wissen können". Die Gefahr geht mMn ja von Leuten aus, die vorgeben, auf jede Frage die passende Antwort gefunden zu haben.

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ze7b5qajac4l4teeivk7t1xgcdbnpv75
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Einfach

ein toller Bischof!

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Hohenwanger
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@lucavaldesi

nein das darf er nicht sein!
Geldeintreiber und Knecht Gottes dafür.

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uzz6fawcbj2kvqfx2kn88zg9my6149di
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Vereinsmitglieder haben gewisse Verpflichtungen.

Die Mitgliedschaft wolle enden?

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hermannsteinacher
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Keinen Pflicht-Mitgliedsbeitrag einzuheben,

war einer der Gründe des starken Zulaufs zu christlichen Religions- und Kirchengemeinden in den Jahrhunderten nach Jesu Tod.

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